Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Stenografie

Stenografie

Stenografie bzw. Stenographie oder Kurzschrift ist eine Schrift, die es ermöglicht, in normalem Tempo gesprochene Sprache mitzuschreiben. Der Begriff Stenografie leitet sich von den griechischen Wörtern stenos = eng und graphein = schreiben, ritzen her. Ein in Kurzschrift verfasstes Schriftstück heißt Stenogramm. Jemand, der diese Schrift anwendet, ist ein Stenograf. Sprache

Allgemein

Sprache Mit Kurzschriftsystemen können hohe Schreibgeschwindigkeiten erreicht werden, da der sprachliche Informationsgehalt mit grafischen und linguistischen Mitteln verdichtet wird (Kürzungstechnik, s. u.). Stenografiesysteme waren schon bei den antiken Griechen und Römern bekannt (Tironische Noten) und wurden bis ins Mittelalter als Akten- und Kanzleischrift genutzt. In der Neuzeit waren geometrische Kurzschriftsysteme seit dem 17. Jahrhundert insbesondere in England und Frankreich weit verbreitet. Auch in Deutschland kannte man seit 1678 geometrische Kurzschriften. Den Berufsstand des Pressestenografen bei Zeitungen und des Gerichtsstenografen gibt es heute kaum mehr, wohl aber sind in den meisten deutschen Landtagen und im Bundestag Parlamentsstenografen tätig. Sie beherrschen Redegeschwindigkeiten bis zu 450 Silben pro Minute (Nachrichten werden z. B. mit etwa 250 Silben pro Minute verlesen). Darüber hinaus hat die Stenografie ein weites Anwendungsfeld als Notiz- und Konzeptschrift (für Studenten, Journalisten, Verwaltungsberufe etc.). Außerdem werden Stenografen häufig bei Tagungen, Synoden, Konferenzen u. ä. eingesetzt. Von den Stenografen wird erwartet, dass sie über 360 Silben pro Minute schreiben können, um mit den Rednern Schritt zu halten. In dieser Geschwindigkeit könnten sie die sieben Strophen von Goethes „Zauberlehrling“ in knapp eineinhalb Minuten niederschreiben. Da die Silbenstruktur der Sprachen unterschiedlich ist, werden sprachspezifische Kurzschriften benötigt. Im Englischen sind das die Systeme von Isaac Pitman und John Robert Gregg.

Deutsche Systeme

Franz Xaver Gabelsberger (1789 - 1849), bayerischer Ministerialbeamter, erfand die aus der Schreibschrift abgeleitete deutsche Stenografie. Sie wird wegen ihres Schriftduktus als „kursiv“ bezeichnet. Gabelsbergers Hauptwerk „Anleitung zur Deutschen Redezeichenkunst“ von 1834 ist ein Meilenstein der Stenografiegeschichte. Sein Stenografiestil beeinflusste auch die Kurzschriftentwicklung in Nord- und Osteuropa und z. T. in Italien, während England und die romanischen Länder bei geometrischen Systemen blieben. Weitere bekannte deutsche Systemerfinder waren Heinrich August Wilhelm Stolze (1798 - 1867), Leopold Arends (1850), Heinrich Roller (1839 - 1916), August Lehmann, Carl Faulmann, Ferdinand Schrey (1850 - 1938), Karl Scheithauer und die Gebrüder Albrecht und Felix von Kunowski. Insgesamt wird die Gesamtzahl deutscher Kurzschriftsysteme auf 800 bis 900 geschätzt. Die Vertreter der größeren, erfolgreichen Kurzschriftschulen polemisierten zum Teil heftig gegeneinander. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Wunsch nach Schaffung eines einheitlichen deutschen Kurzschriftsystems, das möglichst die Vorzüge aller bedeutenden Systeme in sich vereinigen sollte, immer größer. 20. Jahrhundert So wurde nach jahrelangen Verhandlungen, Irrungen und Wirrungen 1924 endlich die Deutsche Einheitskurzschrift (DEK) geschaffen und amtlich anerkannt. Sie basiert hauptsächlich auf den Systemen Gabelsberger und Stolze-Schrey sowie der Vokalisation von Faulmann und besteht aus den drei Schriftstufen Verkehrsschrift, Eilschrift und Redeschrift (aufeinander aufbauend, mit ansteigendem Abstraktionsniveau). Die DEK wurde 1936 und 1968 (DDR: 1970) durch Fachgremien reformiert. Heute ist die DEK 1968 („Wiener Urkunde“ / s. Weblink) das Standardsystem in Deutschland und Österreich. In der Schweiz gibt man den Systemen Stolze-Schrey (deutschsprachige Schweiz und Tessin) sowie Émile Duployé und Aimé-Paris (welsche Schweiz) den Vorzug. Moderne kursive Kurzschriftsysteme bestehen aus den Teilzügen der gewöhnlichen Schrift, aus symbolischen Darstellungen – zumeist der Selbstlaute – und festen Kürzungen für häufige Silben und Wörter (Kürzel). In höheren Stufen erlauben es verschiedene Kürzungsregeln, sowohl die sprachliche Redundanz als auch grafische Mittel auszunutzen (z. B. Überdeckung, Verschmelzung etc.).

Anwendung

Ab dem Beginn der Industrialisierung war das Beherrschen der Kurzschrift wesentliche Hauptfähigkeit von Stenotypistinnen, aber auch von Sekretärinnen, die Diktate für Briefe etc. in Kurzschrift aufzunehmen und dann mit der Schreibmaschine zu übertragen hatten. Mit dem Aufkommen der Personal Computer und der damit einhergehenden Entwicklung, dass Briefe nicht mehr diktiert, sondern gleich selbst geschrieben werden, verliert sich die Wichtigkeit der Kurzschrift als Diktatschrift zunehmend. Für Autoren, als Konzeptschrift, für Mitschriften in Lehrveranstaltungen oder Vorlesungen und dergleichen ist sie ein wertvolles, kaum zu übertreffendes Arbeitsmittel. Auch zur Protokollierung von Parlamentsdebatten und Kongressen ist sie nach wie vor unerreicht. Neben den Handstenografen gibt es in einer Reihe von Staaten (Frankreich, Italien, Spanien, Russland) Maschinenstenografen, die mit Hilfe von Stenografiermaschinen arbeiten. Auch in einem der deutschen Landesparlamente arbeiten vereinzelt Maschinenstenografen. Das genutzte Aufnahmesystem ist von der deutschen Einheitskurzschrift völlig verschieden, bietet aber den Vorteil, dass Texte in Echtzeit erfasst, digitalisiert und bei Bedarf gleich wiedergegeben werden können. Sinnvoll ist das zum Beispiel beim Untertiteln von Live-Sendungen im Fernsehen. In den USA ist die Maschinenstenografie traditionell weit verbreitet und wird dort auch zur Dokumentation von Gerichtsverhandlungen eingesetzt. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Stenografie weit über die reine Büroanwendung oder den Gebrauch in Parlamenten verbreitet. So gehörte beispielsweise das Erlernen der Stenografie mit zur Ausbildung der Stabsoffiziere im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Auch Wissenschaftler und Gelehrte haben ihre Manuskripte in Stenografie verfasst. Beispielsweise umfasst der philosophische Nachlass von Edmund Husserl ca. 40.000 Manuskriptblätter, die in Gabelsberger Stenografie geschrieben sind und für die Herausgabe als Druckwerk transkribiert werden mussten.

Bekannte Stenografen


- Marcus Tullius Tiro
- Franz Xaver Gabelsberger
- Heinrich August Wilhelm Stolze
- Franz Jacob Wigard
- Carl Faulmann
- Karl Friedrich August Lehmann
- Ferdinand Schrey
- Meinrad Rahm
- Leopold Alexander Friedrich Arends
- Heinrich Roller
- Albrecht von Kunowski
- Felix von Kunowski
- Karl Emanuel Rogol
- Julius Brauns
- Karl Friedrich Scheithauer
- Christian Palm
- Carl Friedrich August Mosengeil

Beispiele

Carl Friedrich August Mosengeil Das Beispiel Deutsche Einheitskurzschrift (um 1930) zeigt in der ersten Spalte zuerst das Wort in der Grundform, dann eines oder mehrere abgeleitete Wörter hiervon. In der zweiten Spalte steht die Kürzung des jeweiligen Wortes in der nächsthöheren Systemstufe (in der DEK 1924 gab es noch keine klare Dreiteilung des Systems wie nach der heute gültigen "Wiener Urkunde" 1968):
- Teufel, Teufelei | Kürzungen hiervon
- Text, Texte | Kürzungen hiervon
- Textil, Textilien, Textilindustrie, Textilwaren | Kürzungen hiervon : genau gelesen heißen diese Kürzungen -> til, tilin, til+extra Kürzel für "Industrie", tilwan. Es handelt sich also um ähnlich lautende Wortbruchstücke, deren Bedeutung man im Zusammenhang mit dem gesamten Text gut ableiten kann.
- Theorie, theoretisch [theoretisch], Theoretiker | Kürzungen hiervon
- tief, tiefer, tiefste, Tiefe, vertiefen, Vertiefung, tiefschürfend | Kürzungen hiervon (Die hier gezeigten Beispiele sind keine Kürzel, sondern Kürzungen!)

Siehe auch


- Lehrer der Kurzschrift

Literatur


- Drews: Steno heute. Band 1: Verkehrsschrift. Troisdorf: Bildungsverlag eins, 5. Aufl. 1999, ISBN 3-8242-6100-6
- Christian Johnen: Allgemeine Geschichte der Kurzschrift. Berlin: Apitz, 4. Aufl. 1940 – beste und ausführlichste deutsche Gesamtdarstellung.
- Hans Lambrich/Aloys Kennerknecht: Entwicklungsgeschichte der Deutschen Einheitskurzschrift. Darmstadt: Winkler 1962
- Arthur Mentz/Fritz Haeger: Geschichte der Kurzschrift. Wolfenbüttel: Heckner, 3. Aufl. 1981
- Franz Moser/Karl Erbach: Lebendige Kurzschriftgeschichte. Darmstadt: Winkler, 9. Aufl. 1995
- Beate Sander/Hans Karpenstein: Art und Bau der wichtigsten Kurzschriften. Darmstadt: Winkler, 5. Aufl. 1988
- Laurenz Schneider/Georg Blauert: Geschichte der Deutschen Kurzschrift. Wolfenbüttel: Heckner 1936
- Peter Franzen/Otto Blaubart: Kurzschrift im Wandel der Zeit. Darmstadt: Winkler, 2. Aufl.

Weblinks


- [http://urkunde.stenografie.com/ Wiener Urkunde]
- [http://www.forschungsstaette.de/ Forschungs- und Ausbildungsstätte für Kurzschrift und Textverarbeitung e. V.]
- [http://www.steno.ch/ Schweizerischer Stenografenverband SSV mit Erläuterung zum System Stolze-Schrey]
- [http://www.stenografenbund.de/ Deutscher Stenografenbund]
- [http://www.schwerhoerigkeit.de/DSB/AKTUELL/BERICHTE/bericht04.htm Computerstenografie]
- [http://www.pazotka-lipinski.de/short07.html Interessanter Beitrag unter anderem zu chinesischer Stenographie]
- [http://www.steno-berlin.de/old/Was_ist_Steno_/was_ist_steno_.html Überblick über das Prinzip der DEK] Kategorie:Schrift ! Kategorie:Schreibtechnik ja:速記

Schrift

Schrift dient der Kommunikation und der Konservierung von sprachlicher Information. Mit einem vereinbarten, festgelegten Zeichensystem werden Informationen auf einen Träger geschrieben und somit chiffriert und können von diesem wieder abgelesen, sprich dechiffriert werden. Schrift bedeutet umgangssprachlich auch eine Schriftart (gestalteter Zeichensatz, Typografie), eine Schriftdatei (Computertechnik), eine Handschrift (Schriftbild : »ich kann deine Schrift nicht lesen«), schriftliche Werke (»Goethes Schriften zur Farbenlehre«) und dient als Eigenname für religiöse Texte (»Heilige Schrift«) Siehe auch: Inschrift, Blindenschrift

Definition

Man unterscheidet:
- Alphabetschrift – die grundlegende Beziehung hier ist: ein Zeichen entspricht einem Laut (bzw. Phonem)
- Silbenschrift – hier entspricht weitgehend ein Zeichen einer Silbe
- Logogramme – ein Zeichen steht hier in der Regel für ein Wort bzw. für eine Aussage oder Anweisung Alphabet- und Silbenschriften sind mehr oder weniger phonologisch, also lautbasiert. Logogramm- oder Ideogramm-Schriften sind hingegen eher bedeutungsbasiert: das Schriftzeichen entspricht eher einer bestimmten Bedeutung als einem bestimmten Laut. Beispiele für eine solche Schrift sind die arabischen Ziffern (1,2,3 ...), mathematische Symbole, Verkehrszeichen, Piktogramme, Gefahrensymbole. Diese sind international, also über Sprachgrenzen hinweg, verständlich. Bei den Alphabetschriften unterscheidet man zwischen Alphabetschriften im engeren Sinne und Konsonantenschriften, bei denen nur die Konsonanten bezeichnet werden. Bei ersteren kann man noch zwischen solchen unterscheiden, in denen jeder Laut ein gleichberechtigtes Zeichen erhält, wie in der lateinischen Schrift, und solchen, in denen Vokale als obligatorische Hilfszeichen von Konsonanten auftauchen, wie in indischen Schriften. Diese sind also in gewisser Weise das Bindeglied zwischen Alphabetschriften im engeren Sinne und Konsonantenschriften, in gewisser Weise auch zu den Silbenschriften. Manche Sprachen nutzen gemischte Schriften, die Züge von zwei oder allen drei Schriftsystemen haben, oder mehrere Schriften nebeneinander. Eine Besonderheit bilden die Geheimschriften, die zur verschlüsselten Informationsübertragung verwendet werden.

Schriftfamilien

Entwicklung

Vor der Entwicklung der Schrift war Jahrtausende lang die mündliche Überlieferung von wesentlichen Inhalten üblich. Sie barg schon immer gewisse Risiken in sich. Eine mögliche Sinnentstellung des ursprünglichen Quelleninhaltes und das Weglassen oder Hinzufügen von Inhalten sind in der mündlichen Vermittlung des jeweils einzelnen Erzählers immanent enthalten. Psychologische, soziale und kulturelle Faktoren spielen bei der mündlichen Überlieferung eine wesentliche Rolle. Weltweit wurden seit jeher überlebenswichtige Informationen, aber auch geheimes Wissen, Rituale, Mythen, Legenden und Sagen mündlich weitergegeben (wie u.a. die Geschichte von der großen Sintflut), die einen ähnlichen Kern aufweisen, in ihren Details aber beträchtlich voneinander abweichen können. Auch heute noch existieren Kulturen, in denen die mündliche Überlieferung von Traditionen und Wissen üblich ist. Bei den Aborigines in Australien steht das mündliche Zeugnis sogar im Vordergrund, obwohl sie in engem Kontakt mit einer schreibenden Kultur stehen. Die wortwörtliche Wiedergabe an nachfolgende Generationen trägt dazu bei, eigene Kultur und Werte zu bewahren, und charakterisiert zugleich eine Besonderheit dieser Kultur. Gemeinsam mit der Fähigkeit des Lesens bilden Schreiben, Schrift und Rechnen die Grundlage von Tradition, Kultur und Bildung durch die mittelbare Weitergabe von Wissen. Die Erfindung der Schrift gilt als eine der wichtigsten Errungenschaften der Zivilisation, da sie die Überlieferung von Wissen und kulturellen Traditionen über Generationen hinweg erlaubt, und deren Erhaltung (je nach Qualität des beschrifteten Materials) über einen langen Zeitraum garantiert. Alle bekannten Hochkulturen (Sumer, Ägypten, Indus-Kultur, Reich der Mitte, Amerika) werden mit der Verwendung der Schrift in Verbindung gebracht. Traditionell wird Sumer als die Kultur genannt, in der die Schrift erstmals verwendet wurde. Die wohl ältesten Schriftfunde stammen von dem Fundort Uruk aus Abfallschichten unter der sogenannten Uruk-III-Schicht. Sie werden somit ins 4. Jahrtausend vor Christus datiert. Es handelt sich dabei um Wirtschaftstexte. Die verwendete Schrift lässt allerdings keine Rückschlüsse auf die Sprache zu, es ist daher falsch, diese Schrift im strengen Sinne als sumerisch zu bezeichnen. Nur wenige Forscher glauben, daß es sich bei den spärlichen Symbolzeichen der Vinča-Kultur, die in das 5. Jahrtausend v. Chr. datiert werden, um eine tatsächliche Schrift handelt. Die ägyptischen Hieroglyphen werden oft als eine aus Vorderasien importierte Idee angesehen; neuere Funde von Günter Dreyer in Ägypten stellen diese Lehrmeinung allerdings in Frage, und er vermutet eine eigenständige Erfindung. In China und Mittelamerika (Maya) wurde die Schrift ebenfalls unabhängig entwickelt. Andere Ausprägungen der Schrift sind meistens direkte Übertragungen von einer Kultur zu einer anderen (etwa die Entwicklung des lateinischen aus dem griechischen Alphabet). In einigen Fällen hat die Beobachtung, dass eine fremde Kultur eine Schrift besitzt, die Entwicklung einer eigenen Schrift bewirkt (die Silbenschrift der Cherokee). Der uns heute bekannten Schrift gehen Felszeichnungen, z.B. in der Höhle von Lascaux, vor ca. 20 000 Jahren voraus. Seit Zehntausenden von Jahren benutzen Menschen Zeichen oder Bilder, um Botschaften zu hinterlassen. Von Schrift kann aber erst gesprochen werden, wenn ein festgelegtes Zeichensystem zum Ausdruck für verschiedene Informationen zur Verfügung steht. Bereits in der Jungsteinzeit (Neolithikum) wurden Steine mit geometrischen Linien hergestellt, von denen die Forschung mit einiger Gewissheit sagen kann, dass sie zum Zählen dienten. Diese Steine wurden entsprechend lateinisch calculi genannt, woraus sich das französische calcul (Rechnen, Rechnung) und das deutsche kalkulieren ableiten. Zur Entwicklung der Schreibschrift in Deutschland siehe Schreibschrift

Schriftklassifikation

In der westlichen Welt gibt es verschiedene Schriftklassifikationsmodelle, die voneinander teils erheblich abweichen. Davon sind in Deutschland insbesondere zwei Modelle gebräuchlich:

DIN 16518

Die Norm DIN 16518 aus dem Jahr 1964 teilt Bleisatzschriften in elf Gruppen ein:
- Venezianische Renaissance-Antiqua (Stichwort Antiqua)
- Französische Renaissance-Antiqua
- Barock-Antiqua
- Klassizistische Antiqua
- Serifenbetonte Linear-Antiqua (Egyptienne)
- Serifenlose Linear-Antiqua (Grotesk)
- Antiqua-Varianten
- Schreibschriften
- Handschriftliche Antiqua
- Gebrochene Schriften
- Fremde Schriften Die Schriftklassifikation entspricht dabei der historischen Entwicklung und berücksichtigt besonders detailliert die im deutschen und westeuropäischen Sprachbereich üblichen lateinischen Schriften. In anderen Ländern gibt es vergleichbare Einteilungen.

Matrix Beinert

Ein modernes Schriftklassifikationsmodell für das Electronic Publishing ist die Matrix Beinert, welche 2001 vom deutschen Typographen Wolfgang Beinert erarbeitet wurde. Sie ordnet westeuropäische Druck- und Bildschirmschriften sowie Bildzeichen in eine Matrix von neun Hauptgruppen.

Literatur

Eine besondere Herausforderung stellt die Entzifferung alter Schriften dar. Oft gelingt sie, wenn ein Text mit Übersetzungen gefunden wird, oder wenn man die Sprache oder einen Dialekt der Sprache kennt. Viele Schriften konnte man entziffern, eine Reihe geben aber noch Rätsel auf.

Bücher


- Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1983, ISBN 3-520-45201-4
- Florian Coulmas: The Blackwell Encyclopedia of Writing Systems. Blackwell, New York, 1996, ISBN 0-631-21481-X
- Florian Coulmas: Writing Systems. An Introduction to their linguistic analysis. Cambridge University Press, Cambridge 2003, ISBN 0-521-78737-8
- Werner Ekschmitt: Das Gedächtnis der Völker. Hieroglyphen, Schriften und Schriftfunde, Heyne, München 1980, ISBN 3-453-01058-2
- Ernst Doblhofer: Die Entzifferung alter Schriften und Sprachen. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1993, ISBN 3-15-008854-2
- Carl Faulmann: Schriftzeichen und Alphabete aller Zeiten und Völker. Weltbild, Freiburg 2003 (Reprint von 1898), ISBN 3-8289-0799-7
- Karoly Földes-Papp, Vom Felsbild zum Alphabet - die Geschichte der Schrift von ihren frühesten Vorstufen bis zur modernen lateinischen Schreibschrift. Chr. Belser Verlag, Stuttgart, 1966, ISBN 3-811-20007-0
- Harald Haarmann: Geschichte der Schrift. C. H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47998-7
- Harald Haarmann: Universalgeschichte der Schrift. Campus Verlag, Frankfurt/Main; New York 1990, ISBN 3-593-34346-0
- Hans Jensen: Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart. 1987(Reprint). ISBN 3326002327
- Werner König: dtv-Atlas zur deutschen Sprache. Tafeln und Texte. München 1985, ISBN 3-423-03025-9
- Andrew Robinson: Die Geschichte der Schrift. 2004. ISBN 3491961297

Aufsätze


- Herbert E. Brekle: Vom Rinderkopf zum Abc. Spektrum der Wissenschaft, April 2005, S. 44 - 51 (2005),

Verweise

Schriftsprache, Medientheorie, Portal:Schrift, Alphabet, Analphabetismus, Buchdruck, Typografie, Manuskript, Orthografie, Schreiben, Schreibschrift, Schriftreform, Schriften der Welt, Sonderschrift, Geschichte der Schrift

Download von Schriften


- [http://www.omniglot.com/links/fonts.htm Omniglot]
- [http://www.vistawide.com/languages/foreign_language_fonts.htm Schriften für Fremdsprachen] - Zahlreiche Schriftarten für über 40 Sprachen kostenlos herunterladen

Weblinks


- [http://www.profil.at/index.html?/articles/0523/560/114219_s2.shtml Der Wiener Altorientalist und Archäologe Gebhard Selz über die Anfänge der Schrift]
- [http://www.typolis.de/version1/ www.typolis.de Typografie, Schrift und Gestaltung]
- http://www.schriftgrad.de/ - Alphabete, Typologie, Typografie, Schriftkunst, Glossar und vieles mehr
- http://www.schriften-lernen.de/ - Exotische Schriften lernen - leicht gemacht
- [http://www.holger-rada.de/themen/Schrift-%20und%20Druckgeschichte.pdf Schrift- und Druckgeschichte]
- [http://www.typolexikon.de/s/schriftklassifikation-bei.html Beinert, Wolfgang: Typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie, Die Schriftklassifikation Matirx Beinert]
- [http://www.designguide.at/typologie.html Typologie der Schrift] Kategorie:Schrift zh-min-nan:Bûn-jī hē-thóng

Tironische Noten

Die Tironischen Noten sind ein römisches Kurzschriftsystem, das im ersten vorchristlichen Jahrhundert von Marcus Tullius Tiro, dem Privatsekretär Ciceros, zum Mitschreiben von Reden und Gerichtsverhandlungen entwickelt wurde und rund 4.000 Zeichen umfasste. Tiro unterrichtete jugendliche Senatoren in seinen Noten, und diese zeichneten damit am 5. Dezember 63 v. Chr. die Anklagerede gegen Catilina nach dem Verfahren der Schreibrunde auf. Im Frankenreich wurden die tironischen Noten zu einer Sonderschrift der Geistlichen, die hauptsächlich wegen der Raumersparnis verwendet wurde. Für den Alltagsgebrauch waren die Noten zu schwierig. Bald verstand niemand mehr, wie die Noten aufgebaut waren. So mussten sie auswendig gelernt werden. Im Mittelalter wurden die tironischen Noten auf 13.000 Zeichen erweitert und zum Korrigieren, Exzerpieren und Kommentieren von Handschriften verwendet. Einige Tironische Noten wurden bis ins 17. Jahrhundert in ganz Westeuropa verwendet. Als einzige tironische Note wird das et (Unicode U+204A "⁊") heute noch verwendet, und zwar im Irischen statt &.

Weblinks


- [http://www.typolexikon.de/t/tironische-noten.html TypoAkademie München: Tironische Noten]
- [http://www.mgh-bibliothek.de/cgi-bin/hs_b_16/hs_b_16.html Karl Eberhard Henke: Über Tironische Noten] Handschrift B 16 der Bibliothek der Monumenta Germaniae Historica, ca. 1960 Kategorie:Stenografie Kategorie:Römische Geschichte Kategorie:Paläografie Kategorie:Schreibtechnik

Bundestag

Als Bundestag bezeichnet man
- das Parlament der Bundesrepublik Deutschland, siehe Deutscher Bundestag
- den Bundestag des Deutschen Bundes, siehe Bundestag (Deutscher Bund)
- das höchste Gremium des Deutschen Fußballbundes ja:連邦議会

Isaac Pitman

Isaac Pitman (
- 4. Januar 1813 in Trowbridge, Wiltshire; † 22. Januar 1897 in Bath) arbeitete 1837 eine eigene Kurzschrift aus, in der er die englische Sprache nach phonetischen Gesichtspunkten analysiert hatte, und nannte sie deshalb Lautschrift (phonography). Er teilte seine Kurzschrift in eine Schulschrift (learners style) für Anfänger und eine Redeschrift (corresponding style/reporting style) für Fortgeschrittene ein. Pitman, Isaac Pitman, Isaac Pitman, Isaac

Franz Xaver Gabelsberger

Franz Xaver Gabelsberger (
- 9. Februar 1789 in München; † 4. Januar 1849 in München) war der Erfinder des flüchtigen (grafischen oder kursiven) Kurzschriftsystems und damit der Vorläufer der heute gebräuchlichen Deutschen Einheitskurzschrift. Franz Xaver Gabelsberger, dessen Vater, ein Blasinstrumenten-Hersteller aus München, früh starb, kam in eine Klosterschule und schloss diese mit dem Abitur ab. Da es an den erforderlichen Mitteln fehlte und Gabelsberger zudem gesundheitlich nicht dazu in der Lage war, konnte er nicht studieren. Aus diesem Grund ging er in den bayrischen Staatsdienst und wurde dort bereits mit 21 Jahren Kanzlist. Seinen Vorgesetzten waren seine ausgesprochen schöne Handschrift und seine Fertigkeiten in der Kalligrafie und Lithografie aufgefallen. Gabelsberger bemerkte bald, dass es an einem Schriftsystem mangelte, mit dem man schnell schreiben und sich damit die Arbeit erleichtern konnte. Im Alter von 28 Jahren begann er dann sein System zu entwickeln. Durch die Einrichtung von Parlamenten in den süddeutschen Monarchien, die von Napoleon geschaffen worden waren (Baden, Bayern und Württemberg) wurde eine Kurzschrift benötigt. Das System von Gabelsberger setzte sich in diesem Bereich und in der Folge auch in den Verwaltungen rasch durch. So wurde Gabelsberger der erste Stenograf des Bayerischen Landtags. Rasch wurde sein System auch in den meisten anderen Parlamenten eingeführt. Gabelsberger, inzwischen zum Ministerialsekretär aufgestiegen, bekam von der Akademie der Wissenschaften in München bescheinigt, dass sein System „durchaus originell und bei hinreichender Kürze geläufiger, zuverlässiger und lesbarer als jede frühere anzusehen“ sei. Die bayrische Abgeordnetenkammer gewährte Gabelsberger in der Folge jährlich tausend Gulden, von denen er die Hälfte für sich, die andere Hälfte zur Förderung seiner Stenoschüler zu verwenden hatte. Im Jahre 1834 veröffentlichte er sein Kurzschrifttsystem unter dem Titel „Anleitung zur deutschen Redezeichenkunst“. Er verbesserte sein System immer weiter, gab auch Unterrichtsmaterialien heraus und unterrichtete seine Schüler. 1843 folgte eine weitere Schrift „Neue Vervollkommnung in der deutschen Redezeichenkunst oder Stenografie“ 1849 traf ihn auf einer Straße in München ein Schlaganfall, an dessen Folgen er starb. Sein System wurde Grundlage für die heute genutzten kursiven Stenografiesysteme sowohl im deutschen Sprachraum als auch in weiten Teilen Ost- und Nordeuropas.

Weblinks


- Gabelsberger, Franz Xaver Gabelsberger, Franz Xaver Gabelsberger, Franz Xaver

1789

Ereignisse


- 4. März: Die Verfassung der USA tritt in Kraft
- 5. Mai: Die französischen Generalstände treten zusammen
- 17. Juni: Die Abgeordneten des französischen Dritten Standes (90 % der Bevölkerung) erklären sich zur Nationalversammlung
- 20. Juni: Der Ballhausschwur des französischen dritten Standes in Versailles ist der erste Schritt der Französischen Revolution
- 14. Juli: Sturm auf die Bastille in Paris, Beginn der Französischen Revolution
- 26. August: Die französische Nationalversammlung beschließt die Deklaration der Menschenrechte. Der König lehnt diesen Beschluss ab
- 17. September Wilhelm Herschel entdeckt den Saturnmond Mimas

Kultur


- 26. Januar: Uraufführung der komischen Oper Der Schulz im Dorf oder Der verliebte Herr Doctor von Justin Heinrich Knecht in Biberach
- 29. Juli: Uraufführung der Oper Claudine von Villa Bella von Johann Friedrich Reichardt am Schloßtheater Berlin-Charlottenburg
- 16. Oktober: Uraufführung der Oper Brenno von Johann Friedrich Reichardt an der Königlichen Oper in Berlin

Geboren


- 3. Januar: Carl Gustav Carus, deutscher Naturwissenschaftler und Maler († 1869)
- 15. Januar: Joseph Ignatz Peter, Teilnehmer an der Badischen Revolution 1848/49 († 1872)
- 26. Januar: Józef Damse, polnischer Komponist († 1852)
- 27. Januar: Alexander von Dusch, Badischer Minister († 1876)
- 30. Januar: Heinrich Julius Holtzmann, Shakespeare-Übersetzer
- 30. Januar: Wolf Baudissin, deutscher Diplomat, Schriftsteller und Übersetzer († 1878)
- 2. Februar: Carl Alexander Heideloff, deutscher Architekt und Denkmalpfleger († 1865)
- 9. Februar: Franz Xaver Gabelsberger, deutscher Erfinder († 1849)
- 10. Februar: Carl Gustav Jochmann, deutscher Publizist († 1830)
- 16. März: Georg Simon Ohm, deutscher Physiker († 1854)
- 15. April: Antal Deák, Politiker († 1842)
- 10. Mai: Jared Sparks, US-amerikanischer Geschichtsschreiber († 1866)
- 28. Mai: Bernhard Ingemann, dänischer Schriftsteller († 1862)
- 20. Juni: Friedrich Wilhelm Carové, deutscher Jurist, Germanist und Philosoph († 1852)
- 30. Juni: Horace Vernet, französischer Militärmaler und Lithograph († 1863)
- 3. Juli: Friedrich Overbeck, Deutscher Maler, Zeichner und Illustrator († 1869)
- 4. August: Roch-Amboise-Auguste Bébian, erster Beherrscher der Gebärdensprache, ohne selbst behindert zu sein († 1839)
- 6. August: Friedrich List, deutscher Nationalökonom und Politiker († 1846)
- 21. August: Augustin Louis Cauchy, französischer Mathematiker († 1857)
- 28. August: Stéphanie de Beauharnais, Adoptivtochter von Napoléon Bonaparte († 1860)
- 9. September: William Cranch Bond, US-amerikanischer Astronom († 1859)
- 15. September: James Fenimore Cooper, US-amerikanischer Schriftsteller († 1851)
- 29. September: Peter Joseph Lenné, Gärtner und Landschaftsarchitekt († 1866)
- 3. Oktober: Sir Henry Pottinger, britischer Kolonialbeamter († 1856)
- 5. Oktober: William Scoresby, britischer Seefahrer und Forscher († 1857)
- 14. Oktober: Agustín Durán, war ein spanischer Kritiker († 1862)
- 14. Oktober: Augustin Duran, spanischer Literaturwissenschaftler († 1862)
- 25. Oktober: Samuel Heinrich Schwabe, deutscher Astronom († 1875)
- 12. November: Philipp Jakob Siebenpfeiffer, politischer Publizist († 1845)
- 12. November: Stephan Metz, Mainzer Bürgermeister († 1850)
- 14. Dezember: Johannes Hegetschweiler, Schweizer Mediziner, Botaniker und Politiker († 1839)

Gestorben


- 5. Januar: Christian Andreas Cothenius, war Arzt in Deutschland (
- 1708)
- 15. Januar: Johann Baptist Wenzel Bergl, Maler (
- 1718)
- 21. Januar: Paul Heinrich Dietrich von Holbach, in Paris lebender deutschstämmiger Baron (
- 1723)
- 23. Januar: John Cleland, britischer Schriftsteller (
- 1709)
- 2. Februar: Armand-Louis Couperin, war Komponist und Organist (
- 1727)
- 26. Februar: Eclipse, britisches Pferd (
- 1764)
- 25. März: Julie von Voß, Gräfin von Ingenheim (
- 1766)
- 7. April: Abdülhamid I., war vom 21. Januar 1774 bis zum 7. April 1789 Sultan des Osmanischen Reiches (
- 1725)
- 19. Mai: Giuseppe Bonito, italienischer Maler (
- 1707)
- 2. Juli: Johann Philipp Lorenz Withof, Professor für Geschichte, Beredsamkeit und Moral (
- 1725)
- 11. September: Luka Sorkočević, kroatischer Diplomat und Komponist (
- 1734)
- 22. November, Sophie Friederike Hensel, Schauspielerin (
- 1738)
- 23. Dezember: Charles Michel de l'Epée, wurde vor allem bekannt als der Gründer der ersten Schule für Taube der Welt (
- 1712) ko:1789년 simple:1789

Heinrich August Wilhelm Stolze

Heinrich August Wilhelm Stolze (
- 20. Mai 1798 in Berlin, † 8. Januar 1867 in Berlin) war ein deutscher Stenograf. Er gilt neben Gabelsberger als bedeutendster Schöpfer eines Stenografie-Systems im deutschsprachigen Raum. Stolze war Sohn eines Schuhmachermeisters und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Da er Pfarrer werden wollte besuchte er ab 1809 das Joachimsthalsche Gymnasium zu Berlin. Wegen fehlender Mittel konnte er jedoch sein Studium nicht beginnen und wurde 1817 Angestellter der Berliner Feuerversicherungsgesellschaft, in dem er bis 1835 arbeitete. Danach verdiente er seinen Unterhalt als Privatlehrer und beschäftigte sich mit der Kurzschrift. 1840 hatte er das Manuskript für ein Lehrbuch des von ihm entwickelten Kurzschriftsystems fertig, es fehlten im allerdings die Mittel, es drucken zu lassen. Mit einem Zuschuss des preußischen Unterrichtsministeriums konnte es dann 1841 unter dem Titel „Theoretisch-praktisches Lehrbuch der deutschen Stenografie, für höhere Schulen und zum Selbstunterricht. Nach einer neue Methode, welche Kürze und Vollständigkeit der Bezeichnungen miteinander verbindet“ erscheinen. Sein Stenografiesystem fußte vor allem auf dem von Gabelsberger, er kannte jedoch auch die anderen, damals bekannten älteren Systeme. Zudem hatte er die sprachwissenschaftlichen Arbeiten von Grimm und Wilhelm von Humboldt studiert und berücksichtigt. Sein System sollte nicht nur für Berufsstenografen, etwa in Parlamenten und Behörden geeignet, sondern auch von der breiten Bevölkerung erlernbar sein. Weder mit seinem Buch noch mit seinen Versuchen, die Kurzschrift an Schulen einzuführen, hatte Stolze Erfolg. Erst die Gründung des ersten Kurzschriftvereins in Berlin 1844 – mit der Unterstützung seiner Schüler Agathon Jaquet und Karl Gottlieb Kreßler – und der Veröffentlichung eines neuen, kürzeren Lehrbuches 1845 half, sein System vor allem in Norddeutschland zu verbreiten. 1847 wurde ein stenografisches Büro beim preußischen Landtag eingerichtet, in dem Stolze eine Anstellung fand, jedoch nach kurzer Zeit „wegen ungenügender Leistungen“ wieder entlassen wurde. Bis zu seinem Tode arbeitete er in verschiedensten Stellungen als Stenograf sowie als Privatgelehrter. Wilhelm Stolze ist auf dem Domfriedhof der St.-Hedwigs-Gemeinde in Berlin, Liesenstraße 8 (Mitte) beigesetzt.

Literatur


- Christian Johnen: Allgemeine Geschichte der Kurzschrift. 4., völlig neubearb. Aufl., Berlin, Apitz, 1940
- Laurenz Schneider / Georg Blauert: Geschichte der deutschen Kurzschrift. Wolfenbüttel, Heckners, 1936 Stolze, Wilhelm Stolze, Wilhelm Stolze, Wilhelm

Heinrich Roller

Christian Heinrich Roller (Ps. Roland vom Hochplateau,
- 10. März 1839 in Berlin; † 6. September 1916 ebd.) war ein deutscher Stenograph. Heinrich Roller bereitete sich während seiner Tischlerlehre auf den Beruf des Zeichenlehrers vor. Im Berliner Handwerkerverein erlernte er 1859 die von Arends entworfene Kurzschrift, die er später maßgeblich verbesserte. Am 25. November 1925 wurde die Heinersdorfer Straße (1866-1925) in Berlin-Prenzlauer Berg ihm zu Ehren in Heinrich-Roller-Straße umbenannt. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der Pappelallee.

Werke


- Humoristische Erinnerungen aus dem alten Berlin. Eine Reise kurzweiliger und belehrender Erzählungen aus der Mitte dieses Jahrhunderts. 4. Aufl. Berlin: Selbstverlag das Verfassers, [o.J.]
- Vollständiger Lehrgang einer einfachen, in wenigen Stunden erlernbaren Stenographie für den Schul-, Korrespondenz- und parlamentarischen Gebrauch. 26. Aufl. Berlin: Selbstverlag des Verfassers, 1889. Roller, Heinrich Roller, Heinrich Roller, Heinrich Roller, Heinrich Roller, Heinrich Roller, Heinrich

Ferdinand Schrey

Ferdinand Schrey (
- 19. Juli 1850 in Elberfeld (Heute zu Wuppertal); † 2. Oktober 1938 in Berlin) ist einer der Mitbegründer der Stenografie. Schrey absolvierte zunächst eine Banklehre, widmete sich jedoch zugleich Sprachstudien. Nach Abschluss der Lehre nahm er eine Stelle als Korrespondent für Englisch und Französisch an. Nach seiner Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 nahm er eine Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter in Barmen auf. Er wurde auch Teilhaber einer Knopffabrik. 1874 erlernte Schrey das stenografische System nach Franz Xaver Gabelsberger. Er veröffentlichte 1877 die so genannten „Solinger Thesen“. Hiermit sollte das System Gabelsberger in eine Korrespondenz- und eine Redeschrift aufgeteilt werden. Mit diesem Vorschlag konnte er sich jedoch nicht durchsetzen. Er entwickelte daher ein eigenes deutlich vereinfachtes System. 1887 erschien ein entsprechendes Lehrbuch. Aufgrund der leichten Erlernbarkeit setzte sich das System schnell durch. 1885 hatte Schrey die Agentur für die Hammond-Schreibmaschine übernommen und wurde Alleinvertreter dieser Firma. 1891 gründete er ein eigenes großes Schreibmaschinengeschäft in Berlin. Später gründete er einen stenografischen Verlag. Er richtete die erste Ausbildungsstätte für Stenotypistinnen ein. Die Wortschöpfung „Stenotypistin“ geht auf ihn zurück. Mit dem System von Schrey konkurrierte das System von Wilhelm Stolze. Es kam zu Einigungsverhandlungen zwischen den Vertretern der Systeme, in deren Ergebnis am 9. August 1897 das Einigungssystem Stolze-Schrey in einer Systemurkunde festgelegt wurde. Das System betreibt eine reine Auslautvokalisation. Es fand eine weite Verbreitung, vor allem in Norddeutschland. In der deutschsprachigen Schweiz ist es auch heute noch das führende Stenografiesystem. In Deutschland und Österreich erfolgte 1924 die Einführung der Deutschen Einheitskurzschrift. Diese stellte einen Kompromiss zwischen den Systemen Stolze-Schrey und Gabelsberger dar.

Weblinks


- Schrey, Ferdinand Schrey, Ferdinand Schrey, Ferdinand

Karl Scheithauer

Karl Friedrich Scheithauer (
- 21. September 1873 in Xions, Provinz Posen; † 1963) war ein deutscher Schriftsteller und Stenograph. Scheithauer besuchte zunächst das Gymnasium in Ostrowo und kam 1891 als Stenograph in das Schreibmaschinengeschäft von Ferdinand Schrey. Dort kam er unter anderem mit den Gedanken von Carl Faulmann in Kontakt und wurde Anhänger dieser Schule. Er war vor allem von Faulmanns Gedanken, eine Kurzschrift als allgemeines Verständigungs- und Verkehrsmittel für das ganze Volk zu schaffen, mit der er schließlich die gewöhnliche Schrift ersetzen wollte, begeistert. Im September 1891 stellte Scheithauer einen Entwurf einer buchstäblichen, "für jedermann lesbaren" Kurzschrift vor. 1896 veröffentlichte er dann eine Fortentwicklung dieses Systems, der dann 1913 die "Alphabetische Stenographie Scheithauer" folgte. Scheithauers Schrift ist außerordentlich einfach, leicht erlernbar und leicht lesbar. Seine Schrift wurde für viele Sprachen ausgearbeitet, so für Englisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch. Auch für Altgriechisch, Lateinisch und Esperanto gibt es Bearbeitungen und Scheithauer selbst hat für die Weltsprache Volapük 1887 Kurzschrift angewandt. Quelle: Schneider/Blauert: Geschichte der deutschen Kurzschrift. Scheithauer

20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert begann am 1. Januar 1901. Allerdings erließ der damalige Kaiser Wilhelm II. ein Dekret, welches in Deutschland den Beginn des neuen Jahrhundert auf den 1. Januar 1900 legte. Das 20. Jahrhundert zählt zur Epoche der Neuzeit und endete am 31. Dezember 2000.

Ereignisse/Entwicklungen


- Erster Weltkrieg (19141918)
- sozialistische und kommunistische Revolutionen in Europa, Asien und Amerika (vergleiche Kommunistische Partei)
  - Oktoberrevolution (1917)
  - Novemberrevolution (1918)
  - Chinesische Revolution (1949)
    - infolge: Okkupation Tibets durch die chinesische Volksbefreiungsarmee (1951)
  - Kubanische Revolution (1959)
- Zweiter Weltkrieg (19391945)
  - Holocaust und Shoa
- Kalter Krieg (Beginn um 1945, Ende etwa 1991)
  - Koreakrieg (19501953)
  - Mauerbau (1961)
  - Kubakrise (1962)
  - Vietnamkrieg (1964-1975)
- Teilung Deutschlands, Gründung der Bundesrepublik und Verkündung des Grundgesetzes (19451949)
- Nahostkonflikt
  - Palästinakrieg (1948)
  - Sechs-Tage-Krieg (1967)
  - Jom-Kippur-Krieg (1973)
  - Intifada (ab 1987)
- die Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet 1948 in Form einer UNO-Resolution die Gemeinsame Erklärung der Menschenrechte
- Viele ehemaligen Kolonien werden unabhängig.
- Kulturrevolution in der Volksrepublik China (1966-1976)
- Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (26. April 1986)
- Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahre 1990

Erfindungen und Entdeckungen


- Elektronik (erst mit Röhren, dann mit Transistoren)
  - Röhre
  - Transistor
  - Computerchip
- Funktechnik
  - Radio
  - Fernseher
  - Mobilfunk
- DNA-Struktur
  - Gentechnik
- Flugzeug
- Raumfahrt
  - Erste Mondlandung
- Kernenergie
  - Kernreaktor
  - Atombombe
- Internet

Persönlichkeiten

Politik und Adel


- Konrad Adenauer (Bundesrepublik Deutschland)
- Bhimrao Ramji Ambedkar
- Askar Akajew (Kirgisien)
- Salvador Allende (Chile)
- Jassir Arafat (Palästinenser)
- Kemal Atatürk (Türkei)
- Clement Attlee (Großbritannien)
- Menachem Begin (Israel)
- David Ben Gurion (Israel)
- Jean Bedel Bokassa
- Pieter Willem Botha (Südafrika, Apartheid)
- Elizabeth Bowes-Lyon (Großbritannien)
- Willy Brandt (Bundesrepublik Deutschland)
- Leonid Iljitsch Breschnew (UdSSR)
- George Herbert Walker Bush (USA)
- Heinrich Brüning (Weimarer Republik)
- Jimmy Carter (USA)
- Fidel Castro (Kuba)
- Nicolae Ceauşescu (Rumänien)
- Neville Chamberlain (Großbritannien)
- Jacques Chirac (Frankreich)
- Nikita Chruschtschow (UdSSR)
- Winston Churchill (Großbritannien)
- Dalai Lama Tibet
- Frederik Willem de Klerk (Südafrika)
- Deng Xiaoping (Volksrepublik China)
- Alexander Dubček (Tschechoslowakei)
- Friedrich Ebert (Deutschland)
- Dwight D. Eisenhower (USA)
- Ludwig Erhard (Bundesrepublik Deutschland)
- Valéry Giscard d'Estaing (Frankreich)
- Gerald Ford (USA)
- Francisco Franco (Spanien)
- Mahatma Gandhi (Indien)
- Hans-Dietrich Genscher (Deutschland)
- Mao Zedong (Volksrepublik China)
- Charles de Gaulle (Frankreich)
- Michail Gorbatschow (UdSSR)
- Paul von Hindenburg (Weimarer Republik)
- Adolf Hitler (Drittes Reich)
- Ho Chi Minh (Vietnam, Vietcong, Vietnamkrieg)
- Saddam Hussein (Irak)
- Juan Carlos (Spanien)
- John F. Kennedy (USA)
- Ruhollah Khomeni (Iran, Islamische Revolution)
- Martin Luther King (USA, Bürgerrechtsbewegung)
- Helmut Kohl (Bundesrepublik Deutschland)
- Wladimir Iljitsch Lenin (Russland, Oktoberrevolution)
- Karl Liebknecht (Deutschland, Sozialismus)
- Patrice Lumumba (Kongo)
- Rosa Luxemburg (Deutschland, Sozialismus)
- Nelson Mandela (Südafrika, ANC)
- Golda Meïr (Israel)
- François Mitterrand (Frankreich)
- Jean Monnet Frankreich
- Muhammad Husni Mubarak (Ägypten)
- Benito Mussolini (Italien)
- Augusto Pinochet Ugarte (Chile, Militärjunta)
- Pol Pot (Kambodscha)
- Jitzhak Rabin (Israel)
- Fürst Rainier (Monaco)
- Ronald Reagan (USA)
- Franklin D. Roosevelt (USA)
- Anwar as-Sadat (Ägypten)
- Ariel Scharon (Israel)
- Josef W. Stalin (UdSSR)
- Gustav Stresemann (Weimarer Republik)
- Robert Schuman (Frankreich)
- Margaret Thatcher (Großbritannien)
- Lew Dawidowitsch Trotzkij (Russland, Oktoberrevolution, UdSSR)
- Harry S. Truman (USA)
- Balthazar Johannes Vorster (Südafrika, Apartheid)
- Lech Wałęsa (Polen)
- Shimon Peres (Israel)
- Malcolm X (USA)

Naturwissenschaftler, Ärzte und Ingenieure


- Noam Chomsky (Linguistik)
- Francis Crick (Molekularbiologie)
- Niels Bohr (Physik)
- Paul Dirac (Physik)
- Albert Einstein (Physik)
- Enrico Fermi (Physik)
- Alexander Fleming (Medizin)
- Otto Hahn (Physik)
- Stephen Hawking (Physik)
- Werner Heisenberg (Physik)
- Edwin Hubble (Physik)
- Lise Meitner (Physik)
- Max Planck (Physik)
- Erwin Schrödinger (Physik)
- James D. Watson (Biologie)
- Chien-Shiung Wu (Physik)
- Konrad Zuse (Informatik)

Sozialwissenschaftler & Philosophen


- Theodor W. Adorno (Kritische Theorie)
- Kurt Gödel (Philosophie der Mathematik)
- Martin Heidegger (Phänomenologie)
- Claude Lévi-Strauss (Strukturalismus)
- Niklas Luhmann (Soziologische Systemtheorie)
- Karl Popper (Kritischer Rationalismus)
- Willard Van Orman Quine (Philosophische Logik)
- Jean-Paul Sartre (Existenzialismus)
- Ludwig Wittgenstein (Analytische Philosophie)

Künstler


- Ernst Barlach
- Max Beckmann
- Joseph Beuys
- Constantin Brancusi
- George Braque
- Marc Chagall
- Giorgio de Chirico
- Le Corbusier
- Enzo Cucchi
- Salvador Dalí
- Otto Dix
- Jacob Epstein
- Max Ernst
- Marcel Duchamp
- Lyonel Feininger
- Juan Gris
- Walter Gropius
- Erich Heckel
- Friedensreich Hundertwasser
- Frida Kahlo
- Wassily Kandinsky
- Anselm Kiefer
- Ernst Ludwig Kirchner
- Paul Klee
- Yves Klein
- Gustav Klimt
- Oskar Kokoschka
- Käthe Kollwitz
- Jannis Kounellis
- Roy Lichtenstein
- René Magritte
- Marino Marini
- Henri Matisse
- Joan Miró
- Amedeo Modigliani
- Piet Mondrian
- Henry Moore
- Edvard Munch
- Emil Nolde
- Pino Pascali
- Renzo Piano
- Pablo Picasso
- Max Pechstein
- Jackson Pollock
- Auguste Rodin
- Ludwig Mies van der Rohe
- Mark Rothko
- Henri Rousseau
- Karl Schmidt-Rottluff
- Kurt Schwitters
- Andy Warhol
- Frank Lloyd Wright

Schriftsteller


- Douglas Adams
- Isabel Allende
- Jorge Amado
- Luis Aragon
- Isaac Asimov
- Miguel Ángel Asturias
- James Baldwin
- Johannes R. Becher
- Samuel Beckett
- Heinrich Böll
- Wolfgang Borchert
- Jorge Luis Borges
- Bertolt Brecht
- André Breton
- Mikhail Bulgakov
- Basil Bunting
- Italo Calvino
- Albert Camus
- Truman Capote
- Agatha Christie
- Rubén Darío
- Friedrich Dürrenmatt
- Umberto Eco
- Ilja Ehrenburg
- Paul Éluard
- Michael Ende
- Hans Fallada
- William Faulkner
- F. Scott Fitzgerald
- Max Frisch
- Gabriela Mistral
- Edward Morgan Forster
- Carlos Fuentes
- Allen Ginsberg
- Noah Gordon
- Günter Grass
- Alamgir Hashmi
- Gerhart Hauptmann
- Ernest Hemingway
- Hermann Hesse
- Stefan Heym
- Nazim Hikmet
- Aldous Huxley
- Ödön von Horváth
- Elfriede Jelinek
- James Joyce
- Erich Kästner
- Franz Kafka
- Yasunari Kawabata
- Stephen King
- Rudyard Kipling
- Ephraim Kishon
- Milan Kundera
- Selma Lagerlöf
- Phillip Larkin
- Else Lasker-Schüler
- Halldór Laxness
- Harper Lee
- Stanisław Lem
- Astrid Lindgren
- Federico García Lorca
- Antonio Machado
- Andre Malraux
- Henning Mankell
- Thomas Mann
- Heinrich Mann
- Gabriel García Márquez
- Arthur Miller
- Margaret Mitchell
- Alan Moore
- Toni Morrison
- Vladimir Nabokov
- Pablo Neruda
- George Orwell
- Boris Leonidowitsch Pasternak
- Fernando Pessoa
- Ezra Pound
- Marcel Proust
- Horacio Quiroga
- Ayn Rand
- Charles Reznikoff
- J.K. Rowling
- Francoise Sagan
- Antoine de Saint-Exupéry
- Jerome David Salinger
- Bhisham Sahni
- Jean-Paul Sartre
- Arthur Schnitzler
- Anna Seghers
- Upton Sinclair
- George Bernard Shaw
- Alexander Solschenizyn
- Gertrude Stein
- John Steinbeck
- Amy Tan
- J.R.R. Tolkien
- John Updike
- Virginia Woolf
- W. B. Yeats Siehe auch: Literaturkalender

Musik


- John Cage, Gustav Mahler, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Anton Webern, Alban Berg, Karlheinz Stockhausen, Philip Glass, Béla Bartók
- Beatles, Rolling Stones, Pink Floyd, Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Frank Sinatra, Madonna
- Jazz, Rock, Pop, Rap & Hip Hop, Elektronische Musik

Film


- Mario Adorf
- Addi H.
- Hans Albers
- Ingrid Bergman
- Humphrey Bogart
- Marlon Brando
- Luis Buñuel
- Charles Chaplin
- Francis Ford Coppola
- Bette Davis
- James Dean
- Louis de Funes
- Robert de Niro
- Marlene Dietrich
- Cecil B. DeMille
- Clint Eastwood
- Bernd Eichinger
- Sergej Eisenstein
- Rainer Werner Fassbinder
- Federico Fellini
- Victor Fleming
- Clark Gable
- David Griffith
- Alec Guinness
- Audrey Hepburn
- Katharine Hepburn
- Alfred Hitchcock
- Dustin Hoffman
- Stanley Kubrick
- Fritz Lang
- Sergio Leone
- George Lucas
- Marilyn Monroe
- Friedrich-Wilhelm Murnau
- Al Pacino
- Gregory Peck
- Sam Pekinpah
- Robert Redford
- Leni Riefenstahl
- Roberto Rossellini
- Heinz Rühmann
- Margaret Rutherford
- Arnold Schwarzenegger
- Peter Sellers
- Steven Spielberg
- Sylvester Stallone
- Erich von Stroheim
- Jacques Tati
- Elizabeth Taylor
- Spencer Tracy
- Sir Peter Ustinov
- Rudolph Valentino
- John Wayne
- Orson Welles
- Wim Wenders
- Billy Wilder

Trends


- Entwicklung von der Industriegesellschaft (Anfang des 20. Jahrhunderts) über die Dienstleistungsgesellschaft (70er Jahre) hin zur Informationsgesellschaft (Ende des 20. Jahrhunderts)
- Globalisierung
- Postmoderne

Siehe auch


- 100 Wörter des 20. Jahrhunderts
- Kurzes 20. Jahrhundert
- Ikonen der Moderne aus der westlichen Kultur 01-20 ! als:20. Jahrhundert ja:20世紀 ko:20세기 simple:20th century

Deutsche Einheitskurzschrift

Die Deutsche Einheitskurzschrift (DEK) ist ein deutsches Stenografie-System. Sie gliedert sich seit 1968 in Verkehrsschrift, Eilschrift und Redeschrift. Mit der Verkehrsschrift können etwa 100 bis 150 Silben in der Minute erreicht werden. Die Eil- und besonders die Redeschrift verwenden wesentlich mehr Kürzel-Zeichen sowie weitergehende Schriftvereinfachungen, die geübten Stenografen Schreibgeschwindigkeiten von 475 Silben pro Minute und mehr erlauben. Die Reform der Deutschen Einheitskurzschrift wurde nach jahrelanger Arbeit 1962 in Wien zum Abschluss gebracht und 1968 von der Kultusministerkonferenz in Mainz als Wiener Urkunde verabschiedet (Systemurkunde der Deutschen Einheitskurzschrift – Wiener Urkunde – vom 1. August 1968). Als Vater der Wiener Urkunde gilt Georg Paucker, der sich als Vertreter des DGB bei den Reformverhandlungen besonders für die einheitliche Verkehrsschrift eingesetzt hat.

Weblinks


- [http://urkunde.stenografie.com Wiener Urkunde]
- [http://www.steno.de Stenografenverein Buer e. V.]
- [http://www.dstj.de/ Deutsche Stenografenjugend]
- [http://www.stenografenbund.de/ Deutscher Stenografenbund e. V.]
- [http://www.steno-berlin.de/ Stenografenverein Berlin 1949 e. V.] Kategorie:Stenografie

Schweiz

Die Schweizerische Eidgenossenschaft (franz. Confédération suisse, ital. Confederazione Svizzera, rätoroman. Confederaziun svizra, lat. Confoederatio Helvetica), kurz Schweiz, ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa. Der Name Schweiz ist die ins Hochdeutsche übertragene Form des Kantonsnamens Schwyz, der auf die gesamte Eidgenossenschaft verallgemeinert wurde. Die Schweiz liegt zwischen Bodensee und Genfersee, Alpenrhein und Jura, Hochrhein und Alpensüdrand. Sie grenzt nördlich an Deutschland (345.7 km Grenzlänge), östlich an Liechtenstein (41.1 km) und Österreich (165.1 km), südlich an Italien (734.2 km). Der westliche Nachbar ist Frankreich mit 571.8 km gemeinsamer Grenzlänge.

In Kürze

Frankreich Die Schweiz ist geprägt von Gebirgen, Seen und Wäldern. Die Schweizer verstehen sich als «Willensnation» – sie bilden weder ethnisch noch sprachlich noch religiös eine Einheit. Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl speist sich aus der gemeinsamen Geschichte, den gemeinsamen Mythen, gemeinsamen politischen Grundhaltungen (Föderalismus, Volksrechte) und zum Teil aus dem Gefühl, in Europa einen Sonderfall zu bilden. Der Legende nach wurde die Eidgenossenschaft am 1. August 1291 auf der Rütli-Wiese gegründet. Der 1. August ist deshalb heute Nationalfeiertag. Die Schweiz in ihrer heutigen Form als föderalistischer Bundesstaat besteht seit 1848. Sie gliedert sich in 26 Kantone. Die ständige Wohnbevölkerung beträgt 7.4 Millionen, davon sind 20.6 % Ausländer. Die Lebenserwartung beträgt 82.8 Jahre für Frauen und 77.2 für Männer (BFS, 2005). Offizielle Landessprachen sind deutsch, französisch, italienisch und rätoromanisch. 41 % der Schweizer Bürger sind römisch-katholisch und 40 % sind evangelisch-reformiert. Die Schweiz ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von durchschnittlich 58'000 Schweizer Franken (38'000 Euro) pro Einwohner und Jahr eines der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt. Drei Viertel der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor tätig. Die Schweiz versteht sich als aussenpolitisch neutral. Sie ist Mitglied der UNO, der EFTA, des Europarats, der WTO, nicht aber der Europäischen Union. Das Landeskennzeichen der Schweiz ist «CH», für Confœderatio Helvetica, die lateinische Bezeichnung für Schweizerische Eidgenossenschaft.

Geografie

CH Die Schweiz gliedert sich in fünf geografische Räume, die klimatisch grosse Unterschiede aufweisen: den Jura, das Mittelland, die Voralpen, die Alpen und die Alpensüdseite. 38% (14'813 km²) der Schweizer Fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Davon sind 30.4% (12'522 km²) Wald. Überbaut sind 5.8% (2418 km²). 25.5 % (10'531 km²) – vorwiegend in den Bergen – gelten als unproduktive Naturfläche. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 220 km, die grösste West-Ost-Ausdehnung 348 km.

Geologie

Die geologische Struktur der Schweiz ist im Wesentlichen das Ergebnis einer Plattenkollision Afrikas und Europas während der letzten Jahrmillionen. Geologisch wird die Schweiz in fünf Hauptregionen eingeteilt: Die Alpen bestehen im Kern aus Granit, der Jura ist ein junges Faltengebirge aus Kalkstein. Zwischen dem Jura und den Alpen liegt das teils flache, teils hügelige Mittelland. Dazu kommen noch die Poebene im südlichsten Zipfel des Tessins, dem Mendrisiotto (Mendrisio), sowie die Oberrheinische Tiefebene um Basel, welche zum allergrössten Teil ausserhalb der Schweiz liegen.

Berge

Oberrheinische Tiefebene In der Schweiz gibt es insgesamt 74 Viertausender. Davon befinden sich 55 ganz in der Schweiz; 19 sind an der Grenze zu Italien. Die zwölf höchsten Berge der Schweiz befinden sich alle in den Walliser Alpen. Der höchste unter ihnen ist die Dufourspitze im Monte-Rosa-Gebirgsmassiv mit 4634 m. Die Dufourspitze ist damit gleichzeitig der höchste Punkt der Schweiz. Der im Ausland bekannteste Berg in den Schweizer Alpen ist das Matterhorn (4478 m) südlich von Zermatt. Im Berner Oberland bilden der Eiger (3970 m), der Mönch (4107 m) und die Jungfrau (4158 m) eine bekannte Dreiergruppe. Die markanten Punkte der Ostalpen sind der Piz Bernina (4049 m), der östlichste Viertausender der Alpen, und der Piz Palü (3901 m). In den Voralpen sind die Erhebungen deutlich tiefer, nicht desto weniger existieren hier bekannte Punkte, so der Luzerner Hausberg Pilatus (2032 m), der Titlis (3238 m), die Rigi (1797 m) im Kanton Schwyz oder der Säntis (2502 m) im Alpstein in der Ostschweiz. Erwähnenswert sind auch die Gebirge im Tessin. Die grösste Erhebung im Jura befindet sich in Frankreich, es ist der Crêt de la Neige mit 1718 m. Der höchste Schweizer Jura-Berg ist der Mont Tendre mit 1679 m. Der bekannteste Vertreter ist jedoch vermutlich das Chasseral (1607 m). Weitere Berge sind la Dôle (1677 m), Chasseron (1607 m) und le Suchet (1588 m). Siehe auch: Liste der Berge in der Schweiz Liste der Berge in der Schweiz]]

Seen

Die Schweiz hat aufgrund ihrer topographischen Struktur und vor allem aufgrund der Vergletscherung während der Eiszeiten viele Seen. Ein Grossteil sind kleinere Bergseen. Der grösste See der Schweiz ist der Genfersee (580.03 km²) an der französischen Grenze. Er liegt zu knapp 60 % auf Schweizer Boden. Der an Deutschland und Österreich grenzende Bodensee ist mit 536.00 km² etwas kleiner (23.73 % der Uferlänge auf Schweizer Boden). Der Lago Maggiore an der italienischen Grenze (19,28 % auf Schweizer Territorium) bildet mit 193 m ü.M. den tiefsten Punkt der Schweiz. Die grössten sich ausschliesslich in der Schweiz befindenden Seen sind der Neuenburgersee (215.20 km²), der Vierwaldstättersee (113.72 km²) und der Zürichsee (88.17 km²). Siehe auch: Liste der Seen in der Schweiz

Flüsse

Liste der Seen in der Schweiz]] Zwei der drei grössten Flüsse Europas, der Rhein und die Rhône, haben ihren Ursprung in der Schweiz. Beide entspringen im Gotthardmassiv. In der Schweiz befinden sich mehrere Wasserscheiden. Der Rhein fliesst bei Reichenau im Kanton Graubünden aus Vorder- und Hinterrhein zusammen, wobei nur der Vorderrhein tatsächlich dem östlichen Gotthardmassiv entspringt. Der Hinterrhein entspringt im weiter südlich gelegenen Rheinwald, in der Nähe des San Bernhardino-Passes an der Grenze zum Tessin. Der Rhein fliesst von Reichenau in nördlicher Richtung durch das Rheintal und bildet die Grenze zum Fürstentum Liechtenstein und dem Österreichischen Bundesland Vorarlberg bis in den Bodensee. Bei Konstanz, verlässt er den Bodensee in westlicher Richtung und bildet zu einem grossen Teil die Grenze zu Deutschland (Der grösste Teil des Kantones Schaffhausen und ein Teil des Halbkantons Basel-Stadt befindet sich nördlich des Rheins). Kurz nach Schaffhausen (Neuhausen) befindet sich der grösste Wasserfall Mitteleuropas, der Rheinfall (siehe Bild). Im weiteren Verlauf durchquert er die Stadt Basel und verlässt die Schweiz daraufhin in Richtung Norden bis er schliesslich in die Nordsee mündet. Die Rhône entspringt auf der westlichen Seite des Gotthardmassivs (Rhônegletscher) und fliesst durch den gesamten Kanton Wallis in den Genfersee. Am westlichen Seeende fliesst die Rhône durch die Stadt Genf, verlässt kurz darauf die Schweiz und mündet ins Mittelmeer. Mit Ausnahme der Engadiner und Tessiner Gewässer münden alle Gewässer der Schweiz in Rhein oder Rhône. Der Inn entspringt südlich von St. Moritz (Maloja) im Engadin (Graubünden). Er fliesst durch Silser- und Silvaplanersee in Richtung Norden und verlässt die Schweiz bei Vinadi. Er passiert die bekannten Tiroler Städte Landeck und Innsbruck und mündet im bayerischen Passau in die Donau. Der Namensgeber des Kantons Tessin, der Ticino, entspringt im südlichen Gotthardmassiv und fliesst durch die Nordhälfte des Kantons in den Lago Maggiore und verlässt damit die Schweiz. Er mündet schliesslich in den Po. Innerhalb der Schweiz hat der Rhein mit 375 km den längsten Lauf, gefolgt vom Rhein-Zubringer Aare mit 295 km (die Aare entspringt wie die Rhône im westlichen Gotthardmassiv). Die Rhône hat eine Länge von 264 km innerhalb der Schweiz. Im nördlichen Gotthardmassiv entspringt zusätzlich der aus der Schweizer Geschichte bekannte Fluss Reuss (Fluss), welcher in den Vierwaldstättersee, durch Luzern und schliesslich zusammen mit der aus Zürich kommenden Limmat in die Aare fliesst. Der wohl bekannteste Fluss des Jura ist der Le Doubs, der in Frankreich entspringt nach Norden fliesst und teils die schweiz/französische Grenze bildet, teils auf Schweizer Boden fliesst. Im Kanton Jura macht der Le Doubs einen Richtungswechsel und fliesst in südwestlicher Richtung in die Saône. Siehe auch: Liste der Flüsse in der Schweiz

Klima

Liste der Flüsse in der Schweiz Liste der Flüsse in der Schweiz Liste der Flüsse in der Schweiz Nördlich der Alpen herrscht gemässigtes mitteleuropäisches Klima, südlich der Alpen ist es eher mediterran. Das Klima ist regional jedoch sehr unterschiedlich. Dies ist bedingt durch die Höhenlage wie auch durch die geografische Lage. Während in der Innerschweiz, in den Alpen und im Tessin die durchschnittliche Regenmenge bei ungefähr 2000 mm/Jahr liegt, beträgt sie im Wallis (Rhônetal) nur 550 mm/Jahr; der trockenste Ort ist Ackersand mit 521 mm im Jahresmittel. Im Mittelland beträgt die Menge etwa 1000–1500 mm/Jahr. Die Regenmenge ist im Sommer mit Ausnahme des Rhônetals ungefähr doppelt so hoch wie im Winter. So liegt das Monatsmittel in Zürich im Januar bei 73 mm und im Juni bei 131 mm. Das Monatsmittel für Juli in Sion im Rhônetal dagegen liegt bei 40 mm und im Januar bei 61 mm (jeweils Auswertungen der Jahre 1961–1990). Die Temperaturen in der Schweiz sind primär abhängig von der Höhenlage. Generell liegt in den Niederungen die Durchschnittstemperatur im Januar bei rund -1 bis +1 °C. Im wärmsten Monat, dem Juli, liegt diese bei 16 bis 19 °C. Die Jahrestemperaturen betragen ungefähr 7 b