:: wikimiki.org ::
| Phonogramm |
PhonogrammEin Schriftzeichen oder Graphem ist ein Symbol, das entweder einen Laut (Phonem) wie bei Alphabeten (Buchstabenschriften) oder eine Silbe wie bei Silbenschriften repräsentiert. Dann ist es ein Phonogramm und eine phonologische Schrift. Beispiele: Das lateinische oder griechische Alphabet und die japanische Katakana. Oder das Schriftzeichen ist ein Logogramm in einer ideographischen Schrift und stellt ein ganzes Wort bzw. eine Wortgruppe dar, also eine bedeutungstragende Einheit, ein Morphem. Beispiele: Die japanischen Kanji. Bei den Hieroglyphen (Ägypten) wiederum haben einzelne Zeichen nicht nur die Bedeutung als Laut, sondern teilweise auch als Determinativ. Darunter versteht man eine Bedeutungsgruppe wie z.B. die wellenförmige Schlangenlinie (Wasserwellen), die allgemein für Flüssigkeiten steht. Das Determinativ ist hierbei gewöhnlich das letzte Zeichen des Wortes.
Die Schriftzeichen stehen in einer durch Konventionen festgelegten Beziehung zu der Sprache, die sie repräsentieren.
Graphem
Ein Graphem ist die kleinste funktionale Einheit des Schreibsystems (Orthographie, Graphematik/Graphemik) einer Schriftsprache.
Ein Graphem hat charakterististische Merkmale, die es von anderen Graphemen unterscheiden (graphematische Merkmale, z. B. die spitze Form des v, die es von der runden Form des u unterscheidet, oder auch die diakritischen Zeichen, die z. B. ein ö vom o unterscheiden). Ein Graphem wird in der Form unterschiedlich aussehender Buchstaben (Graphen bzw. Glyphen) realisiert, je nach Schriftart (Font, Schreib-/Druckschrift usw.) bzw. der Position im Wort oder im Satz. Man spricht dabei von Allographen bzw. Varianten eines Graphems. Unterschiedliche Buchstabenformen sind dann Allographen ein und desselben Graphems, wenn sie austauschbar sind, ohne die Bedeutung eines Wortes zu verändern. und a sind z. B. Allographe des Graphems a. Eine wichtige Grundvariation stellt die Unterscheidung in Groß- und Kleinbuchstaben dar: A und a sind ebenfalls Allographe des Graphems a, deren Verteilung bestimmten Regeln folgt.
Beispiele für Graphem-Phonem-Korrespondenzen im Deutschen
Dem Graphem h entspricht üblicherweise das Phonem /h/. Es bezieht sich aber auf kein Phonem, wenn es bestimmten anderen Graphemen folgt: ch, ph, th, uh usw. (In diesen Fällen modifiziert es entweder nur die Aussprache des vorangehenden Graphems: ch, ph, oder es ist einfach stumm: th, oder es macht die Aussprache des vorangehenden Graphems eindeutig: uh.) Man nennt ch, ph, th, uh, usw.
Digraphen oder Digrapheme, da zwei aufeinanderfolgende Grapheme mit einem Phonem korrespondieren.
Umgekehrt korrespondiert z. B. das Graphem z mit einer Phonemfolge (/ts/) (vgl. auch Konsonantencluster).
Ein Graphem kann mehreren Phonemen entsprechen, z. B. b den Phonemen /b/ (Erbe) und /p/ (Erbse), oder v den Phonemen /f/ (Vater) und /v/ (Vulkan).
Umgekehrt können einem Phonem unterschiedliche Grapheme entsprechen, z. B. dem stimmlosen /s/ (ß-Laut) die Grapheme ß (Fuß) und s (Erbse), oder dem stimmlosen /f/ die Grapheme f, v und die Graphemkombination (vgl. auch Konsonantencluster) ph (-graph- neben -graf-).
Logogramm
Ein Logogramm (von griechisch lógos - Wort, gráphein - schreiben) ist ein einzelnes schriftliches Zeichen, das ein Wort bzw. eine bedeutungstragende Worteinheit darstellt und dem ein oder mehrere definierte Lautkomplexe (phonemische Komplexe) zugeordnet sind.
Ein Logogramm kann ein Piktogramm (eine grafische Vereinfachung, ein Bildsymbol) oder ein Ideogramm (eine Zusammensetzung von Bildsymbolen bzw. von Symbolen ohne Bildcharakter) sein oder eine Zusammensetzung aus Pikto- oder Ideogramm mit einem oder mehreren Phonogrammen. Dafür ist die japanische Schrift ein Beispiel, wo ein Logogramm aus einem Kanji und einem oder einigen Zeichen der Silbenschrift bestehen kann.
Die meisten chinesischen Schriftzeichen werden als Logogramme eingestuft. Beispiele für moderne westliche Logogramme sind die Zahlen oder auch das Kaufmanns-Und & oder das @-Zeichen, das für englisch "at" verwendet wird.
Verglichen mit alphabetischen Systemen haben Logogramme den Nachteil, dass man von ihnen sehr viele benötigt, um die einzelnen Wörter darzustellen. Ein Vorteil ist, dass man die Sprache des Verfassers nicht zu kennen braucht, um sie zu verstehen - jeder versteht, was "1" bedeutet, egal ob man nun eins, one, uno oder ichi sagt; ebenso können sich Chinesen, die unterschiedliche chinesische Dialekte sprechen, manchmal sogar Chinesen und Koreaner oder Japaner miteinander schriftlich verständigen, obwohl sie nicht die gleiche Sprache sprechen.
Beispiele
Folgende Schriften sind größtenteils logografisch
- Alaska-Schrift
- Dongba (Naxi)
- Hieroglyphen (altes Ägypten)
- Hanzi (Chinesisch)
- Kanji (Japanisch)
- Hanja (Koreanisch)
- Jurchen
- Kitan
- Maya
- Tangut
Logografisch sind zahlreiche symbolische Fachsprachen aufgebaut:
- Symbolik der Mathematik einschließlich Zahlensystem mit arabischen Ziffern
- chemische Formelsprache
- physikalische Formelsprache
Ideogramm
In einer ideographischen Schrift (auch: ideografisch) stellt jedes Symbol (Ideogramm, von griechisch idéa – Gestalt, Form, Erscheinung, gráphein – schreiben) eine bestimmte Bedeutung dar. Vereinfacht kann man sagen, dass ein Zeichen einem Wort entspricht. Reine ideographische Schriften sind sehr selten; sie enthalten meistens auch andere Elemente. Die ägyptische und sumerische Schrift sind eine Mischung aus piktographischen, ideographischen und sprachlichen Elementen. Das trifft auch zu für die chinesische Schrift, die aus einer ideographischen Schrift entstand, sich jedoch bald zu einer logographischen Schrift entwickelte.
Ein Ideogramm ist ein Schriftzeichen, das einen ganzen Begriff darstellt und dabei symbolische Zeichen für abstrakte Begriffe verwendet oder sich aus zwei oder mehreren Piktogrammen zusammensetzt.
„Ideogramm“ ist nicht zu verwechseln mit Idiogramm (graphische Darstellung der Chromosomen).
Beispiele für Ideogramme aus der chinesischen bzw. japanischen Schrift:
木 „Baum“ (Piktogramm) und 人 „Mensch“ (Piktogramm) ist 休 „ruhen“ (Ideogramm)
木 „Baum“ (Piktogramm); 林 „Wald“ (Ideogramm); 森 „großer Wald“ (Ideogramm)
上 „über“ (Ideogramm)
下 „unter“ (Ideogramm)
siehe auch
- Buchstabe
- :Kategorie:Schriftzeichen
- Semiotik
- Syntaktik
- Schrift
Weblink
- [http://www.wiebel.de/arbeiten.php Das autonome Graphem] Zur GP-Korrespondenz
Kategorie:Symbol
Kategorie:Sprache
Kategorie:Linguistik
ja:表意文字
ko:표의 문자
PhonemPhoneme (selten: Foneme) sind die kleinsten bedeutungsunterscheidenden, aber nicht bedeutungstragenden Einheiten einer Sprache und der wissenschaftliche Untersuchungsgegenstand der Phonologie.
Beispiele für deutsche Phoneme:
:/p/, /t/, /k/ (stimmlose Plosive)
:/m/, /n/, /ŋ/ (Nasale)
:/a:/, /a/, /e:/, /e/ (lange und kurze Vokale)
Phoneme tragen für sich genommen keine Bedeutung, ersetzt man jedoch in einem Wort ein Phonem durch ein anderes, ändert sich die Bedeutung: „Katze“ vs. „Tatze“, „Lamm“ vs. „lang“, „Beet“ vs. „Bett“. Dies ist mit „bedeutungsunterscheidend“ gemeint. Mit Hilfe dieser sogenannten Minimalpaaranalyse lassen sich alle Phoneme einer Sprache systematisch erfassen und identifizieren: Führt das Ersetzen eines Lauts durch einen anderen zu einer Änderung (oder dem Verlust) der Bedeutung des Wortes, können beide Laute unterschiedlichen Phonemen zugeordnet werden. Bei Phonemen handelt es sich jedoch nicht um die Laute selbst, sondern um von den Einzellauten (Phonen) einer Sprache abstrahierte Einheiten. Als solche sind sie keine physischen Laute im eigentlichen Sinn, sondern müssen durch entsprechende Allophone realisiert („hörbar gemacht“) werden.
Zur Notierung von Phonemen bedient man sich im Allgemeinen der Lautschrift-Symbole des Internationalen Phonetischen Alphabets. Dabei handelt sich jedoch lediglich um eine Vereinfachung: Da Phoneme nicht mit den Lauten identisch sind, sondern Positionen innerhalb einer Systematik könnte man im Prinzip jedes beliebige Symbol für ein Phonem verwenden. Zur Unterscheidung werden Phoneme durch Schrägstriche (//) eingefasst, während Phone (die ebenfalls mit den IPA-Symbolen geschrieben werden) in eckigen Klammern notiert werden ([]).
Nicht verwechselt werden dürfen Phoneme mit Graphemen, die in etwa den Buchstaben entsprechen.
Hintergrund
Das Phonemkonzept taucht erstmals in den Arbeiten von Jan Niecislaw Baudouin de Courtenay (1845-1929) auf, wurde aber vor allem durch die Weiterentwicklungen von Nikolai Trubetzkoi (1890-1938) bekannt. Die psychologische Interpretation (siehe unten) geht zurück auf die Arbeiten von Noam Chomsky und Morris Halle.
Die Gesamtheit aller Phoneme wird auch als „Phoneminventar“ bezeichnet, dessen Größe von Sprache zu Sprache teilweise erheblich schwankt. Am Phoneminventar orientieren sich auch die meisten Alphabetschriften, im Idealfall existiert eine 1-zu-1-Zuordnung von Phonemen und Buchstaben.
Phoneme lassen sich anhand ihrer Merkmale klassifizieren. Gibt es ein Merkmal, das zwei Phoneme voneinander unterscheidet, so wird es als distinktives Merkmal bezeichnet. Beispielsweise ist im Deutschen die Stimmhaftigkeit von Plosiven distinktiv: [] und [] entsprechen den Phonemen /p/ und /b/, da sie zur Bedeutungsunterscheidung herangezogen werden können (vgl. „Pass“ vs. „Bass“). Nicht distinktiv ist dagegen die Aspiriertheit von Plosiven. [] und [] sind beides Varianten des Phonems // ([] und [] sind gleichbedeutend). Alternativ kann auch gesagt werden, Stimmhaftigkeit hat „phonemischen Wert“, Aspiriertheit dagegen nicht.
Für manche Phoneme gelten Einschränkungen, was ihre Position anbelangt: Im Deutschen etwa darf // nicht am Wortanfang auftauchen, // nicht am Wortende.
Phoneme als mentale Einheiten
Über die klassische Charakterisierung von Phonemen als abstrakte Einheiten einer systematisierenden Untersuchung von Sprache hinausgehend (Strukturalismus) werden Phonemen häufig auch als mentale Einheiten aufgefasst: Im Laufe des Spracherwerbs erlernt ein Kind, welche phonetischen Merkmale eines Lautes für die Bedeutung eines Wortes entscheidend sind und welche nicht. Die im Zuge dieses Prozesses entstehenden Kategorien werden als mentale Entsprechungen (Repräsentationen) der ursprünglich rein linguistisch definierten Phoneme angesehen. Nach dieser Auffassung haben Phoneme eine eigenständige Existenz im mentalen Sprachverarbeitungssystem eines Sprechers: Das System greift bei der Sprachverarbeitung tatsächlich auf diese Einheiten zurück. (Eine gegenteilige Hypothese wäre etwa die Behauptung, dass durch das Zusammenspiel von gelernten Wörtern und einzelnen Lautwahrnehmungen nur der Eindruck entsteht, Phonemkategorien seien im System am Werk.).
Der Einfluss dieser Phonemkategorien auf die Wahrnehmung lässt sich besonders gut beim Umgang mit einer Fremdsprache beobachten. Phonetische Unterscheidungen, die in der eigenen Sprache keine Rolle spielen, werden vom untrainierten Ohr auch in anderen Sprachen nicht wahrgenommen oder fälschlicherweise ein und demselben Phonem zugeordnet. Beispiel: Das chinesische // wird retroflex gebildet, das chinesische // in etwa wie unser //. Wenn ein Deutscher seinen Laut // ausspricht, wird dieser von Chinesen als // wahrgenommen und nicht als das chinesische retroflexe //.
Unterschiedliche Realisierungen eines Phonems
Gleichgültig, ob man Phoneme als das Ergebnis einer rein linguistschen Systematisierung oder als mentale Entitäten auffasst, in jedem Fall handelt es sich bei ihnen um Abstraktionen einer konkreten lautlichen Äußerung. Dies bedeutet im Gegenzug aber auch, dass sich konkrete Realisierungen von Phonemen (Allophone) erheblich voneinander unterscheiden können und dennoch ein und demselben Phonem zugeordnet werden. So klingt zum Beispiel ein // nach einem // anders als nach einem //, trotzdem handelt es sich um ein einzelnes Phonem. Gründe für mehr oder weniger frei variierende Realisierungen sind vor allem dialektale Unterschiede und Koartikulationseffekte wie im Beispiel sowie ganz allgemein Besonderheiten in der Artikulation eines Sprechers.
Für eine Reihe von Phonemen existieren jedoch phonologische Regeln, die in Abhängigkeit von der lautlichen Umgebung eines Phonems eindeutig festlegen, mit welchem Allophon es zu realisieren ist.
Beispiel: Im Deutschen wird das Graphem , das im Allgemeinen für das Phonem // steht, manchmal im Bereich des harten Gaumens, also palatal artikuliert ([] – „ich“), manchmal aber auch weiter hinten im Bereich des weichen Gaumens ([] – „ach“). Es gilt die Regel, dass [] nur nach /a/, /o/, /u/ und /au/ steht, in allen anderen Fällen steht []. Entscheidend ist also einzig und allein die lautliche Umgebung, inhaltliche Unterschiede zwischen den Wörtern spielen keine Rolle. Bei derartigen sogenannten kombinatorischen Varianten sind beide Allophone zumeist so verteilt, dass dort, wo das eine stehen muss, das andere nicht stehen darf und umgekehrt (komplementäre Distribution).
Führen solche Regeln dazu, dass ein eigentlich distinktives Merkmal seine bedeutungsunterscheidende Funktion verliert, spricht man von Neutralisation. Die sogenannte Auslautverhärtung im Deutschen hat zur Folge, dass alle stimmhaften Phoneme (bspw. //, // und //) am Wortende stimmlos ausgesprochen werden; der in anderen Positionen relevante Unterschied zwischen stimmhaften und stimmlosen Phonemen wird neutralisiert („Bund“ und „bunt“ wird zwar unterschiedlich geschrieben, aber identisch ausgesprochen ([])). Auch Assimilationsprozesse führen häufig zu Neutralisation.
Siehe auch
- Phon
- Phonematische Orthographie
- Morphem
Weblinks
- http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Udo.L.Figge/texte/phonem.html
Kategorie:Phonologie
ja:音素
ko:낱소리
zh-min-nan:Im-sò·
BuchstabeEin Buchstabe ist ein Zeichen, das in einer menschlichen alphabetischen Schriftsprache Verwendung findet. Phoneme werden in Gestalt von Graphemen fixiert.
Ein Alphabet ist die Gesamtheit der Buchstaben einer phonembasierten Schriftsprache.
Etymologie
Das Wort entstand wahrscheinlich aus den germanischen, zum Los bestimmten Runenstäbchen ( - bōks). In Buchenstäbchen ritzten die Germanen ihre Runen. Diese wurden als Orakel für wichtige Entscheidungen benutzt. Von den kultisch wichtigen Buchen-Stäbchen leitet sich das Wort Buchstabe ab. Nach manchen Erklärungen auf den kräftigen Zentralstrich der Runen.
Buchstabieren
Beim Buchstabieren von schwierigen Wörtern oder Eigennamen, insbesondere bei Funk- und Fernsprechverbindungen, greift man zur Vermeidung von Falschübermittlungen auf das Hilfsmittel der Buchstabiertafel zurück. Dabei werden einzelne Buchstaben durch Wörter ersetzt, deren Anfangsbuchstabe für den genannten Buchstaben steht.
Schriftarten
Neben phonembasierten existieren auch so genannte Ideogramm-basierte Schriften (z.B. die asiatischen Schriftzeichen). Sie basieren auf Symbolen bzw. Piktogrammen und stellen ganze Wörter dar. Die Germanen nahmen die Zweige der Buche und legten damit ihre Runen. Daher stammt der Begriff "Buchstabe" -> Stab (Zweig) der Buche.
Siehe auch
- Buchstabenhäufigkeit
- Majuskel
- Minuskel
- Typografie
- Buch
Weblinks
- [http://www.typolexikon.de/b/buchstabe.html Wolfgang Beinert: Der lateinische Buchstabe]
Kategorie:Schriftzeichen
Kategorie:Schreibtechnik
als:Buchstabe
SilbenschriftSilbenschriften gehören zu den phonographischen Schriften, bei denen die einzelnen Zeichen der Schrift für Laute stehen. Das Gegenteil sind ideographische Schriften, bei denen die Zeichen der Schrift für bestimmte Bedeutungen stehen.
In einer echten Silbenschrift steht jedes Zeichen für eine Silbe der entsprechenden Sprache.
Beispiele sind die japanischen Kana-Alphabete und das Cherokee-Alphabet.
Manche Sprachen haben zwar Buchstaben-Alphabete, gruppieren die Symbole jedoch silbenweise, so dass man scheinbar eine Silbenschrift vor sich hat. Beispiele hierfür sind die koreanische Hangeul-Schrift und die äthiopische Schrift.
Bei vielen indischen Schriften wird der jeweils häufigste Vokal (meist A) nicht geschrieben, sondern im Gegenteil gibt es ein Zeichen für „kein A“. Daher werden in diesen Schriften, die ansonsten Buchstabenschriften sind, manche Zeichen als Silben (etwa B als BA, D als DA etc.) gelesen, wenn weder ein anderer Vokal noch ein „kein A“-Zeichen folgt.
Beispiele
Folgende Schriften sind Silbenschriften:
- Cherokee
- Hiragana (Japanisch)
- Katakana (Japanisch)
- Kyprische Schrift
- Kpelle
- Linear B
Kategorie:Schrift
als:Silbenschrift
ja:音節文字
KatakanaJapanisches Schriftsystem#Katakana
MorphemEin Morphem ist die kleinste bedeutungstragende Einheit einer Sprache mit einer Inhalts- und Formebene. Es lässt sich auch als kleinste semantisch interpretierbare Konstituente eines Wortes bezeichnen. Es handelt sich um abstrakte Einheiten die durch primäre Artikulation bzw. Segmentation (aktiver Prozess der Worterkennung, der den konstanten Sprachstrom in einzelne Wörter unterteilt) gewonnen werden.
Morpheme werden verbal als Phonemfolgen, schriftlich als Graphemfolgen realisiert. Diese Phonem- oder Graphemsequenzen repräsentieren das Morphem in bestimmten Umgebungen, sie tragen keine eigene Bedeutung, sondern haben als Bausteine der Morpheme nur bedeutungsdifferenzierende Funktion. Somit können Morphe als Repräsentationseinheiten und ein Morphem als eine Klasse äquivalenter Morphe bezeichnet werden.
Herkunft
Der Begriff Morphem kommt aus dem amerikanischen Strukturalismus und wurde von Leonard Bloomfield allgemein bekannt gemacht.
Klassen
Man unterscheidet die Morpheme nach ihrer Stellung im Satz in freie und gebundene Morpheme, und nach ihrer Funktion in lexikalische und grammatische Morpheme.
Ein freies Morphem kann als eigenes Wort selbständig in einem Satz stehen, ein gebundenes Morphem ist immer an ein freies gebunden und kann nicht als Wort fungieren.
Die lexikalischen Morpheme oder Lexeme bilden die Stämme oder Wurzeln der Wörter, stellen also sozusagen das Grundinventar der Wörter einer Sprache dar. Die grammatischen Morpheme oder Grammeme hingegen bilden keine Wörter, sondern verändern diese gemäß der grammatischen Regeln und geben grammatische Informationen wieder. Grammatische Morpheme werden weiter unterteilt in derivative (diese ändern die Wortklassen) und flexive (die die Beugung der Wörter darstellen). Zudem werden auch die Artikel, Präpositionen und Konjunktionen zu den grammatischen Morphemen gezählt.
Eine eigene Klasse bilden die unikalen Morpheme. Sie kommen nur in einer einzigen Kombination vor und haben keine eigene Bedeutung.
Der französische Sprachwissenschaftler André Martinet verwendet dagegen Morphem als Bezeichnung für gebundene Morpheme, als Oberbegriff für Lexem und Morphem verwendet er Monem.
Beispiele
- frei, lexikalisch: Schrank, Mensch, Liebe Diese Morpheme können als selbständige Wörter im Satz stehen und haben eine Bedeutung.
- frei, grammatisch: der, in, aber Auch diese Morpheme stehen als selbständige Wörter im Satz, aber sie haben keine eigene Bedeutung. Sie haben eine grammatische Funktion, und man kann ihnen eine Bedeutung zuordnen, aber diese Bedeutung ist immer abhängig von einem lexikalischen Morphem.
- gebunden, unikal: Him(beere), Brom(beere) Him- und Brom- haben keine Bedeutung oder Funktion. Sie kommen ausschließlich in dieser einen Kombination vor und können ausschließlich in dieser Verbindung sinnvoll benutzt werden. Sie werden auch Cranberry-Morphe genannt (nach dem englischen Beispiel Cran(berry)).
- gebunden, derivativ: -keit, ent-, -ieren Diese Morpheme können nicht selbständig vorkommen. Sie sind immer an ein lexikalisches Morphem gebunden, dessen Wortklasse sie ändern. heiter -> Heiterkeit ändert beispielsweise die Wortklasse von Adjektiv in Substantiv.
- gebunden, flexiv: -t, -n Auch diese Morpheme kommen nur an lexikalische Morpheme gebunden vor. Ihre Funktion ist die Beugung (Flexion) der Wörter. Das Morphem -t z.B. flektiert das Verb gehen (die Verbindung heißt dann geht) nach Person (3.), Zahl (Ez), Zeit (Präsens), Modus (Indikativ) und Sichtweise (Aktiv).
Es gibt auch gebundene Morpheme, die gewissermaßen unsichtbar sind und dennoch ein Wort in seiner grammatischen Form verändern. Diese Morpheme nennt man Nullmorpheme oder Ø-Morpheme.
Beispiel: Das Mehrzahlbildungsmorphem in die Gemälde. Hier enthält "Gemälde" ein Nullmorphem zur Bildung des Plurals: Das Wort wird von der Einzahl in die Mehrzahl gesetzt, man kann die Veränderung aber nicht sehen.
Siehe auch
- Morphologie
- Homonym
- Phon
- Phonem
- Polysem
- Morphologische Kategorie
- Morphogramm
- Funktional-semantisches Feld
- Verb
- Suppletivierung
- Aspekt
- Kasus
- Numerus
- Genus
- Successor Variety
Kategorie:Grammatik
Kategorie:Linguistische Morphologie
ja:形態素
ko:형태소
KanjiJapanisches Schriftsystem#Kanji
DeterminativEin Determinativ ist in antiken Schriftsystemen (Hieroglyphen, Keilschrift u.a.) ein stummes Zusatz- oder Deutzeichen, das der Kennzeichnung einer Begriffsklasse (z.B. Götternamen, Städte, Flüsse usw.) dient. Es kann auch zur Unterscheidung von Homonymen eingesetzt werden. Determinative stehen in der Keilschrift meist am Wortanfang, bei den Hieroglyphen meist am Wortende.
Homonym
Determinative in der Keilschrift
Die Determinative der Keilschrift stehen vor dem erklärten Zeichen. Es handelt sich dabei um Zeichen wie zum Beispiel "Land", die den jeweiligen Wortzeichen für ein Land vorangestellt werden. (Stimmt gerade in diesem Beispiel nicht.)
Determinative in der ägyptischen Schrift
Determinative (auch Deutzeichen) werden hinter das betreffende Wort geschrieben.
Sie erklären, ob ein Ding z.B. aus Holz, aus Ton, aus Stoff besteht, ob eine Handlung gut oder böse ist usw.
Ein Determinativ steht jedoch ab und zu auch für mehrere Eigenschaften. Das Deutzeichen für "Frau" steht zum Beispiel für:
- Frauenname,
- Frauenberuf,
- weibliche Verwandte usw.
Determinative in der Maya-Schrift
Die Maya-Schrift kennt im Gegensatz zur ägyptischen Schrift nur wenige Deutzeichen. Das wichtigste ist die Tageszeichenkartusche. Wird ein anderes Zeichen mit ihr kombiniert, so verändert es seine Lesung und gibt ein Tageszeichen des Ritualkalenders wieder.
Radikale in der chinesischen Schrift
Im weiteren Sinne auch als Determinative zu betrachten sind die chinesischen Radikale.
Kategorie:Schrift
GraphemikUnter Graphemik (auch: Graphematik) versteht man nach Hadumod Bußmann die Untersuchung der Schriftsysteme natürlicher und konstuierter Sprachen.
Die linguistische Teildisziplin untersucht die Regularitäten, die den geschriebenen Äußerungen einer Sprache (Texte) innewohnen, und in welchem Verhältnis diese Regularitäten zur Entwicklung und Fixierung einer Schriftnorm (Orthografie) stehen.
Untersucht werden die Einheiten eines bestimmten Schriftsystems zum einen hinsichtlich ihrer bedeutungsunterscheidenden Funktion (Ermittlung des Grapheminventars und der morphologischen und syntaktischen Funktion der Grafeme, vgl. u.) und zum anderen hinsichtlich ihrer Beziehungen zur lautlichen Struktur der Sprache (z. B. Fonem-Grafem-Korrespondenzen).
Grafemische (z. B. grafotaktische) Untersuchungen dienen in der Praxis vor allem einer Fundierung geltender orthografischer Normen (beispielsweise in Bezug auf die pädagogische Vermittlung der Schriftsprache), der Decodierung historischer Texte sowie der Umsetzung von Schriftsystemen in verarbeitungsgerechte Systeme innerhalb der linguistischen Datenverarbeitung.
Die einzelnen Elemente in der schriftlichen Umsetzung von Sprache werden (in Analogie zu Fonem und Fon in der Fonologie) Grafem und Graph genannt. Unter den Begriff Graph fallen im Deutschen die 59 Buchstaben einschließlich der deutschen Sonderzeichen (Umlautbuchstaben und "ß": a-zäöüß, A-ZÄÖÜ), die Ziffern und deren grafische Varianten (z. B. ɑ neben a).
Ein Graph ist die kleinste schriftlich realisierte (materielle) Einheit, ein Grafem dagegen die kleinste funktionale beziehungsweise distinktive Einheit (vgl. auch die Bezeichnungen Zeichen, engl. character, versus Glyphe - diese Begriffe werden aber im Gegensatz zu Grafem und Graph eher sprachübergreifend und -unabhängig verwendet).
In Analogie zu den Begriffen Fonologie/Phonem(at)ik und Fonetik wird auch das Untersuchungsgebiet der rein materiellen Seite der geschriebenen Sprache als Graphetik bezeichnet (Paläografie, Typografie, Graphologie).
Das Grafem als funktionale Einheit einer geschriebenen Sprache ist unabhängig von deren konkret realisierten (handschriftlichen oder typografischen) Form, das heißt dem Graph (die unterschiedlichen Graphe ɑ, a, A sind z. B. allographische Varianten des Grafems ).
Inwieweit ein Grafem auch aus mehreren Graphen (Di- und Trigraphen, z. B. sch, ch oder ie im Deutschen) bestehen kann, ist innerhalb der Graphemik umstritten.
Nach manchen theoretischen Ansätzen kann ein Graphem auch aus mehreren Graphen bestehen, und zwar entweder weil nach einigen älteren Ansätzen ein Graphem direkt als Repräsentation eines Phonems definiert ist ("sch" für das Phonem /ʃ/), oder weil aus distributionellen bzw. grafotaktischen Gründen eine Graphenfolge als eine Einheit eingestuft wird ("sch" kommt in Positionen im Wort vor, an denen sonst nur einzelne Graphe vorkommen können, vgl. "schnallen" und "knallen"). Verbreitet ist aber auch die Ansicht, dass solche Buchstabenkombinationen in der Regel (phonemunabhängig betrachtet und ebenfalls distributionell begründbar) auch Kombinationen aus mehreren Graphemen sind (vgl. z. B. das Minimalpaar sieht - Sicht).
Literatur
- Hartmut Günther und Otto Ludwig: Schrift und Schriftlichkeit, Berlin, New York 1994. ISBN 3110111292
- Gisela Zifonun, Ludger Hoffmann, Bruno Strecker e.a.: Grammatik der deutschen Sprache, Bd. 1, Berlin, New York 1997, ISBN 3110147521, S.246-308.
- Manfred Kohrt: Phonotaktik, Graphotaktik und die grafische Worttrennung, in: Probleme der geschriebenen Sprache, Berlin 1988, S.125-165.
- Utz Maas: Rechtschreibung und Rechtschreibreform, Sprachwissenschaftliche und didaktische Perspektiven, in: Zeitschrift für germanistische Linguistik 22.2, 1994, S.152-189.
- Peter Eisenberg: Die Schreibsilbe im Deutschen, in: Schriftsystem und Orthografie, hrsg. von P. Eisenberg/H. Günther, Tübingen 1989, S.57-84.
- Peter Eisenberg: Linguistische Fundierung orthographischer Regeln, Umrisse einer Wortgraphematik des Deutschen, in: Homo scribens, hrsg. von Jürgen Baurmann e.a., Tübingen 1993, S.67-91.
Siehe auch
- Grafem, Grafotaktik, Schrift, Vokal, Konsonant, Alphabet
Kategorie:Linguistik
Kategorie:Schrift
Diakritisches ZeichenDiakritische Zeichen (auch Diakritikum mit Pl. Diakritika) sind zu Buchstaben gehörige kleine Zeichen wie Punkte, Striche, Häkchen oder Kringel, die eine besondere Aussprache oder Betonung markieren und unter oder über dem Buchstaben angebracht sind, in einigen Fällen auch durch den Buchstaben hindurch. Ihre Verwendung ist oft auf einzelne oder verwandte Sprachen beschränkt, wodurch sie als Schibboleth (Erkennungsmerkmal von Sprachen) dienen können. Diakritische Zeichen sind vor allem in den vielen Varianten des lateinischen Alphabets zu finden, in anderen weitverbreiteten Alphabeten, z. B. dem kyrillischen, werden bei Bedarf eher neue Buchstaben eingeführt.
In der arabischen Schrift in ihrer klassischen Form unterscheiden sich zehn Buchstaben nur durch die Anzahl der darüber oder darunter gesetzten Punkte. Im von der arabischen Schrift abgeleiteten Systemen, etwa der persischen Schrift, werden neue Buchstaben durch eine Vermehrung der Punkte geschaffen.
In der neuhochdeutschen Rechtschreibung gibt es außer in Fremdwörtern lediglich die Umlaut-Punkte (in ä, ö, ü), die optisch mit dem Trema übereinstimmen. Da die Umlaute von den Basisbuchstaben völlig verschiedene Laute darstellen, werden sie im Deutschen als eigenständige Buchstaben aufgefasst und nicht beispielsweise A mit Trema genannt. In Zitaten fremdsprachiger Texte sollten fremdsprachige diakritische Zeichen weitgehend beibehalten werden, beispielsweise Zedillen ç, Hatschek š und Tilde ñ. Allerdings ist bei deutschen Computertastaturen im Allgemeinen nur die einfache Eingabe der unter anderem im Französischen verwendeten Akzente Akut ´, Gravis ` und Zirkumflex ^ möglich.
Ein und dasselbe diakritische Zeichen kann in verschiedenen Sprachen unterschiedliche Funktion haben. Auch variiert mitunter das Aussehen der diakritischen Zeichen. (Im Altgriechischen etwa wird ~ als Zirkumflex bezeichnet.)
Von den diakritischen Zeichen zu unterscheiden sind die Ligaturen, z. B. das deutsche ß, die eine Verschmelzung zweier Buchstaben zu einem neuen darstellen. Zum Teil sind diakritische Zeichen aus Ligaturen entstanden, wobei der untergeordnete Laut im Laufe der Zeit zu einem diakritischen Zeichen umgebildet wurde. So entstanden etwa die deutschen Umlautpunkte aus einem über a, o bzw. u geschriebenen kleinen e.
Eingabe von Diakritika
Auf Schreibmaschinen verursachen diakritische Zeichen keinen Zeichenvorschub, die Walze bleibt stehen, dann wird der Basisbuchstabe eingegeben. Diese unlogische Eingabefolge ist darin begründet, dass die umgekehrte mit unverhältnismäßigem mechanischem Aufwand verbunden wäre.
Dies wurde bei Computertastaturen für die in der jeweiligen Sprache gebräuchlichen diakritischen Zeichen meist beibehalten, um den Umstieg von der Schreibmaschine auf den Computer zu erleichtern. Da beim Anschlag von Akzenttasten (wie z. B. ^, ¨, °, ~, `, ´) zunächst keine Anzeige erfolgt, werden diese bisweilen als Tottasten, tote Tasten oder Deadkeys (englisch) bezeichnet. Um ein diakritisches Zeichen ohne Trägerbuchstaben einzugeben, sollte nach den neuesten Empfehlungen als „Basisbuchstabe“ das feste Leerzeichen (Unicode U+00A0) verwendet werden, gefolgt vom jeweiligen diakritischen Zeichen, z. B. Akut-Akzent (´ Unicode U+00B4). Dieser wird oft fälschlich für den ähnlich aussehenden Apostroph (’ Unicode U+2019) verwendet.
Eine andere Eingabemethode verwendet eine Kompositionstaste (engl.: compose, multi-key), so kann z. B. ein ä durch die aufeinander folgende Betätigung der Tasten <"> erzeugt werden.
Diakritika in Unicode
Der Unicode-Standard schreibt die folgende (logisch einsichtige) Reihenfolge vor: zuerst der Basisbuchstabe, dann das diakritische Zeichen.
In vielen Sprachen und noch mehr in sprachwissenschaftlichen Texten ist das Stapeln von diakritischen Zeichen üblich. Hier ist in Unicode die Reihenfolge der Eingabe und Speicherung wie folgt vorgeschrieben: zuerst
das Basiszeichen, dann die Diakritika unter dem Basiszeichen von oben nach unten, und dann die Diakritika über dem Basiszeichen von unten nach oben. Allerdings ist derzeit (Januar 2005) die Unterstützung des Stapelns beliebiger Diakritika sowohl bei Schriften als auch durch Software noch recht dürftig. Hierzu bedarf es fortgeschrittener Schrifttechniken wie OpenType, AAT oder Graphite.
Die wichtigsten diakritischen Zeichen des lateinischen Alphabets
Die Namen beziehen sich meist auf die Form des Zeichens, zum Teil aber auch auf eine Funktion des Zeichens, die es in einer Sprache haben kann. Dieser Name wird auch dann verwendet, wenn es in einer anderen Sprache eine andere Funktion hat.
Beispiele:
- Akut (eigentlich „scharfer, steigender Akzent“, z. B. in der Pīnyīn-Umschrift des Chinesischen; im Französischen aber für einen geschlossenen Vokal, im Tschechischen und Ungarischen für einen langen Vokal)
- Das Trema bezeichnete ursprünglich die getrennte Aussprache zweier Vokale, wie im Griechischen, Französischen und Niederländischen (Beispiel: Alëuten, Citroën). Im Deutschen, Schwedischen, Türkischen und anderen Sprachen ordnet es einem Vokalbuchstaben eine andere [eine helle] Aussprache zu. Der Name Trema bezeichnet nur die Form. Er bedeutet im Griechischen „Punkt“.
„Diakritisches Zeichen“ ist bei sprachübergreifender Verwendung des Begriffs also ein Phänomen auf materieller, nicht auf funktioneller Ebene, so wie Phon im Gegensatz zu Phonem und Graph im Gegensatz zu Graphem.
- Akut ([lat.: „scharf“], accent aigu, acute accent, Kreska, wie in é), siehe auch: Óó
- Apostroph (im Tschech. eine allografische Variante des Hatscheks: wie in ď)
- Breve (Brevis [lat.: „kurz“], Halbkreis, wie in ă; beachte die runde Form)
- Cédille (Zedille, Zedilla [span.: „kleines z“], Cedille, Cedilla, wie in ç)
- Cédille, übergesetzte (übergesetztes Komma, der Form nach wie ein übergesetztes einfaches schließendes deutsches Anführungszeichen!, im Lett. eine allografische Variante der Cédille, wie in ģ)
- Doppelakut (wie in ő)
- Gravis ([lat.: „schwer“], Grave, accent grave, wie in è)
- Hatschek (Háček, Caron, Häkchen, wie in č; beachte die spitze Form)
- Komma, untergesetztes (im Rumän. und Lett. eine allografische Variante der Cédille, wie in ș)
- Krouzek (Ring, Kringel, Kreisakzent, wie in å) siehe auch: Åå
- Makron (Macron, Querstrich, Balken, Längestrich, wie in ā)
- Ogonek (Nasalhaken, Krummhaken, wie in ę)
- Punkt (wie in i, ż)
- Schrägstrich (Slash, Kreska ukośna, wie in Ø) siehe auch: Øø
- Tilde (wie in ñ)
- Trema ([griech.: „Loch, Punkt“], Diärese, Umlautzeichen, wie in ü)
- Zirkumflex ([lat.: „Wölbung“], circumflex accent, Circonflexe, wie in ê)
Literatur
- Duden: Satz und Korrektur. Mannheim 2003, S. 341
- Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart ³2002
Weblinks
- [http://unicode.e-workers.de/diakritisch.php Aussehen und Benennung diakritischer Zeichen im lateinischen Zeichensatz]
Siehe auch:
- Tastaturlayout
- Akzent
- Wikipedia:Sonderzeichen
- Umlaut
Kategorie:Schriftzeichen
als:Diakritisches Zeichen
ja:ダイアクリティカルマーク
zh-min-nan:Phiat-im hû-hō
GraphGraph bezeichnet in der Mathematik
- die Darstellung einer reellwertigen Funktion: siehe Funktionsgraph.
- in der Graphentheorie ein Objekt bestehend aus Knoten und Kanten: Graph (Graphentheorie).
In der Graphemik
- die kleinste schriftlich realisierte Einheit. Siehe: Graphem.
In Wortzusammensetzungen ein technisches Aufzeichnungsgerät, Beispiele
- Phonograph
- Tachograph
th:กราฟ
HH bzw. h ist der achte Buchstabe des lateinischen Alphabets und ein Konsonant (auch wenn er unter bestimmten Bedingungen stumm ist). Der Buchstabe H hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 4,76%. Er ist damit der neunthäufigste Buchstabe in deutschen Texten.
Herkunft
Im proto-semitischen Alphabet stellte der Buchstabe einen Zaun dar. Im phönizischen Alphabet wurde aus diesem Symbol der Buchstabe Chet. Die Phönizier gaben den Buchstaben den Lautwert [ħ] für den stimmlosen pharyngalen Frikativ - eine Art schweres H.
In das griechische Alphabet wurde der Buchstabe zuerst als Heta übernommen. Er stand für den Lautwert [h]. Im Phönizischen Alphabet war dieser Lautwert ursprünglich dem Buchstaben He zugeordnet, die Griechen übernahmen diesen Buchstaben allerdings als [e]. Bis zum klassisch-griechischen änderte sich der Name und Lautwert des Buchstabens ein weiteres Mal: Aus dem Heta wurde das Eta, es stand nun für [eː].
In das etruskische Alphabet wurde das H noch in seiner archaischen Form als in der Mitte geteiltes Rechteck. Die Etrusker kannten den Laut [h] und übernahmen den Buchstaben mit diesem Lautwert. Die Römer übernahmen das H von den Etruskern, adaptierten jedoch das Aussehen des griechischen Buchstaben.
Bedeutungen
- in der Mathematik
- wird h oft für die Höhe in der Geometrie verwendet
- steht das Symbol für die Menge der hyperkomplexen Zahlen
- in der Physik
- steht h für das Plancksche Wirkungsquantum
- steht h oder H für die Hubble-Konstante in der Kosmologie
- ist H das Formelzeichen für den Heizwert
- ist H das Formelzeichen für die Enthalpie
- ist das Formelzeichen für die magnetische Feldstärke
- im SI-Einheitensystem
- ist h die Abkürzung für die Vorsilbe Hekto und steht für Hundert
- ist h die Abkürzung für Stunde (von lateinisch hora)
- ist H das Einheitensymbol für die physikalische Einheit der Induktivität Henry
- in der Chemie
- bezeichnet H das Element Wasserstoff (Hydrogenium)
- in der Musik
- steht H für den um einen Ganzton gegenüber dem Kammerton a' höheren Ton sowie alle Töne, die dazu im oktavigen Abstand stehen (siehe Tonsystem)
- bezeichnet H die Tonart H-Dur,
- bezeichnet h die Tonart h-Moll.
- in der Numismatik steht der Kennbuchstabe H
- für Günzburg auf Münzen des Römisch-Deutschen Reichs von 1782 bis 1805.
- für Darmstadt auf Münzen des Deutschen Kaiserreichs von 1872 bis 1882.
- für La Rochelle auf französischen Münzen von 1539 bis 1837.
- für Genf auf schweizerischen Münzen 1817.
- für Heaton Mint, eine Privatmünze in Birmingham.
- für Hermosillo auf mexikanischen Münzen.
- H unter der Königskrone steht auf französischen Münzen für Heinrich III. oder Heinrich IV.
- Im Verkehrswesen steht H für
- Haltestelle
- Hubschrauberlandeplatz
- als Kfz-Kennzeichen steht H
- in Deutschland für die Region Hannover
- in Spanien für die andalusische Provinz Huelva
- auf internationalen Kennzeichen für Ungarn
- als Suffix auf dem Nummernschild für historisch bei älteren Fahrzeugen (Beispiel: B-IB 37 H)
- h steht für das Tschechische halér, deutsch Heller
- H steht für hard bei Bleistiftminen
- H (gelesen ecchi) ist eine Abkürzung für Hentai
- H ist eine Abkürzung für Heroin
Weblinks
- http://www.wam.umd.edu/~rfradkin/alphapage.html
Siehe auch: Abkürzung, Akronym, beginnend mit dem Buchstaben H oder h
- Funkalphabet
Kategorie:Abkürzung
Kategorie:Schriftzeichen
als:H
ja:H
simple:H
Digraph (Linguistik)In der Linguistik (Graphematik) bezeichnet Digraph im weiteren Sinne zwei Buchstaben (Grapheme), die sich einem Phonem zuordnen lassen (z.B. die Konsonantenbuchstabenkombination ng im Deutschen dem Phonem /ŋ/). Ebenso als Digraph wird eine Buchstabenkombination bezeichnet, die sich einer Phonemkombination zuordnen lässt, wenn deren Bestandteile nicht eindeutig und getrennt voneinander auf die Bestandteile der Buchstabenkombination bezogen sind (z.B. ch im Englischen der Phonemkombination /tʃ/ - es machte keinen Sinn das c dem /t/ und das h dem /ʃ/ zuzuordnen).
Manchmal wird der Begriff auch nicht in diesem phonographischen Sinne gebraucht. In einem phonemunabhängigen graphematischen Ansatz, der aber (aus distributionellen Gründen) davon ausgeht, dass ein Graphem aus mehreren Buchstaben (Graphen/Glyphen) bestehen kann (und z.B. ch und qu als jeweils ein Graphem bewertet), wird Digraph als Bezeichnung für solch ein Graphem verwendet (ohne dass damit schon etwas über die Zuordnung zu Phonemen gesagt wäre).
Im engeren Sinne sind Digraphen die Buchstabenpaare, die in einer Sprache als so eng zusammengehörig betrachtet werden, dass sie zum Beispiel auch bei der alphabetischen Sortierung wie ein Buchstabe behandelt werden. Dieser Gebrauch des Begriffes kann aber vom ersten abweichen. Die Vorkommen in der alphabetischen Sortierung garantiert noch nicht, dass es sich bei der zugehörigen Lautung um ein Phonem (oder eine Phonemkombination im obigen Sinne) handelt.
(Es lässt sich z.B. darüber streiten, ob dž im Kroatischen ein Digraph im ersten Sinne ist. Das hängt auch von der vorausgesetzten Phonemdefinition ab. Wenn man /dʒ/ im Kroatischen als zwei Phoneme wertet, lassen sich die Bestandteile der Laut- und Buchstabenkombination eindeutig zuordnen - d zu /d/ und ž zu /ʒ/ -, und dž ist dann genauso wenig ein Digraph wie z.B. dr.)
Lateinische Digraphen werden auch für die Transliteration und Transkription der kyrillischen oder anderer Schriften benutzt.
Trigraph, Tetragraph, Pentagraph ...
Entsprechend wird der Begriff Trigraph für eine Kombination aus drei Buchstaben gebraucht (z.B. sch im Deutschen und Schwedischen für das Phonem /ʃ/, ieh im Deutschen für /i:/). Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen: Tetragraph (z.B. ough im Englischen für /ɔ:/ in brought, zsch für /tʃ/ in Eigennamen wie Zschopau), Pentagraph (z.B.tzsch für /tʃ/ in Eigennamen wie Nietzsche) usw. Als Heptagraph lässt sich schtsch zur Transkription des Russischen Graphems щ bezeichnen, wenn man davon ausgeht, dass im modernen Russisch dieses Graphem als ein Phonem /ʃ:/ gesprochen wird.
Beispiele
für Digraphen (und andere Buchstabenkombinationen), die ihren eigenen Platz im Alphabet einer Sprache haben:
;Niederländisch
:ij
;Kroatisch
:dž, lj, nj
;Spanisch
:ch, ll
;Tschechisch
:ch
;Ungarisch
:cs, (dz), (dzs), gy, ly, ny, sz, ty, zs
;Kurdisch
:xw
;Albanisch
:dh, gj, ll, nj, rr, sh, th, xh, zh
Zeichenkodierung
Unicode hat aus Kompatibilitätsgründen einigen wenigen lateinischen Digraphen eigene Codes zugewiesen:
Kategorie:Linguistik
als:Digraph
ja:二重音字
KonsonantenclusterKonsonantencluster, auch Konsonantenhäufung genannt, ist ein linguistisches Fachwort, das die Aufeinanderfolge zweier oder mehrerer Konsonantenphoneme bezeichnet.
So handelt es sich in der deutschen Sprache bei der Phonemfolge // in dem Wort Sprache um ein Konsonantencluster.
Die Konsonantencluster, die in einer bestimmten Sprache zulässig sind, folgen bestimmten
Regeln. Diese werden in der phonologischen Teildisziplin, der Phonotaktik beschrieben
und entsprechend phonotaktische Regeln genannt.
Orthographie bestimmter Konsonantenphonemverbindungen in der deutschen Sprache
Schrift- und Lautebene werden im Alltagsverständnis oft nicht auseinander gehalten. So erscheinen manche Verbindungen von Konsonantenphonemen in der deutschen Sprache nicht
als Verbindungen von Konsonanten auf der graphematischen Ebene.
Bei den Konsonantenbuchstaben x bzw. z handelt es sich um Konsonantencluster der zwei Konsonantenphoneme // und // bzw. // und //. Die Lautverbindung // wird also in diesem Fall durch ein Graphem, d. h. durch einen Buchstaben, nämlich x dargestellt, die Lautverbindung // durch das Graphem z.
Für solche Konsonantenphonemhäufungen, die nur einem Graphem entsprechen, gibt es bislang keinen feststehenden Begriff (in Analogie zu Di-, Trigraphen usw., vgl. unten).
Zuweilen bezeichnet man Konsonantenphonemverbindungen aus Plosiv und Frikativ als homorgane oder heterorgane Affrikaten.
Mehrgraphen
Während der Begriff Konsonantencluster eine Folge von Konsonantenphonemen bezeichnet, wird zuweilen der deutsche Begriff Konsonantenhäufung auch dazu benutzt, um die Aufeinanderfolge zweier Konsonantenbuchstaben, d. h. Mehrgraphen zu benennen, die eigentlich nur einem einzigen Phonem entsprechen. Beispiel hierfür ist das Wort bitte, ausgesprochen //.
Die Regeln, aufgrund dessen das Wort bitte mit einem Doppelkonsonanten geschrieben
wird, werden unter anderem in der Graphotaktik untersucht.
- Beispiel: singen. Bei ng handelt es sich um zwei aufeinander folgende Konsonantenbuchstaben bzw. Konsonantengrapheme. Diese bilden eine graphematische „Konsonantenhäufung“ (Konsonantenbuchstabenhäufung oder Konsonantengraphemhäufung) des Deutschen. Diese Lautverbindung entspricht in diesem Fall einem einzigen Laut (dem Phonem //), d. h., es handelt sich hier nicht um ein Konsonantencluster im eigentlichen (lautlichen) Sinne des Wortes, sondern um einen Digraphen.
Bei Buchstabenhäufungen, die nur einem einzigen Phonem (Konsonanten- oder Vokalphonem) entsprechen, spricht man generell von Mehrgraphen.
Je nach Anzahl der Buchstaben, die benutzt werden, um ein einziges Phonem, d. h einen einzigen Laut darzustellen, spricht man von Di- oder Trigraphen.
Beispiele deutscher Di- bzw. Trigraphen:
- sch entspricht dem Phonem // in dem Wort Schule.
- ph entspricht dem Phonem // in dem Wort Graphem.
- pp entspricht dem Phonem // in dem Wort Lappen.
- ie entspricht dem Phonem // in dem Wort Liebe.
- ch entspricht dem Phonem // in dem Wort Bach.
Kategorie:Phonologie
Kategorie:Schrift
BDieser Artikel behandelt einen Buchstaben. Für die Programmiersprache siehe B (Programmiersprache).
----
B (Programmiersprache)
B bzw. b ist der zweite Buchstabe des lateinischen Alphabets und ein Konsonant. Der Buchstabe B hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 1,89 %. Er ist damit der 16.-häufigste Buchstabe in deutschen Texten.
Aussprache im Deutschen
Grundlegende Aussprache: als b-Laut [b] (Baum, Elbe, Liebe, Robbe).
Aussprache unter bestimmten Bedingungen: als p-Laut [p] (lieb, lieblich, liebt, robbt, hübsch) oder „neutral“ [b/p] (lesbisch).
Im Einzelnen gilt:
Dem Graphem B/b ist grundsätzlich das Phonem /b/ zugeordnet, das in der Regel als bilabialer Verschlusslaut realisiert wird. Dieser ist im Gegensatz zu seinem Gegenüber /p/ Lenis, stimmhaft und nicht-aspiriert („b-Laut“, wie in Baum, Elbe, Liebe, Robbe). Es gehört damit zu den Konsonantenbuchstaben, die Obstruenten darstellen (bcdfgkpqsßtvwxz). Obstruenten sind die Konsonanten, zu denen es im Deutschen jeweils ein stimmhaft-stimmlos- bzw. Lenis-Fortis-Paar gibt: [b/p, d/t, g/k, v/f, z/s, ʒ/ʃ, (j/ç, ʁ/x)]. Am Wort- und Silbenende, sowie vor anderen Konsonantenbuchstaben, die (stimmlose) Obstruenten darstellen, wird das Graphem B/b wie sein Fortis-Gegenüber P/p gesprochen (lieb, lieblich, liebt, robbt, hübsch). Bei Wortformen, die mit Wortformen verwandt sind, die die stimmhafte Aussprache [b] des b enthalten (lieb, lieblich, liebt zu Liebe, robbt zu robben), spricht man dabei von Auslautverhärtung. Nach anderen Konsonantenbuchstaben, die (stimmlose) Obstruenten darstellen, fällt die Aussprache des Graphems B/b ebenfalls (fast) mit der seines Gegenübers P/p zusammen (lesbisch), allerdings liegt der realisierte Laut quasi zwischen einem b- und p-Laut (nicht-aspiriert, mehr oder weniger stimmlos). Phonologisch gesehen findet in den genannten Fällen, in denen die Aussprache von der grundlegenden Aussprache abweicht (z. B. bei der Auslautverhärtung), eine Neutralisation statt, d. h. die Opposition stimmhaft-stimmlos bzw. Lenis-Fortis ist in diesen Positionen aufgehoben (sie hat hier keine bedeutungsunterscheidende Funktion mehr).
In einigen Dialekten wird es im Wortinneren und manchmal am Wortanfang als Reibelaut wie ein „w“ ([v] oder [β]) gesprochen.
Beim Buchstabieren und in Abkürzungen wird es zusammen mit einem langen e als beh [be:] gesprochen. Im Buchstabieralphabet heißt es Berta.
Herkunft
Die proto-semitische Urform des Buchstabens stellt den Plan eines Hauses mit Ausgang dar. Die Phönizier gaben dem Buchstaben den Namen Bet (Haus), bis zum 9. Jahrhundert v. Chr. hatte sich der Buchstabe stark abstrahiert. Bereits Ber hatte den Lautwert [b]. Je nach Schreibwerkzeug konnte der Buchstabe sehr eckig oder abgerundet geschrieben werden.
Die Griechen übernahmen den phönizischen Buchstaben, versahen ihn mit einer zusätzlichen Rundung und nannten ihn Beta. Den Lautwert behielten sie bei. Die Etrusker übernahmen diesen Buchstaben als B, ohne ihn zu modifizieren. Da die etruskische Sprache allerdings keine stimmhaften Verschlusslaute wie [b] enthielt, verwarfen sie den Buchstaben nach kurzer Zeit.
Die frühgriechische Schrift wurde von rechts nach links geschrieben. Als die Griechen die Schreibrichtung wechselten, spiegelten sie auch das Beta. Als die Römer das lateinische Alphabet schufen, das ebenfalls von links nach rechts geschrieben wird, orientierten sie sich am griechischen Beta und übernahmen es ohne weitere Modifikationen.
Bedeutungen
- in der Mathematik
- bezeichnet B in der mathematischen Logik das Prädikat
- In Zahlensystem mit einer Basis größer als 11 steht B oder b häufig für den dezimalen Wert 11, siehe auch Hexadezimalsystem
- in der Physik
- ist b das Zeichen für die inkohärente Einheit Barn
- ist B das Formelzeichen für die magnetische Flussdichte
- ist das Zeichen für die magnetische Induktion
- ist B das Einheitensymbol für Bel.
- in der Musik
- steht B für den Halbton oberhalb des Kammertons a' und alle Töne, die zu diesem im oktavigen Verhältnis stehen, siehe Vorzeichen (Musik). (im Englischen und in der Unterhaltungsmusik Bb oder b-flat)
- ist B im Englischen und in der Unterhaltungsmusik der Ganzton oberhalb des Kammertons a' und alle Töne, die zu diesem im oktavigen Verhältnis stehen (siehe Tonsystem) (im Deutschen H)
- bezeichnet B die Tonart B-Dur,
- bezeichnet b die Tonart b-Moll.
- steht die Abkürzung B. für Basso (Stimmlage Bass oder B. c. = Basso Continuo)
- erniedrigt das Vorzeichen b einen Ton um einen Halbton. So wird aus A mit b-Vorzeichen As.
- bezeichnet b in Partituren oder Besetzungslisten den Bass (Instrument).
- in der Numismatik steht der Kennbuchstabe B
- für Breslau von 1750 bis 1825 auf preußischen Münzen.
- für Hannover im Königreich Hannover bis 1866, in Preußen bis 1872, und für das Deutsche Kaiserreich bis 1878.
- für Barcelona bis 1858.
- für Bayreuth von 1796 bis 1804 auf Münzen von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth.
- für Bern von 1798 bis 1802 auf Schweizer Münzen.
- für Bologna auf Münzen der Republik Rom, des Kirchenstaates und des Königreichs Italien.
- für Brüssel von 1818 bis 1830 auf niederländischen Münzen.
- für Kremnitz auf österreichisch-ungarischen Münzen von 1766 bis 1867.
- für Rouen auf französischen Münzen von 1852 bis 1857.
- für Wien auf Münzen des Dritten Reiches.
- für Bahia auf brasilianischen Prägungen von 1714 bis 1831.
- für Bogotá in Kolumbien.
- für Bombay in Indien.
- für Buenos Aires (neben BA) auf Münzen Argentiniens.
- als Kfz-Kennzeichen steht B
- in Deutschland für Berlin.
- in Österreich für Bezirk Bregenz und das Burgenland.
- in Spanien für Barcelona.
- auf internationalen Kennzeichen für Belgien.
- bei Währungen steht B für die Währungseinheit
- Butut in der westafrikanischen Republik Gambia seit 1971
- Baht in Siam bzw. seit 1939 in Thailand
- Balboa in Panama
- B steht in römischen Namen als Abkürzung für Balbus und Brutus.
- b oder B als Abkürzung für „bene“ und „bonus“ (lateinisch: gut).
- b oder B als Abkürzung für „bixit“, alte Form für lateinisch „vixit“: hat gelebt.
- b oder B als Abkürzung für „beatus“ (lateinisch: selig).
- b oder B als Abkürzung für italienisch „bello“ und französisch „beau“ als Bezeichnung des Erhaltungsgrades „schön“ einer Münze.
- B steht in der Informatik für eine Programmiersprache.
- B ist in der Chemie das Symbol für Bor.
- B ist eine Fahrerlaubnisklasse, die die das Führen von mehrspurigen KFZ bis 3,5 t erlaubt.
- B bezeichnet im Verkehrswesen eine Bundesstraße.
- B bedeutet auf deutschen Kurszetteln Brief.
- B ist eine Formatgrößenbezeichnung für Papier, Karton, Pappe.
- B steht bei der Abkürzung z. B. für Beispiel.
- b bedeutet bei zur genaueren Bezeichnung eines Ortes – z. B. Schulzendorf (b Tegel).
Weblinks
- http://www.wam.umd.edu/~rfradkin/alphapage.html
Siehe auch: Abkürzung, Akronym, beginnend mit dem Buchstaben B oder b
- Funkalphabet
Kategorie:Abkürzung
Kategorie:Schriftzeichen
als:B
ja:B
ko:B
simple:B
VV bzw. v (buchstabiert Vau) ist der 22. Buchstabe des lateinischen Alphabets und ein Konsonant. Der Buchstabe V hat eine durchschnittliche Häufigkeit von 0,67 %. Er ist damit der 22.-häufigste Buchstabe in deutsch geschriebenen Texten.
Herkunft
Das V teilt sich einen Großteil seiner Geschichte mit dem U und dem W, daneben sind das Y und auch das F mit ihm verwandt.
Über Lautwert und Bedeutung des Buchstabens im proto-semitischen Alphabet ist nichts bekannt, das entsprechende Symbol stellt einen Haken oder eine Keule mit runder Spitze dar. Im phönizischen Alphabet verlor der Buchstabe seine Spitze und sah aus wie ein abgerundetes Y. Der Buchstabe erhielt den Namen Waw und wurde verwendet, um den Lautwert [w] darzustellen (ein unsilbisches [u]).
In das griechische Alphabet wurde der Buchstabe als Ypsilon aufgenommen. Im Frühgriechischen war der Lautwert des Ypsilon der dem [w] entsprechende Vokal [u].
Die Etrusker übernahmen das frühgriechische Ypsilon und dessen Lautwert. Mit der Zeit verschwand bei den Etruskern die untere Spitze, der Buchstabe bekam die Form V. Ebenso änderte sich die Bedeutung des Buchstabens: Das Etruskische enthielt auch den dem [u] entsprechenden Halbvokal [w] und der Buchstabe wurde verwendet, um beide Laute zu schreiben.
Die Römer übernahmen den Buchstaben mit beiden Lautwerten. Ursprünglich wurde der Buchstabe in der von den Etruskern übernommenen spitzen Form geschrieben. In der Spätantike wurde auch eine abgerundete Variante entwickelt, die im Aussehen dem U entspricht. Beide Formen waren austauschbar. Erst etwa im 17. Jahrhundert die spitze Variante des Buchstabens nur noch für den konsonantischen Lautwert zu verwenden und die runde nur noch für den vokalischen.
Bis zum 5. Jahrhundert wurde aus dem römischen [w] im Rahmen von Lautverschiebungen ein [v]. Als gegen Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. die germanischen Sprachen verschriftet wurden, die noch über den Laut [w] verfügten, empfand man das Zeichen <v> nicht mehr als passend und schuf stattdessen die Ligatur <vv> bzw. <uu>, woraus sich das heutige w entwickelte.
In der modernen deutschen Sprache und in noch größerem Maße im Niederländischen wird der Buchstabe <v> oft zur Widergabe des Lauts [f] verwendet. Das liegt daran, dass im Mittelalter der ursprüngliche f-Laut zu einem [v] wurde (ungefähr so ausgesprochen wie das moderne deutsche <w>):
- Im Althochdeutschen schrieb man es damals mit einem F: Fihu (Vieh), filu (viel), fior (vier), firwizan (verweisen), folch (Volk).
- Im Mittelhochdeutschen verhielt es sich genau umgekehrt: Vrouwe (Frau), vriunt (Freund), vinden (finden), vuoz (Fuß), vivraz (Vielfraß), valsch (falsch), vride (Friede).
Noch vor Ende des Mittelalters wurde diese Entwicklung jedoch wieder rückgängig gemacht, und es setzte sich erneut die f-Aussprache durch. Die Rechtschreibung hat aber bis heute noch viele v-Schreibungen bewahrt.
Im Spanischen ist der der Lautwert des V mit dem des B verschmolzen: Im absoluten Anlaut sowie nach [m] werden beide Buchstaben als stimmhaftes [b] ausgesprochen, während sie in allen anderen Positionen zum bilabialen Reibelaut [β] werden. Letzterer ist dem [v] ähnlich, kommt aber ohne Beteiligung der Zahnreihe zu Stande.
Das V als lateinisches Zahlenzeichen für die 5 hat keine Beziehung zu dem Buchstaben V. Dieses V ist die Hälfte eines X, des römischen Zahlzeichens für 10.
Bedeutungen
- in der Mathematik
- wird V in der Geometrie häufig als Formelzeichen für das Volumen verwendet
- in der Physik
- ist das Formelzeichen für die Geschwindigkeit (lat. velocitas)
- ist V das Formelzeichen für die Schallschnelle
- steht V für das Vakuum
- im SI-Einheitensystem
- ist V das Einheitensymbol für das Volt, die Einheit der elektrischen Spannung
- in der Chemie
- ist V das Zeichen für das Element Vanadium oder Vanadin
- V kennzeichnet häufig einzelne Versuche
- als Kfz-Kennzeichen steht V
- in Deutschland für den Vogtlandkreis
- in Österreich für das Land Vorarlberg
- in Spanien für València
- auf internationalen Kennzeichen für Vatikanstadt
- V ist das römische Zahlzeichen für 5, entstanden durch Halbierung des Zehnerzeichens X
- in der öffentlichen Verwaltung steht V oft für
- den Verband
- die Verordnung
- die Verfügung
- die Vorschrift
- die Versicherung
- die Versorgung
- Vize
- in der Numismatik steht der Kennbuchstabe V
- für Turin im 16. Jhd..
- für Troyes seit 1698 auf französischen Münzen.
- für Venedig unter den Habsburgern 1797 und von 1815 bis 1866.
- für València auf spanischen Münzen seit 1497.
- Vin Klammern kennzeichnet häufig eine Variante
- V. kennzeichnet den Vers in der Lyrik
- V. ist ein Roman von Thomas Pynchon
- in Personen- oder Ortsnamen ist v.
- die Abkürzung für von oder vom
- die Abkürzung für vor
- beim Geldwechsel kennzeichnet V die Valuta
- V wird als Abkürzung oder Synonym für Vinyl benutzt
- V ist die von Volvo verwendete Bezeichnung für deren Kombimodelle
Weblinks
- http://www.wam.umd.edu/~rfradkin/sin2phoen-animate.html
- http://www.ancientscripts.com/greek.html
- http://www.netaxs.com/~salvucci/VTLhome.html
Siehe auch
- | Abkürzung | Akronym beginnend mit dem Buchstaben V oder v
- Funkalphabet
Kategorie:Abkürzung
Kategorie:Schriftzeichen
als:V
ja:V
simple:V
SS beziehungsweise s ist der 19. Buchstabe des lateinischen Alphabets und ein Konsonant. Der Buchstabe S hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 7,27%. Er ist damit der vierthäufigste Buchstabe in deutschen Texten. 83 Prozent aller Sprachen verfügen über ein S.
Herkunft des Buchstabens s
Die proto-semitische Urform des Buchstabens stellt einen Bogen dar. Im phönizischen Alphabet wurde der Buchstabe etwas geometrisiert und bekam den Namen Schin, was Bogen bedeutet. Der Lautwert des Schin bei den Phöniziern war [ʃ].
Das Griechische kannte den Laut [ʃ] nicht. Das Schin wurde als Sigma allerdings trotzdem in das griechische Alphabet übernommen. Die Griechen änderten den Lautwert in [s], außerdem drehten sie den Buchstaben um 90 Grad entgegen dem Uhrzeigersinn. Mit der Änderung der Schreibrichtung auf von-links-nach-rechts wurde der Buchstabe nochmals gespiegelt und erhielt so seine heutige Gestalt.
Die Etrusker übernahmen von den Griechen die gedrehte, aber noch nicht gespiegelte Variante. Im etruskischen verlor der Buchstabe mit der Zeit seine oberste Linie und sah wie ein umgedrehtes Z aus. Die Römer übernahmen dieses Zeichen, machten es jedoch fließender. Der Lautwert des S blieb bei Etruskern und Römern das [s].
Der Großbuchstabe änderte sich seit den Römern nicht mehr. Für den Kleinbuchstaben wurden allerdings mehrere Zeichen entwickelt: Zum einen das runde s eine verkleinerte Version des Buchstabens, zum anderen das lange s (ſ), das seinen Ursprung wahrscheinlich in zügiger Schreibschrift hat. Im Schriftbild wurde das lange s im Wort-, Silben- und Stammanlaut und meist innerhalb eines Wortes verwendet, das runde s im Auslaut eines Wortes oder einer Silbe (zu den Regeln vgl. den Artikel langes s). Übrigens gibt es auch vom kleinen griechischen Sigma je eine Variante für die Position Wortanfang und Wortmitte (σ) und Wortende (ς) (hier allerdings nur im absoluten Wortende, ohne Rücksicht auf Morphem- und Silbengrenzen).
In den gebrochenen Schriften war das lange s verpflichtend. Frühe Antiquaschriften enthielten den Buchstaben ebenfalls oft, dort kam er jedoch außer Gebrauch. Das lange s hat allerdings im Deutschen seine Spur im ß hinterlassen, das auf eine Frakturschrift-Ligatur aus ſ und z zurückgeht..
Das S in der deutschen Sprache
Verwendung und Aussprache
Der Buchstabe s gehört mit seiner Aussprache [z] zu den Konsonantengraphemen, die im Normalfall (einzeln vor Vokal am Wortanfang oder im Wortinnern zwischen Vokalen) stimmhafte bzw. Lenis-Obstruenten darstellen (b,d,g,s,w /b,d,g,z,v/) und damit den entsprechenden stimmlosen Fortis-Obstruentenbuchstaben gegenüberstehen (p,t,k,ß,f /p,t,k,s,f/). Es ist aber ein typisches Phänomen im Deutschen, dass unter bestimmten Bedingungen diese Konsonantenbuchstaben wie ihre entsprechenden Fortis-Pendants ausgesprochen werden (Erbse, Smaragd, Möwchen).
Dieses Aussprachephänomen in der deutschen Standardsprache ist hauptsächlich abhängig von der Stellung des dem Buchstaben zugeordneten Lautes in der Sprechsilbe.
Für s gilt wie für b,d,g,w:
- Am Silbenende werden sie als (stimmlose) Fortis gesprochen (Kasten, Kosmos, Haus, das, liebte, ab, Widmung, und, Smaragd, jegliche, Möwchen).
- Vor weiteren stimmlosen Fortis-Obstruenten werden sie als (stimmlose) Fortis gesprochen (Skat, Ast, Abt, Erbse, Smaragd).
- Nach Fortis-Obstruenten werden sie meist eher als Lenis, aber in jedem Fall stimmlos gesprochen (Wechsel, Erbse, Smaragde, Zwetschge), wobei s in dieser Position am stärksten zur Fortis-Aussprache tendiert und w am wenigsten (vgl. etwa und Lotse).
- Am Silbenanfang (wenn kein Fortis vorangeht und kein Fortis folgt) werden sie dagegen als Lenis-Phonem (in dieser Position also bedeutungsunterscheidend) gesprochen (See, Rose, Gänse, Pilsner, Elbe, übrig, gleich, wringen). Dieser Laut ist in der Standardsprache stimmhaft, im südlichen Deutsch jedoch im Falle von s stimmlos. Damit lässt er sich im süddeutschen Bereich oft nicht klar von ß trennen. Ähnlich fällt im süddeutschen Bereich b (und oft auch d und g) mit der Aussprache von p (t, k) zusammen.
Für s gilt darüber hinaus:
- Nicht nur vor stimmlosen Fortis-Obstruenten, sondern vor allen Konsonantenbuchstaben (außer vor l,n,r im Wortinnern, wenn davor ein e ausgefallen ist) wird s als (stimmlose) Fortis gesprochen (Slalom, Smaragd, Roswitha)
- Daraus folgt auch, dass ss nicht für den Lenis-, sondern für den Fortis-Laut als "Kürzezeichen" bzw. zur Darstellung des Silbengelenks verwendet wird (küssen, lässt).
- In st und sp wird es am Silbenanfang wie "sch+t" /ʃt/ bzw. "sch+p" /ʃp/ gesprochen (Stadt, Gespenst).
- Im Trigraphen "sch" wird es als Zischlaut /ʃ/ ausgesprochen (schon, Asche).
- Nach l,n,m,ng kann vor /s/ ein Sprosskonsonant (ein Plosiv mit entsprechendem Artikulationsort) eingeschoben werden, so dass z.B. nst nicht anders als nzt (Kunst - grunzt), mst nicht anders als mpst (rummst - plumpst) und ngst nicht anders als nkst (singst - sinkst) gesprochen wird.
Lautgeschichte
Im Althochdeutschen und im frühen Mittelhochdeutschen gab es zwei verschiedene s-Laute: einen 'sch-artigen', das alte germanische s/ss (z.B. in sunne, stein, kuss, kirse); und einen 'ß-artigen', der in der 2. Lautverschiebung aus kurzem t entstandene z/zz (z.B. in ezzen, daz, groz).
Das heutige sch geht in den meisten Fällen auf ein ursprüngliches sk zurück, das sich zunächst zu einem s-ch entwickelte und dann zum heutigen sch. In Wörtern wie Hirsch, Kirsche geht es jedoch auf ein älteres s oder z zurück, vgl. mittelhochdeutsch hirz, kirse.
Bedeutungen
- in der Physik
- ist s das Formelzeichen für den Weg
- ist s das Formelzeichen für die Bogenlänge
- ist s das Formelsymbol für die Spezifische Entropie
- ist s die Spinquantenzahl eines Teilchens
- ist S das Formelsymbol für die Entropie
- ist S das Formelsymbol für die Strangeness
- ist S die Spinquantenzahl der Elektronenhülle
- ist das zeichen für den Poynting-Vektor
- ist °S das Einheitensymbol für das Grad Sugar
- im SI-Einheitensystem
- ist s das Einheitensymbol für die Sekunde, die Einheit der Zeit
- ist S das Einheitensymbol für das Siemens, die Einheit des elektrischen Leitwerts
- in der Chemie
- ist S das Zeichen für das Element Schwefel (Sulfur)
- als Kfz-Kennzeichen steht S
- in Deutschland für Stuttgart
- in Österreich für Salzburg Stadt
- auf internationalen Kennzeichen für Schweden
- als Währungszeichen steht
- s für den kenianischen Shilling
- s für die ehemalige britische Währungseinheit Shilling
- S für die Abkürzung ehemalige Währung Schilling in Österreich
- $ für Dollar; ohne weitere Auszeichnung meist für den US-Dollar
- $ für Peso
- in der Numismatik steht der Kennbuchstabe S
- für die gräflich Mansfeld´sche Münzstätte Schraplau seit dem 16. Jhd..
- für Stuttgart im 17. Jhd.
- für Schwabach auf Münzen des fränkischen Kreises.
- für Schmölnitz (Smolnik, Slowakei) auf österreichisch-ungarischen Münzen.
- für Solothurn auf Münzen der Helvetischen Republik von 1798 bis 1803.
- für Troyes auf französischen Münzen von 1540 bis 1698 (zeitweise mit Krone).
- für Reims auf französischen Münzen von 1679 bis 1772.
- für Segovia auf spanischen Münzen bis zum 16. Jhd..
- für Sevilla seit dem 16. Jhd..
- für Stockholm im 15. und 16. Jhd..
- für Sydney auf britischen Sovereigns von 1871 bis 1931.
- für die Privatmünzstätte Sadogura des Freiherrn von Gartenberg von 1771 bis 1774.
- für San Francisco von 1854 bis 1955, auch auf dort von 1942 bis 1944 geprägten Münzen für die Niederlande, Curacao und die Fidschi-Inseln.
- für Santiago de Chile als S mit einem kleinen aufgesetzten o seit 1743.
- in römischen Inschriften und Texten steht S
- als Abkürzung für Sextus, salutem, sanctus, sive, senatus, signavit, signum
- S steht für Sen
- S steht für die Himmelsrichtung Süden
- in der Volkswirtschaftslehre steht S für die gesamtwirtschaftliche Ersparnis
- s. ist Abkürzung für "siehe"
- S. ist Abkürzung für Sankt - die Heiligenbezeichnung
- S. ist Abkürzung für die Seite
- S ist eine (nicht mehr produzierte) Spurweite für Modelleisenbahnen, siehe auch Maßstäbe der Modelleisenbahn
- In der esoterischen oder mythologischen Bedeutung als Symbol für die Schlange
- Sprache: In der deutschen Sprache wird das "s" als Marker verwendet:
- Genitiv-S als Indikator für Genitiv
- Kennzeichnung des Plurals
- Fugen-S zur Verbindung von Wörtern
::Auch in anderen Sprachen dient es zur Kennzeichnung grammatischer Funktionen.
Siehe auch
- Abkürzung, Akronym, beginnend mit dem Buchstaben S oder s
- Funkalphabet, ß, langes s
Weblinks
- http://www.wam.umd.edu/~rfradkin/sin2phoen-animate.html
- http://www.ancientscripts.com/greek.html
Kategorie:Abkürzung
Kategorie:Schriftzeichen
ja:S
ko:S
simple:S
FF bzw. f ist der sechste Buchstabe des lateinischen Alphabets und ein Konsonant. Im Deutschen hat das f den Lautwert []. Dieser Laut ist ein stimmloser labiodentaler Frikativ.
Der Buchstabe F hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 1,66 %. Er ist damit der 18.-häufigste Buchstabe in deutschen Texten.
Herkunft
Über Lautwert und Bedeutung des Buchstabens im proto-semitischen Alphabet ist nichts bekannt, das entsprechende Symbol stellt einen Haken oder eine Keule mit runder Spitze dar. Im phönizischen Alphabet verlor der Buchstabe seine Spitze und sah aus wie ein abgerundetes Y. Der Buchstabe erhielt den Namen Waw und wurde verwendet, um den Lautwert [] darzustellen.
Im frühen griechischen Alphabet wurde der Buchstabe doppelt übernommen: Zum einen als Digamma, zum anderen als Ypsilon. Bis zum klassischem Altgriechisch war das Digamma jedoch nutzlos geworden, da das anlautende [] vor Vokalen nicht mehr ausgesprochen wurde. Der Buchstabe wurde aus dem griechischen Alphabet entfernt, lebte allerdings noch als Zeichen für die Zahl 6 fort.
Die Etrusker übernahmen das frühgriechische Digamma und auch dessen Lautwert. Die etruskische Sprache kannte außerdem den Laut [], dieser Laut existierte im Frühgriechischen nicht. Die Etrusker verwendeten das Digamma in Kombination mit dem Zeichen für H, um diesen Laut darzustellen. Bei einer Schreibrichtung von rechts nach links sieht die Buchstabenkombination wie folgt aus: 15px15px. Später führten die Etrusker einen eigenen Buchstaben für den Laut [f] ein, der aussah wie 8. Die Herkunft dieses Buchstabens ist unklar.
Als die Römer das Alphabet von den Etruskern übernahmen, verwendeten sie allerdings nicht den Buchstaben 8, sondern den ersten Teil der Kombination WH, um den Laut [f] wiederzugeben.
Bedeutungen
- in der Mathematik
- ist f das generische Symbol für eine Funktion
- steht F oder f im Zahlensystem mit einer Basis größer als 15 häufig für den dezimalen Wert 15, siehe auch Hexadezimalsystem.
- in der Physik
- ist f das Einheitensymbol für Fermi
- ist f das Formelzeichen für die Brennweite
- ist f das Formelzeichen für die Frequenz
- ist °f das Zeichen für Härtegrade
- ist F das Formelzeichen für Kraft
- ist F die Abkürzung für Fujita-Tornado-Skala
- ist F die Gesamtdrehimpulsquantenzahl eines Atoms
- im SI-Einheitensystem
- ist f die Abkürzung für die Vorsilbe Femto und steht für Billiardstel.
- ist F die das Einheitenzeichen der elektrischen Kapazität Farad.
- nicht-SI-Einheiten
- °F ist das Einheitenzeichen für die Temperatur-Einheit Fahrenheit.
- F bezeichnet in der Chemie das Element Fluor.
- in der Informatik ist
- F eine von Fortran 90 abgeleitete Programmiersprache.
- F# eine prototypische funktionale Programmiersprache.
- In der Automatentheorie bezeichnet F die menge der Endzustände
- in der Musik
- steht F für den um eine kleine Sexte oberhalb des Kammertons a' gelegenen Ton sowie alle im oktavigen Abstand dazu gelegenen Töne (siehe Tonsystem)
- bezeichnet F die Tonart F-Dur,
- bezeichnet f die Tonart f-Moll.
- steht f für die Tonstärke forte ("laut, stark")
- als Kfz-Kennzeichen steht F
- in Deutschland für Frankfurt am Main.
- auf internationalen Kennzeichen für Frankreich.
- in der Numismatik steht der Kennbuchstabe F
- für Stuttgart auf Münzen des Deutschen Reichs ab 1873, und in der Bundesrepublik Deutschland.
- für Magdeburg auf preußischen Münzen von 1751 bis 1767.
- für Hall (Tirol) auf Münzen des Römisch-Deutschen Reichs von 1766 bis 1805.
- für Angers auf französischen Münzen von 1540 bis 1661.
- f. ist Abkürzung für
- "folgende Seite" (auch ff aus dem englischen "form feed")
- "für"
- in der Umgangssprache ist
- f ("ff") eine Interjektion, nämlich der stimmlose Laut, den man ausstößt, um auszudrücken: Das ist mir doch egal.
Weblinks
- http://www.wam.umd.edu/~rfradkin/alphapage.html
- http://users.tpg.com.au/etr/etrusk/tex/develop.html
Siehe auch: Abkürzung, Akronym, beginnend mit dem Buchstaben F oder f
- Funkalphabet
Kategorie:Abkürzung
Kategorie:Schriftzeichen
als:F
ja:F
ko:F
simple:F
KonsonantenclusterKonsonantencluster, auch Konsonantenhäufung genannt, ist ein linguistisches Fachwort, das die Aufeinanderfolge zweier oder mehrerer Konsonantenphoneme bezeichnet.
So handelt es sich in der deutschen Sprache bei der Phonemfolge // in dem Wort Sprache um ein Konsonantencluster.
Die Konsonantencluster, die in einer bestimmten Sprache zulässig sind, folgen bestimmten
Regeln. Diese werden in der phonologischen Teildisziplin, der Phonotaktik beschrieben
und entsprechend phonotaktische Regeln genannt.
Orthographie bestimmter Konsonantenphonemverbindungen in der deutschen Sprache
Schrift- und Lautebene werden im Alltagsverständnis oft nicht auseinander gehalten. So erscheinen manche Verbindungen von Konsonantenphonemen in der deutschen Sprache nicht
als Verbindungen von Konsonanten auf der graphematischen Ebene.
Bei den Konsonantenbuchstaben x bzw. z handelt es sich um Konsonantencluster der zwei Konsonantenphoneme // und // bzw. // und //. Die Lautverbindung // wird also in diesem Fall durch ein Graphem, d. h. durch einen Buchstaben, nämlich x dargestellt, die Lautverbindung // durch das Graphem z.
Für solche Konsonantenphonemhäufungen, die nur einem Graphem entsprechen, gibt es bislang keinen feststehenden Begriff (in Analogie zu Di-, Trigraphen usw., vgl. unten).
Zuweilen bezeichnet man Konsonantenphonemverbindungen aus Plosiv und Frikativ als homorgane oder heterorgane Affrikaten.
Mehrgraphen
Während der Begriff Konsonantencluster eine Folge von Konsonantenphonemen bezeichnet, wird zuweilen der deutsche Begriff Konsonantenhäufung auch dazu benutzt, um die Aufeinanderfolge zweier Konsonantenbuchstaben, d. h. Mehrgraphen zu benennen, die eigentlich nur einem einzigen Phonem entsprechen. Beispiel hierfür ist das Wort bitte, ausgesprochen //.
Die Regeln, aufgrund dessen das Wort bitte mit einem Doppelkonsonanten geschrieben
wird, werden unter anderem in der Graphotaktik untersucht.
- Beispiel: singen. Bei ng handelt es sich um zwei aufeinander folgende Konsonantenbuchstaben bzw. Konsonantengrapheme. Diese bilden eine graphematische „Konsonantenhäufung“ (Konsonantenbuchstabenhäufung oder Konsonantengraphemhäufung) des Deutschen. Diese Lautverbindung entspricht in diesem Fall einem einzigen Laut (dem Phonem //), d. h., es handelt sich hier nicht um ein Konsonantencluster im eigentlichen (lautlichen) Sinne des Wortes, sondern um einen Digraphen.
Bei Buchstabenhäufungen, die nur einem einzigen Phonem (Konsonanten- oder Vokalphonem) entsprechen, spricht man generell von Mehrgraphen.
Je nach Anzahl der Buchstaben, die benutzt werden, um ein einziges Phonem, d. h einen einzigen Laut darzustellen, spricht man von Di- oder Trigraphen.
Beispiele deutscher Di- bzw. Trigraphen:
- sch entspricht dem Phonem // in dem Wort Schule.
- ph entspricht dem Phonem // in dem Wort Graphem.
- pp entspricht dem Phonem // in dem Wort Lappen.
- ie entspricht dem Phonem // in dem Wort Liebe.
- ch entspricht dem Phonem // in dem Wort Bach.
Kategorie:Phonologie
Kategorie:Schrift
Zeichen
Ein Zeichen ist das Grundelement zum Aufbau von Sprachen.
Der Zeichenbegriff der strukturalistischen Sprachwissenschaft
Nach Ferdinand de Saussure ist ein Zeichen die Beziehung (Verbindung) zwischen Bezeichnetem ('Signifié') und Bezeichnung (= 'Signifiant', Bezeichnendes). Das Bezeichnete entspricht einer Vorstellung oder einem Konzept, das Bezeichnende ist ein Lautbild. Das Lautbild ist auch etwas Gedachtes (also ein 'psychischer Eindruck' und nicht die physikalische Schallwelle), da man für sich selber eine Lautfolge gedanklich "aussprechen" kann, ohne die Lippen zu bewegen. Der Zusammenhang zwischen Bezeichnetem und Bezeichnendem ist beliebig (arbiträr). Beliebig bedeutet hier nicht, dass jede Person frei einen Signifikanten für ein Signifikat aussuchen kann, sondern dass die ursprüngliche Festlegung eines Zeichens unmotiviert ist. Zeichen für die Kommunikation zwischen Menschen bedürfen der "Verabredung", einer Konvention. Ist das Zeichen erst einmal zur Konvention geworden, bleibt es fest zugeordnet.
Betrachtungsprinzipien:Synchronie und Diachronie und ihre Unterscheidung, Bilateralität des Zeichens, Arbitrarität, Linearität, Konstanz (über individuell), Primat der gesprochenen Sprache
Für den Logiker und Semiotiker Charles Peirce ist ein Zeichen "etwas, das für jemanden in gewisser Hinsicht für etwas steht". Umberto Eco schlägt vor, alles Zeichen zu nennen, was aufgrund einer vorher vereinbarten sozialen Konvention als etwas aufgefasst werden kann, das für etwas anderes steht. Er übernimmt damit weitgehend die Definition von Charles W. Morris (1938).
Charles S. Peirce unterteilt die Zeichen in drei Zeichen-Trichotomien, so dass sich neun Subzeichenklassen und, durch deren Kombination untereinander, zehn Hauptzeichenklassen ergeben. Unter den Subzeichenklassen sind die wohl bekanntesten: Ikon, Index und Symbol. Sie gehören zur zweiten Trichotomie, in der die Objektrelation des Zeichens thematisiert wird.
Ein Ikon ist ein Zeichen, das eine Ähnlichkeit zu seinem Gegenstand aufweist (ein Abbildverhältnis), wie z.B. bei dem lautmalerischen "Wau" für das Kläffen eines Hundes. Ein Index ist ein Zeichen, das die Folge oder Wirkung seines Objektes ist, so ist z.B. Rauch ein Zeichen für Feuer. Ein Symbol ist für Peirce schließlich ein Zeichen, das auf Konventionalität beruht, also auf einer arbitären Vereinbarung. Dies trifft auf einen Großteil der menschlichen Sprache zu, insbeondere auf Eigennamen.
Die chinesische Schrift ist der Prototyp einer ikonischen Schrift. Gerade das Beispiel zeigt, dass auch diese konventioneller Festlegungen bedürfen um Missverständnissen entgegenzuwirken.
Wörter in einer Alphabetschrift bestehen aus Buchstabensequenzen.
Erst das ganze einzelne Wort ist im linguistischen Sinn ein Zeichen und zwar ein symbolisches. Nicht zu verwechseln mit dem Begriff des Zeichens ist der Begriff des Schriftzeichens. Letzterer muss nicht einer Bedeutung (Bezeichnetem) zugeordnet sein, sondern ist bei Alphabet- und Silbenschriften einer bestimmten Lautung oder Funktion innerhalb des Schriftsystems zugeordnet. (Im Deutschen ist diese Unterscheidung etwas verwirrend, im Englischen z.B. ist sie eindeutiger: sign vs. character.)
Literatur < | | |