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Jinmeiyō Kanji

Jinmeiyō Kanji

Jinmeiyō Kanji (人名用漢字 = Schriftzeichen für Personennamen) sind ca. 580 Kanji, die vom japanischen Justizministerium als Ergänzung zu den 1.945 Jōyō Kanji zugelassen sind. Hintergrund ist, dass ohne diese Ergänzung zu den Jōyō Kanji viele Personen ihren Familiennamen nicht mehr in Kanji schreiben könnten und – wie es bei manchen Ortsnamen der Fall ist – darauf angewiesen wären, ihren Namen in Kana zu schreiben.

Unvollständige Liste mit den bis Juni 2004 geltenden 290 Jinmeiyō Kanji

丑 丞 乃 之 也 亘 亥 亦 亨 亮 伊 伍 伎 伶 伽 佑 侃 侑 倖 倭 偲 允 冴 冶 凌 凜 凪 凱 勁 匡 卯 叡 只 叶 吾 呂 哉 唄 啄 喬 嘉 圭 尭 奈 奎 媛 嬉 孟 宏 宥 寅 峻 崚 嵐 嵩 嵯 嶺 巌 巳 巴 巽 庄 弘 弥 彗 彦 彪 彬 怜 恕 悌 惇 惟 惣 慧 憧 拳 捷 捺 敦 斐 於 旦 旭 旺 昂 昌 昴 晃 晋 晏 晟 晨 智 暉 暢 曙 朋 朔 李 杏 杜 柊 柚 柾 栗 栞 桂 桐 梓 梢 梧 梨 椋 椎 椰 椿 楊 楓 楠 榛 槙 槻 樺 橘 檀 欣 欽 毅 毬 汀 汐 汰 沙 洲 洵 洸 浩 淳 渚 渥 湧 滉 漱 澪 熙 熊 燎 燦 燿 爽 爾 猪 玖 玲 琉 琢 琳 瑚 瑛 瑞 瑠 瑶 瑳 璃 甫 皐 皓 眉 眸 睦 瞭 瞳 矩 碧 碩 磯 祐 禄 禎 秦 稀 稔 稜 穣 竣 笙 笹 紗 紘 紬 絃 絢 綜 綸 綺 綾 緋 翔 翠 耀 耶 聡 肇 胡 胤 脩 舜 艶 芙 芹 苑 茉 茄 茅 茜 莉 莞 菖 菫 萌 萩 葵 蒔 蒼 蓉 蓮 蔦 蕉 蕗 藍 藤 蘭 虎 虹 蝶 衿 袈 裟 詢 誼 諄 諒 赳 輔 辰 迪 遥 遼 邑 那 郁 酉 醇 采 錦 鎌 阿 隼 雛 霞 靖 鞠 須 頌 颯 馨 駒 駿 魁 鮎 鯉 鯛 鳩 鳳 鴻 鵬 鶴 鷹 鹿 麟 麿 黎 黛 亀 Die aktuelle Liste der Jinmeiyō Kanji findet man unter http://www.moj.go.jp/PUBLIC/MINJI46/refer02.pdf. Die dort verwendeten Zeichenformen sind zum Teil Varianten der Kanji von JIS Level I und II, die von denen im Computerzeichensatz abweichen. In der Regierungsveröffentlichung sind diese Zeichen als Bitmap-Grafiken eingebettet. Kategorie:Japanische Schrift ja:人名用漢字

Personennamen

Der Vorname oder Personenname ist der Teil des Namens einer Person, der nicht die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrückt, sondern das Individuum innerhalb der Familie bezeichnet. Im Deutschen und in anderen europäischen Sprachen bildet er bei zusammengesetzten Namen den ersten Namensteil, während er beispielsweise im Ungarischen, Chinesischen, Japanischen oder Koreanischen hinter dem Familiennamen steht. Bei der Auswahl, Anzahl und Klangfarbe der gewählten Vornamen spielt der soziale Hintergrund der Eltern eine gewichtige Rolle. Der weltweit vermutlich am häufigsten verwendete Vorname ist Mohammed. Besonders in islamischen Ländern ist er oft vertreten.

Funktion

In westlichen Kulturen dient der Vorname innerhalb einer Familie zur Unterscheidung zwischen den Familienmitgliedern (im Unterschied zum Familiennamen, der die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrückt). Keine Seltenheit ist es jedoch, wenn derselbe Vorname nach dem Tode des Kindes für ein nachgeborenes erneut vergeben wird. Es gibt Gegenden in Deutschland (z.B. in Thüringen), in denen es durchaus möglich war, zwei oder mehrere, ja alle gleichzeitig lebenden Kinder derselben Familie mit dem selben Vornamen taufen zu lassen. Man unterschied dann zwischen "Groß-Hans" und "Klein-Hans" usw. - Manchmal ist die Gleichnamigkeit nur sekundär oder scheinbar, wenn etwa bei einem Doppelnamen wie "Johann Christoph" ein Namensteil im praktischen Gebrauch ausfiel oder vergessen wurde und nicht selten bei der Heirat oder beim Tode dieser Person dann ein neuer Doppelname erfunden worden ist. Genealogische Nachforschungen werden dadurch erschwert (siehe auch Toter Punkt). Soziologisch gesehen gibt es einen Ablauf der Namensgebung, der sich in Wellenform immer wiederholt: Die soziale Oberschicht gibt ihren Kindern Vornamen, die besonders erwählt sind und sie vom einfachen Volk unterscheiden sollen. In den folgenden Jahrzehnten gibt die Unterschicht ihren Kindern auch diese Namen. Dadurch werden diese Namen "gewöhnlich" und die Oberschicht sieht sich veranlasst, neue Vornamen zu geben oder auf sehr alte und ungebräuchlich gewordene Namen zurückzugreifen oder Doppelnamen zu bilden. Um 1600 begann auf diese Weise die Bildung von Doppel-Vornamen. Als schließlich alle Kinder mehrere Vornamen hatten, begann die Oberschicht wieder, nur einen einzigen Vornamen zu vergeben. So folgt seit Jahrhunderten Modewelle auf Modewelle. Die Namensgebung spielte im deutschen Sprachraum lange auch eine politische Rolle: Zum einen wurden von den Kirchen christliche und hebräische Namen gefördert (so ließ Johannes Calvin zur Taufe nur biblische Namen zu), zum anderen nahm die Zahl der gebräuchlichen unterschiedlichen Vornamen mit der Zeit ab. Funktion (erster Teil eines zusammengesetzten Namens) und Bedeutung (Unterscheidungsname zwischen Familienmitgliedern) fallen in westlichen Kulturen zusammen. In vielen asiatischen und afrikanischen Kulturen wird allerdings erst der Familienname und danach der Familienmitgliedsname genannt. Das ist auch im Ungarischen der Fall. Im süddeutschen Sprachraum ist es gängige Praxis in der Umgangssprache. Beispiel: der "Köhlers Werner". Obwohl der Familienmitgliedsname in diesen Fällen nicht mehr vor dem Familiennamen steht, wird er trotzdem von Mitgliedern westlicher Kulturen Vorname genannt. In einigen Ländern gibt es zwischen Vornamen und Familiennamen noch den Vatersnamen, wie zum Beispiel in Russland. Aus einigen Vornamen haben sich im Laufe der Zeit auch Familiennamen entwickelt. Die wissenschaftliche Disziplin der Namenforschung beschäftigt sich mit der Bedeutung, Herkunft und Verbreitung von Namen. Erklärungen in Buchform hat unter anderem der Dudenverlag herausgebracht.

Namensgebung in Deutschland

Nach der Geburt eines Kindes wird dessen Vorname von den Eltern bestimmt. In Deutschland gibt es bestimmte Richtlinien für die Namensgebung: Der Vorname...
- ... muss als solcher erkennbar sein.
- ... muss eindeutig männlich oder weiblich sein.
- ... darf dem Kindeswohl nicht schaden.
- ... darf kein Orts-, Familien- oder Markenname sein.
- ... muss innerhalb eines Monats nach der Geburt festgelegt werden.
- ... kann nicht rechtlich geschützt werden (um ihn auf diese Weise als einzigartig zu erhalten). Eine Person kann mehrere Vornamen, muss aber mindestens einen Vornamen besitzen. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes dürfen einem Neugeborenen maximal fünf Vornamen gegeben werden. Bei Verwendung mehrerer Vornamen wird der Vorname, mit dem die Person "gerufen" wird, als Rufname bezeichnet. Die Reihenfolge der Vornamen stellt keine Rangfolge dar. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung steht es in Deutschland dem Namensträger frei, zwischen seinen standesamtlich eingetragenen Namen zu wählen. Ein "Rufname" ist also nicht unveränderlich festgelegt. In Deutschland besteht in Ausnahmefällen die Möglichkeit, seinen Vornamen im Nachhinein ändern zu lassen. Dies fällt in den Zuständigkeitsbereich der Namenänderungsbehörde, die entweder beim Standesamt, der Kreisverwaltung oder beim Ordnungsamt angesiedelt ist. Damit der Vorname geändert werden kann, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Zum Beispiel können ausländische Vornamen nach der Einbürgerung eingedeutscht werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, den Vornamen ändern zu lassen, wenn jemand schon immer anders genannt wurde und sich mit seinem exotischen Vornamen nicht abfinden kann.

Entwicklung in Deutschland

In Deutschland dominierten seit dem Mittelalter Vornamen christlicher und deutscher Herkunft. Erst seit den 1950er-Jahren änderte sich dies massiv. Besonders anglophone und romanische Vornamen wie Jennifer, Mike oder aber Natalie und Marco gewannen an Bedeutung. Obwohl in beiden Teilen Deutschlands verschiedene Namen die größte Beliebtheit hatten (Peggy und Cindy sind oft zitierte Beispiele für die DDR), war die Tendenz in beiden Staaten gleich. Ende des 20. Jahrhunderts besaßen knapp zwei Drittel der Vornamen weder einen christlichen noch einen deutschen Hintergrund. Vor allem folgende Faktoren sind für diese Änderungen verantwortlich:
- Das Aufgeben familieninterner Traditionen (z. B.: Benennung des ältesten Sohnes nach dem Vater oder Großvater, Erbnamen; Benennung nach den Taufpaten)
- Das Streben nach Individualität: Die Einzigartigkeit der Kinder soll sich auch in einzigartigen Namen widerspiegeln
- Das Vermeiden von Namen, die für die Eltern- und Großelterngeneration typisch sind
- Der Bedeutungsverlust des christlichen Glaubens in der Gesellschaft
- Der nach Shoa und Zweitem Weltkrieg als problematisch empfundene Rückgriff auf nationale deutsche Traditionen
- Das hohe Prestige der westeuropäischen und nordamerikanischen Länder in beiden Teilen Deutschlands
- Erhöhter Konsum der Massenmedien, in denen Produktionen aus den USA, Großbritannien und Frankreich dominieren
- Verstärkte Internationalisierung der Kultur
- Verstärkte Berücksichtigung phonetischer Kriterien (möglichst vokalreiche Namen für beide Geschlechter, Mädchennamen auf -a, Zurückhaltung gegenüber den Phonemen /p/, /t/ und /k/) Einflussfaktoren, die ausgeschlossen werden können:
- Immigration nach Deutschland - Typische Vornamen der Immigrantengruppen blieben auf diese beschränkt.
- Internationaler Tourismus - Sowohl Bundesrepublik als auch die DDR erlebten die Zunahme westlicher Vornamen, obwohl die Reiseziele verschieden waren. Bei der Übernahme fremder Namen war seit jeher eine lautliche Anpassung zu beobachten. Zuerst wurden Namen adaptiert, die an traditionelle phonetische Gewohnheiten anschlussfähig waren. So wurde im Mittelalter aus Johannes Hans, aus Christian Christen und aus Marcus zunächst Marx. Manche Namen wurden auch in ihrer geschriebenen Form übernommen, obwohl die Aussprache in den Herkunftsgebieten eine andere war: So wurde span. Xavier als Xaver übernommen und nicht als Schabier und norweg. Harald als Harald und nicht als Harall.

Literatur

Jürgen Gerhards: Die Moderne und ihre Vornamen. Eine Einladung in die Kultursoziologie. Wiesbaden 2003. Jürgen Gerhards: Globalisierung der Alltagskultur zwischen Verwestlichung und Kreolisierung: Das Beispiel Vornamen. In: Soziale Welt. Zeitschrift für sozialwissenschaftliche Forschung und Praxis. Jg. 54, Heft 2, Bonn 2003.

Siehe auch


- Kategorie:Weibliche Vornamen
- Kategorie:Männliche Vornamen
- Wikipedia:WikiProjekt Namensforschung
- Liste gebräuchlicher Vornamen
- Römische Vornamen
- Hamburger Sie

Weblinks


- [http://www.firstname.de/ Datenbank mit mehr als 76.000 Vornamen aus aller Welt]
- [http://www.gfds.de/namen.html Gesellschaft für Deutsche Sprache: Beratung Vornamen; beliebteste Vornamen]
- [http://www.vornamenarchiv.de vornamenarchiv.de]
- [http://www.vornamen.ch Vornamen.ch]
- [http://www.beliebte-vornamen.de Ranglisten der beliebtesten Vornamen seit 1890]
- [http://www.kunigunde.ch www.kunigunde.ch: Vornamen und ihre Bedeutung]
- [http://www.behindthename.com Bedeutung und Herkunft von Vornamen aus allen Teilen der Welt] (englisch)
- [http://www.rundschau-online.de/kr/KrCachedContentServer?ksArtikel.id=1107874790444&listID=1037966279508&openMenu=1039082845263&calledPageId=1039082845263 Marie und Maximilian bleiben die beliebtesten Vornamen 2004 in Deutschland] !

Jōyō Kanji

Die Jōyō Kanji (Japanisch: 常用漢字; Übersetzung: oft gebrauchte Schriftzeichen) ist eine offizielle Liste von 1.945 Kanji aus dem Jahr 1981, die für Behörden, Medien und Schulen verbindlich sind. Diese Liste löste die Tōyō Kanji (当用漢字 = Schriftzeichen für den allgemeinen Gebrauch) aus dem Jahr 1946 ab, die aus 1.850 Kanji bestand. Kommt ein Kanji in einem Text vor, das nicht zu den 1.945 Jōyō Kanji gehört, muss die Aussprache durch Furigana erläutert werden. Daneben gibt es ca. 300 Kanji, die nur für die Verwendung in japanischen Namen (Jinmeiyō Kanji) offiziell sind. Amtliche Texte und viele Zeitungen beschränken sich auf diese Zeichen und geben alle anderen Begriffe in Kana wieder. Kategorie:Japanische Schrift ja:常用漢字

Jōyō Kanji

Die Jōyō Kanji (Japanisch: 常用漢字; Übersetzung: oft gebrauchte Schriftzeichen) ist eine offizielle Liste von 1.945 Kanji aus dem Jahr 1981, die für Behörden, Medien und Schulen verbindlich sind. Diese Liste löste die Tōyō Kanji (当用漢字 = Schriftzeichen für den allgemeinen Gebrauch) aus dem Jahr 1946 ab, die aus 1.850 Kanji bestand. Kommt ein Kanji in einem Text vor, das nicht zu den 1.945 Jōyō Kanji gehört, muss die Aussprache durch Furigana erläutert werden. Daneben gibt es ca. 300 Kanji, die nur für die Verwendung in japanischen Namen (Jinmeiyō Kanji) offiziell sind. Amtliche Texte und viele Zeitungen beschränken sich auf diese Zeichen und geben alle anderen Begriffe in Kana wieder. Kategorie:Japanische Schrift ja:常用漢字

Ortsname

Ein Ortsname ist in den Geowissenschaften der Name eines topographischen Objektes (siehe auch Toponym). Im engeren Sinne bezeichnet Ortsname im allgemeinen Sprachgebrauch den Namen einer Stadt, Gemeinde oder Ortschaft (Siedlungsname). Bereits in der Antike gab man Siedlungen Namen, doch entwickeln sich die Namen meist im Laufe der Zeit weiter, was man besonders an Ortschaften römischen Ursprungs erkennen kann (Beispiel: Colonia > Köln).

Entstehung von Ortsnamen

Die meisten Ortsnamen sind schon vor sehr langer Zeit entstanden; viele sind bereits seit dem frühen Mittelalter überliefert (d.h. sie waren schon vorhanden, als die schriftliche Aufzeichnung begann). Sie können verschiedenste Ursprünge haben:
- Herrschaftliche Namen: diese Art rühren von ehemaligen Besitztümern von adeligen oder kirchlichen Grundbesitzern her. Wie viele andere Ortsnamen wurden sie im Laufe der Zeit verkürzt und der jeweiligen Aussprache angepasst, so dass sie nur noch schwer mit den ursprünglichen Namen identifiziert werden können, z.B. Gräfenhainichen aus 1381 Gravinalbrechtishayn.
- Speziell kirchliche Bezüge sieht man oft als selbständigen oder integrierten Teil des Ortsnamens, wie Pfarre oder Pfarr-, z.B. Pfarrkirchen.
- Herleitung des Namens von einem Patron oder Schutzheiligen des Ortes wie Sankt Martin
- Benennung eines Ortes nach den Einwohnern:
  - Insbesondere während der Völkerwanderungszeit wurden Orte nach der dort siedelnden Sippe benannt, z.B. Göppingen ('bei den Leuten des Geppo'), Kellinghusen ('bei den Häusern von Karls Leuten')
  - Angehörige eines Volksstamms wurden z.B. von Karl dem Großen umgesiedelt: Dürkheim (946 Thuringeheim), Sachsenhausen.
  - Am Ort siedelte eine größere Anzahl von Personen gleichen Berufsstands oder gleichen Familiennamens, z.B. Fischerstadt
- Bezugnehmend auf Merkmale der (natürlichen) Umgebung:
  - Der Ortsname rührt von einem Fluss her, der den Ort durchfließt, beispielsweise bei der Mündung, wie Ybbs oder Fischamend ('Fischa am Ende')
  - Nach nahe gelegenen Bergen, Wäldern, Seen etc.: Nürnberg ('Felsberg' zu mundartl. Nörr, Nürn 'Fels'), Finsterwalde, Westensee ('westlich des Sees').
  - Nach in der Gegend gehäuft auftretenden Pflanzen oder Tieren, z.B Eschede ('Eschenort'), Exten ('bei den Elstern', zu westfäl. Eekster 'Elster'). Auch zusammengesetzte Namen können so entstehen, wie Eichstätt oder Biberach ('Biberwasser').
- Es gibt aber auch die Entstehung aus einer Umwandlung aus einer fremden Sprache der ursprünglichen Bewohner, wie Leobersdorf aus slawisch Ljubac
- die einfache Ableitung als Erweiterung eines ursprünglichen Namens wie Neu-Isenburg oder Kleinochsenfurt. Oft heißen die Tochtersiedlungen auch einfach Neudorf, Neustadt oder Neusiedl, die auch mit einem erklärenden Zusatz versehen werden können wie Wiener Neustadt. Ähnliches gilt auch für Orte, die Auswanderer oder Vertriebene nach ihrem Heimatort benennen. Ein Beispiel für die erste Gruppe ist New Orleans, für die zweite Neugablonz, wo sich viele Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg aus Gablonz in Nordböhmen gemeinsam ansiedelten. (siehe: Vertriebenenstadt)

Religiöse Ortsnamen

Ortsnamen-Grundwörter, die einen religiösen Hintergrund haben, sind in Europa meist christliche Namen. Sie bezeichnen meist Gebäude (-kirch, -kloster, -zell etc.), da diese den Grundstein für die Entstehung der Ortschaft legten. Um 700 wurde begonnen, die Germanen östlich des Rheins zu missionieren. Viele Orte erhielten christliche Namen, wie z. B. Sankt.

Bestandteile von Ortsnamen (im deutschsprachigen Raum)

Ortsnamen im deutschsprachigen Raum (wie die meisten Ortsnamen germanischer Herkunft) bestehen im allgemeinen aus einem Grundwort (ursprünglich im Dativ), das meist mit einem vorangestellten Bestimmungswort näher bestimmt wird. Dieses Muster wird vorwiegend seit der späteren Völkerwanderungszeit angewendet und geht wohl auf römische Vorbilder wie Castra Regina ('Kastell am Regen' > Regensburg) zurück (bei denen allerdings das Grundwort am Anfang steht). Ein älteres Muster ist die Bildung aus Bestimmungswort und Suffix (das auch für die meisten Ortsnamen slawischen Ursprungs gilt). :Da die Grundwörter im Laufe der Geschichte oft bis zur Unkenntlichkeit verschliffen wurden (z.B. -heim zu -em, -en, -um), sind sie von Suffixen z.T. nicht mehr zu unterscheiden, so dass in vielen Fällen nur die ältesten urkundlichen Belege eine sichere Zuordnung erlauben. Zur Unterscheidung von gleichen (oder ähnlichen) Ortsnamen in der Umgebung können den Namen weitere Elemente hinzugefügt werden. Dies kann ein vorangestellter Zusatz wie Berg- oder Wald- oder ein nachgestellter Zusatz wie bei/am XY sein. Benachbarte Tochtersiedlungen (bzw. planmäßige Erweiterungen bestehender Siedlungen) werden meist durch Namenszusätze wie Neu- oder Klein- von der ursprünglichen Siedlung unterschieden, die gleiche Funktion erfüllen Zusätze wie -Neustadt etc. Meist neuzeitlichen Ursprungs sind weitere Beinamen und Zusatzbezeichnungen (s.u.); sie werden oft nur im amtlichen Verkehr gebraucht und in der lokalen Umgangssprache ignoriert, z.B. Bad Münder am Deister.

Grundwörter

Grundwörter bezeichnen den Grund der Benennung eines Orts bzw. einer Siedlung, z.B. das Vorhandensein von Gebäuden (-hausen, -kirchen etc.) oder spezieller geografischer Merkmale (-berg, -wald etc.). Die Grundwörter werden auch Endungen genannt, weil sie in germanischen Ortsnamen in der Regel hinten stehen. Durch diese Bezeichnung wird jedoch der Unterschied zu den Ortsnamen-Suffixen verwischt, die im Gegensatz zu den Grundwörtern keine erschließbare eigenständige Bedeutung haben. Ortsnamen-Grundwörter können auch für sich stehen (Simplex) und zum Teil als Bestimmungswörter dienen, also miteinander kombiniert werden. Beispiele sind:
- -ach, -a, niederdeutsch -aa, -ah: Siedlung an einem Wasserlauf, einer Ache, westfäl. Aa (-ach kann in rheinischen Ortsnamen aber auch auf das gallo-romanische Suffix -acum zurückgehen).
- -au, -aue, niederdt -oog(e), -ohe, -oie: Siedlungen auf Inseln oder am Wasser, von mittelhochdeutsch ouwa etc. (-au steht in niederdeutschen Namen oft für älteres -a, -aa, in vormals slawischen Gebieten für -ow).
- -bach, niederdt -bek(en), -beck, -bke etc.: (Siedlung an einem) Wasserlauf.
- -berg, -bergen, niederdt. -barg, -bargen: Ansiedlung auf einer Anhöhe oder an einem Berg, z.B. Bamberg
- -beuern, -beuren, -beuron, -birn, niederdt. -büren, -bur(en) etc.: von althochdeutsch bur 'kleines Haus' etc., mittelniederländ. buur 'Wohnung', vergl. Bauer (Vogelkäfig).
- -bruch, -broich, niederdt. -brook, brock, -brauk bedeutet Bruch- oder Sumpflandschaft (siehe Erlenbruchwälder in Brandenburg), z.B. Broich, Bärbroich, Grevenbroich „Bruchlandschaft der Grafen".
- -bruck, -brück, niederdt. -brügge beziehen sich auf eine Ansiedlung mit Gewässerübergang, oft (aber nicht ausschließlich) eine Brücke.
- -bühl, -bühel, -bihl, -beuel, bairisch -bichel, -pichl: Siedlung auf oder an einem Hügel, einer Anhöhe.
- -büll: Wohnstätte, Siedlung (entspricht dänisch -bøl von altnordisch bol 'Einzelhof'), z.B. Niebüll.
- -burg, niederdt., schwed. und dän. -borg: befestigte Siedlung, in frühmittelalterlichen Namen auch: Stadt (s.u.), z.B. Duisburg, Göteborg, Hamburg, Regensburg
- -by in Schleswig: wikingerzeitl. Dorf, z.B. Karby, Barkelsby, verwandt mit althochdeutsch bur, schwed. -bo und norweg. -bu — an der mittleren Elbe: Ort an der Flussbiegung, z.B. Barby.
- -donk: kleine Anhöhe in der Niederung (niederrheinisch und niederländisch).
- -dorf, -torf, -troff, -druf, niederdt. -dorp, -dörp, -torp, -trop, -trup: (bäuerliche) Siedlung allgemein. Während der deutschen Kolonisierung der vormals slawischen Gebiete ostwärts der Elbe (siehe Ostsiedlung) wurden neu gegründete Siedlungen oft nach dem Dorfvorsteher benannt, z.B. Hartmannsdorf (= Dorf des Hartmann)
- -eck, -egg:
- -feld, -felde: (ursprünglich) unbewaldete Fläche, z.B. Bielefeld.
- -furt, -furth, -fürth, niederdt. -ford, -fort, -vörde etc.: Siedlung an einer Furt, z.B. Frankfurt, Schweinfurt, Ochsenfurt, Klagenfurt, Erfurt, Bremervörde.
- -gast: östlich von Elbe und Saale meist aus slawisch -goszcz.
- -graben: Siedlung an einem künstlichen Wasserlauf.
- -groden, -grode: niederdeutsch für neu angeschwemmtes Land (insbesondere zur Seeseite des Deichs)
- -hagen, -haag, -hain, -han: ein umhegter Bereich.
- -hall: abgeleitet vom keltischen Wort für Salz.
- -hau: von hauen (roden).
- -hausen, -haus, niederdt. -husen, -huus, -sen: bei den (Wohn-)Häusern, bzw. im Singular (bescheidene) Einzelsiedlung.
- -haven: abgeleitet von Hafen.
- -heim (-en), bairisch -ham, -am, niederdt. -hem, -em, -um: Siedlung, Wohnort (vgl. Heimat), z.B. Ingelheim, Oggersheim.
- -hof, -hofen, -höfen, niederdt. -hoven: als Einzelhof oder Gruppe von Gehöften angelegte Siedlung, z.B. Adelshoven.
- -holm: niederdeutsch Insel oder Halbinsel, z.B. Stapelholm.
- -horn, -hörn: spitz zulaufendes Geländestück, z.B. Nordhorn, Scharhörn.
- -horst (-host, -ost), -hurst: eine leicht erhöhte Stelle in einem Sumpf, Moor oder einer feuchten Niederung.
- -inghausen (-iehausen, -kausen), -ingheim (-igheim, -ingem), -inghoven (-ikofen, -ikon/-iken), -ingerode: Kombinationen aus dem Suffix -ing(en) und den jeweiligen Ortsnamen-Grundwörtern, z.B. Lüdinghausen, Bönnigheim, Zollikofen, Zollikon, Wernigerode
- -kapell(en), -kappeln:
- -kietz: ehemals slavische Fischersiedlung (zu urslawisch
- chÿža
'Hütte, Haus').
- -kirch, -kirchen, niederdt. -kark, -kerk(en): Kirchort.
- -leben (-legen): (altsächsisch-thüringisch): Hinterlassenschaft, zurückgelassener Ort, z.B. Aschersleben, Eisleben, Gardelegen (entspricht dänisch -lev[http://da.wikipedia.org/wiki/-lev], schwedisch -löv).
- -leiten, -leithen: (Siedlung am) Abhang, Berghang.
- -loh, -lah, -loch: Hain, lichtes Gehölz.
- -mar: stehendes Gewässer, sumpfiges Quellgebiet, z.B. Geismar, Horstmar.
- -mund, -münde, niederdt. -müde(n), niederländ. -muid(e): an der Mündung eines Baches oder Flusses, z.B. Peenemünde, Müden/Aller, IJmuiden.
- -münster: Mönchskloster (von lateinisch 'monasterium'), z.B. Kreuzmünster.
- -rod, -rodt, -rode, -raht, -rath, -rade, -reut(h), -reute, -ruit: von "Rodung", also eine Siedlung im (früheren) Wald, z.B. Walsrode, Neuenrade, Bayreuth, Reutte in Tirol, Hastenrath, Bergrath, Eurode.
- -rotte: von zusammenrotten, siehe Weiler
- -ruhe: Grab eines Herrscher, z.B. Karlsruhe, Wilhelmsruhe
- -schlag: von schlagen (roden).
- -schwand: von schwenden (brandroden).
- -siefen, -seifen, niederdt. -siepen: mittelhochdeutsch (bzw. mittelniederdeutsch) für enges, feuchtes Bachtal, siehe Siepen
- -siel: von "Siel", eine Deichschleuse, z.B. Greetsiel, Dornumersiel
- -stade: Siedlung am Ufer (von "Gestade").
- -stadt, -statt, -stätt, -stetten, niederdt. -städt, -stedt, -stede(n): in schon mittelalterlich überlieferten Ortsnamen (zunächst) lediglich Stätte, Stelle (z.B. Eichstätt 'Stelle, wo viele Eichen wachsen'), erst im 12. Jahrhundert entwickelte sich für mittelhochdeutsch stat die Bedeutung 'Siedlung mit Marktrecht und Selbstverwaltung' (dafür früher burg); auch im 20. Jahrhundert bei Zusammenlegungen von Gemeinden häufig gebraucht, zum Beispiel: Erftstadt, Diemelstadt.
-
-stein: eine Ortschaft auf oder an einem Felsen
-
-stift: ein Nonnenkloster
-
-tal, -thal, niederdt. -dal: Siedlung im Tal; auch im 20. Jahrhundert bei Zusammenlegungen von Gemeinden häufig gebraucht, zum Beispiel: Extertal, Lippetal, Nettetal, Niddatal, Schwalmtal, Wuppertal.
-
-walchen: Siedlung romanischen (welschen) Ursprungs.
-
-wald, -walde, niederdt. -wohld, -wohle, -wold etc.: Siedlung am oder im Wald.
-
-weiler, -wei(h)er, -wil, ,-wy(h)l, -viller: eine Wohnsiedlung, die aus wenigen Gebäuden besteht (Weiler), z.B. Ahrweiler, Arnoldsweiler, Baesweiler, Brauweiler, Chorweiler, Eschweiler, Etzweiler, Garzweiler, Kinzweiler, Mariaweiler, Weiler im Allgäu, Weilerswist, Weisweiler.
-
-werder, -werth, niederdeutsch -warder, -wort(h), süddeutsch -wört(h): Halbinsel oder inselartige Anhöhe in der Niederung (vgl. Wurt).
-
-wik, -wig: niederdeutsch Siedlung (aus latein. vicus, vergl. niederländ. wijk 'Stadtviertel', siehe Weichbild) – oder skandinavisch "Bucht", "Meerbusen" (z.B. Reykjavík); skandinavisch vik gehört zu zurückweichen (der Küstenlinie) wie Bucht zu biegen.
-
-zell: bezieht sich auf eine Klosterzelle, z.B. Zell (Mosel), Kirchzell, Zell (Odenwald)

Suffixe

Ortsnamen-Suffixe können (besonders in altertümlichen Ortsnamen) die Stelle von Grundwörtern einnehmen. Da sie keine eigenständige Bedeutung haben, sind sie noch stärker als die Grundwörter der Abschleifung (und gegenseitiger Angleichung) ausgesetzt. Hinzu kommt, dass die deutschen Ortsnamen ursprünglich Dativformen waren (gebraucht als Lokativ) und deshalb häufig noch auf -e (Singular) oder -(e)n (Plural) enden, z.B. -walde 'im/am ...wald(e)', -hausen (althochdeutsch -husun, -huson) 'bei den ...häusern'. Beispiele:
-
-ach, -ich (-ig), -icht (-igt), oberdeutsch -at, -et, -it, hessisch -es, -is: Kollektivsuffix, das aus Baumnamen Gehölznamen bildet, z.B. Haslach ('Haselwald'), Birkig, Buchet, Meiches (1342 zum Eiches).
-
-ate, -te, -nit und -net: keltischen Ursprungs, z.B. Adnet (Salzburg).
-
-ede, -de, -da, -te, -ta, -t: Kollektivsuffix, das aus örtlichen Gegebenheiten Siedlungsnamen bildet, z.B. Eschede, Apolda ('Ort, wo Äpfel wachsen/Apfelbäume stehen' vergl. lateinisch arboretum 'Baumgarten' zu arbor 'Baum'), Ebnet/Ebnit/Ebnat (zu althochdeutsch ëbanôti 'Ebene'); aber auch Substantive aus Verben, z.B. Freude zu freuen, Gebäude zu bauen.
-
-ich, -ach in rheinischen Ortsnamen: aus gallo-romanisch -(i)acum, z.B. Jülich, Andernach.
-
-in (-en) (wenn endungsbetont): slawisch, z.B. Berlin, Fehrbellin 'Weidenort'
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-ingen,-ing, -ungen (-en), friesisch -ens: bildet Siedlungsnamen (eigentlich Einwohnernamen) hauptsächlich aus Personennamen (z.B. Süpplingen, Gauting, Esens), aber auch aus Stellenbezeichnungen (z.B. Wildungen 'bei den Leuten in der Wildnis'); Dieses Suffix gehört etymologisch zu -ung.
-
-itz, -itsch, -witz, -(sch)ütz: aus slawisch -ic- bzw. -ov-ic-, z.B. Rochlitz, Delitzsch, Doberschütz (1349 Doberschwicz zum altsorbischen Vornamen Dobrš)
-
-ow (-au): aus slawisch -ov, z.B. Malchow, Lüchow
-
-s (-z): Genetiv-Endung in elliptischen Ortsnamen; diese bestehen nur aus einem Bestimmungswort (meist Personenname) im Genetiv, das Grundwort ist ausgelassen oder weggefallen, z.B. in Sterbfritz aus 'Starcfrides [Huson]' (vergl. Familiennamen wie Frings aus 'Severins [Sohn]'); dass auch diese Ortsnamen ursprünglich Dativformen waren, zeigt Merkenfritz aus '[ze de]m Erkenfredis'.

Bestimmungswörter

Sie weisen auf bestimmte geographische (
Berg-, Tal-, Wasser-) oder geologische (Erz-, Hal-, Stein-) Gegebenheiten hin, beziehen sich auf die natürliche Umwelt (Hirsch-, Hase-, Vogel-, Eich-, Buch-) oder Personengruppen (Frank-, Sachsen-, Schiffer-, Graf-) oder verweisen auf Bauten (Burg-, Kirch-, Mühl-). Beispiele:
-
Au-, Aue-, Auen-, Feld-, Wald-, Heide- usw.
-
Bach-, Ach-, See- usw.
-
Barg-, Berg-, Stein-, Sand- usw.
-
Bär-, Ber-, Hirsch-, Vogel(s)-, Eber- usw.
-
Brand-
-
Eisen-, Erz-, Kupfer-, Gold-, Zinn- usw.
-
Hal-, Hall-, Salz-, Sol- (meist Orte mit Salzvorkommen, siehe auch Halogene)
-
Kauf-, Markt-
-
Kirch-, Schloss-, Pfalz- usw.
-
König(s)-, Herzog(en)-, Graf(en)-, Schulz(en)-, Schult(en)- usw.
-
Mark- (als Abgrenzung), Grenz-
-
Mühl-, Kirch-, Burg- usw.
-
Oder-, Rhein-, Saar- , Weser- usw.
- Personennamen (meist männl. Vornamen)
-
Schön(e)-, Lauter-, Lutter-
-
Zwei-, Zwi(e)-, Dri- Fünf-, Neun- usw.

Namenszusätze

Sie grenzen gegenüber nahegelegenen, ansonsten gleichnamigen Orten ab (
Groß- / Klein-, Alt- / Neu-, Hoch- / Nieder-) und werden meist den anderen Bestimmungswörtern vorangestellt; die Unterscheidung zu den Bestimmungswörtern ist dabei eher funktional als inhaltlich, so dass Elemente der oberen und unteren Listen z.T. ausgetauscht werden können, z.B. Markranstädt (neben Altranstädt) und Oldenburg (ohne nahegelegenes Gegenstück). Es gibt z.B. Unterscheidungen nach
- Größe:
Groß(en)-, Gross(en)-, Grot(en)-, Groot-, Michel(n)-, Mecklen- / Klein-, Lütz(el)-, Lütten-, Lütjen- (Lütgen-) usw.
- Alter:
Alt(en)-, Alden-, Old(en)-, Ohlen-, Star- (slawisch 'alt') / Neu(en)-, Nau(en)-, Nein-, Nie(n)- (Nin-, Nenn-), Nova- usw.
- Höhe:
Hoch-, Hohen-, Hogen-, Ober-, Over- (Aver-), Auf-, Up- (Op-), / Nieder-, Neder- (Neer-), Unter-, Sieden- usw.
- Richtung:
Nord(er)- (Noord-) / Süd(er)- (Sund-, Sont-, Sud-, Sauer-), Ost(er)- / West(er)-, Vorder- / Hinter- usw.

Beinamen und Zusatzbezeichnungen von Orten

Zusatzbezeichnungen:
- Sankt, San, São, Saint, Sint, Santa, Sta., St.
  - Die amtliche Bezeichnung solcher Gemeinden enthält normalerweise entweder das ausgeschriebene Wort (z. B.
Sankt) oder die Abkürzung (z. B. St.). Umgangssprachlich und selbst im behördlichen Schriftverkehr und auf Ortstafeln wird jedoch oft auch die jeweils andere, nichtamtliche Version gebraucht.
- Maria. Speziell in den katholischen Gebieten gibt es Marienwallfahrtsorte, wo dem Ortsnamen
Maria vorgesetzt ist.
- Bad
  - In Deutschland ist der Zusatz
Bad gesetzlich geregelt und wird nur an Heilbäder vergeben, wenn bestimmte Mindestvoraussetzungen (Ortsbild, Angebot an Therapiemaßnahmen, Umweltqualität) erfüllt werden. Der Titel kann erteilt und auch wieder versagt werden.
  - In Österreich ist der Zusatz
Bad ein Bestandteil des amtlichen Namens, der von der jeweiligen Landesregierung vergeben wird. Er wird vergeben an Heilbäder, Thermalbäder, Luftkurorte etc. Einige deutsche Städte besitzen neben ihrem Ortsnamen noch ein zusätzlichen, amtlich verwendeten Namen:
- Bundeshauptstadt, für die deutsche Hauptstadt Berlin
- Bundesstadt für Bonn
- documenta-Stadt für Kassel, nach der Kunstausstellung documenta
- Hansestadt, für Orte, welche Mitglied der Hanse waren
- Landeshauptstadt, für Hauptstädte eines Bundeslandes
- Universitätsstadt, z.B. Tübingen
- Lutherstadt Wittenberg, nach Martin Luther
- Olympiastadt, nach Olympia Zu unterscheiden ist zwischen offiziell geführten Ortsnamen wie Lutherstadt Wittenberg oder Hansestadt Hamburg, und Beinamen, die nur zur Charakterisierung dienen. Manche Städte - meist Metropolen - haben auch einen Beinamen oder "Spitznamen":
- Aachen -
Kaiserstadt (Aachen war Kaiserpfalz von Karl dem Großen)
- Berlin -
Spreeathen
- Braga -
Portugiesisches Rom
- Braunschweig -
Stadt Heinrichs des Löwen
- Budapest, Warschau (bis 1945), Riga, Bukarest, Irkutsk und Sankt Petersburg -
Paris des Ostens
- Byzanz -
Zweites Rom oder Rom des Ostens
- Chemnitz -
Sächsisches Manchester (Zentrum der Textilindustrie in Sachsen)
- Detroit -
Motown, Motor City
- Dresden -
Elbflorenz
- Edinburgh -
Athen des Nordens
- Eisenhüttenstadt -
Schrottgorod, Blechbudenhausen
- Erlangen -
Hugenottenstadt
- Eschweiler -
Indestadt (nach dem Flüsschen Inde), Wiege des rheinischen Bergbaus
- Frankfurt am Main -
Mainhattan, Bankfurt (in Anspielung auf die Bedeutung als deutsches Finanzzentrum)
- Kiew -
Mutter der russischen Städte (Hauptstadt des Kiewer Rus, der Keimzelle des heutigen Russland)
- Leipzig -
Klein Paris
- Lübeck -
Königin der Hanse
- Los Angeles -
Stadt der Engel
- Mainz -
Goldenes Mainz (lat. Aurea Moguntia)
- Mannheim -
Quadratestadt oder kurz die Quadrate
- Moskau -
Drittes Rom
- München -
Isar-Athen, die nördlichste Stadt Italiens
- Neubrandenburg -
Stadt der vier Tore
- New York -
Big Apple
- Nürnberg -
Die Noris
- Prag -
Goldene Stadt (Zlaty Praha)
- Paris -
Stadt der Liebe, Paname
- Pforzheim -
Goldstadt
- Rom -
Ewige Stadt und Stadt der Sieben Hügel
- San Francisco -
The City
- Schwabach -
Goldschlägerstadt
- Stuttgart -
Stadt zwischen Wald und Reben, Benzstadt
-
Venedig des Nordens - Mit diesem klangvollen Namen schmücken sich (und die Reiseveranstalter) viele Städte, z.B.: Sankt Petersburg, Stockholm, Hamburg, Brügge, Amsterdam, Emden, Arendal, Friedrichstadt, Stralsund,Edinburgh, Mikolajki, Giethoorn Darüber hinaus schmücken sich auch kleinere Ortschaften mit klangvollen Beinamen, die meist von regionalen Vorzügen, Wirtschaftsschwerpunkten oder berühmten Persönlichkeiten abgeleitet wurden, z.B. Händelstadt Halle, Spargelstadt Beelitz, Reuterstadt Stavenhagen, Marzipanstadt Lübeck, Eulenspiegelstadt Mölln, Volkswagenstadt Wolfsburg, Hafenstadt Emden, Babenbergerstadt Mödling, Stiefelstadt Döbeln. Städte, die Sitz einer Universität sind, schmücken sich häufig mit dem Beinamen Universitätsstadt. Die Beispiele sind beliebig erweiterbar, denn kaum ein Ort versäumt es, seine Besonderheit zu betonen.

Namenslänge und Namenshäufigkeit

Die
längste Ortsbezeichnung besitzt eine neuseeländische Stadt namens Taumatawhakatangihangakoauotamateturipukakapikimaungahoro-Nukupokaiwhenuakitanatahu. Europas längsten Ortsnamen trägt die walisische Ortschaft Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch. Der längste Ortsname der Welt ist eine heute nicht mehr gebräuchliche Thai-Bezeichnung von Bangkok: Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit. Die kürzesten Ortsbezeichnungen in Deutschland haben nur zwei Buchstaben: Au (viele), Ay, Ed, Ob und Oy (jeweils einmal). Die wohl bekannteste Stadt der Welt mit zwei Buchstaben ist Ur in Mesopotamien. In Finnland gibt es in der Nähe von Oulu die Stadt Ii. Einbuchstabige Ortsnamen sind sehr selten und in Deutschland nicht zu finden.
- In Frankreich gibt es jedoch ein winziges Dörfchen namens Y
- Orte namens Å gibt es auf den Lofoten, in Dänemark auf der Insel Fünen, in Norwegen und in Schweden
- Dänemark hat noch einen weiteren einbuchstabigen Ortsnamen namens Ø
- Auf den Karolineninseln im Pazifik gibt es einen Ort U
- Die japanische Stadt Sosei wird auch Aioi oder O genannt
- Früher gab es im amerikanischen West Virginia einen Ort mit dem Namen 6 (Quelle: Guinness-Buch der Rekorde 1992) Ein Kuriosum stellen für Deutschsprachige solche Ortsnamen dar, die keine Vokale enthalten. z.B. Krk. Zu den häufigsten Ortsnamen Deutschlands zählen u. a. Hausen, Neustadt und Mühlhausen. Zu den häufigsten Ortsnamen in Österreich zählen Berg, Hof, Bach, Sankt Georgen, Sankt Peter und Neusiedl.

Siehe auch


- Flurname, Toponym, Toponomastik
- Exonyme für deutsche Toponyme, Liste der Listen deutscher Bezeichnungen ausländischer Orte, Liste lateinischer Ortsnamen, Rheinische Ortsnamen
- Katastralgemeinde

Weblinks


- http://www.heveller.de/genealogie/ortsnamenkunde.htm
- http://www.vein.hu/german/kosovkurz.html Zur Grammatik von Ortsnamen
- http://www.onomastik.com

Literatur


- Bach, Adolf:
Deutsche Namenkunde ∙ Band II, 1 und 2: Die deutschen Ortsnamen, Heidelberg 1953/54
- Bauer, Gerhard:
Namenkunde des Deutschen (Germanistische Lehrbuchsammlung Band 21), Bern 1985, ISBN 3-261-03205-7
- Berger, Dieter:
DUDEN, Geographische Namen in Deutschland ∙ Herkunft und Bedeutung der Namen von Ländern, Städten, Bergen und Gewässern, 2., überarbeitete Auflage, Mannheim 1999, ISBN 3-411-06252-5
- Kaufmann, Henning:
Bildungsweise und Betonung der deutschen Ortsnamen, 2., verbesserte und erweiterte Auflage, München 1977
- Schmidt, Wilhelm:
Deutsche Sprachkunde ∙ Ein Handbuch für Lehrer und Studierende (Kapitel X, S.265-284), 10. Auflage, Berlin 1985
- Wesche, Heinrich:
Unsere niedersächsischen Ortsnamen, (ohne Ort) 1957 Kategorie:Toponym Kategorie:Kommunalrecht

Kategorie:Japanische Schrift

Kategorie:Alphabet Schrift

Captain (album)

Captain is an album by Scottish band Idlewild. Recorded 1st-7 October 1997 at River Studios, London. It was produced by Paul Tipler under the label, Deceptive Records.

Track Listing

# "Self Healer" # "Annihilate Now!" # "Captain" # "Last Night I Missed All The Fireworks" # "Satan Polaroid" # "You Just Have To Be Who You Are"

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