:: wikimiki.org ::
| Chinesische Sprache |
Chinesische Sprache
Chinesisch – chinesisch: 汉语 und 中文 Pīnyīn: Hànyǔ und Zhōngwén – ist eine Untergruppe der sino-tibetischen Sprachfamilie. Es ist keine Einzelsprache, sondern aufgegliedert in verschiedene einzelne "Dialekte", die sich voneinander ebenso stark wie die verschiedenen slawischen oder die verschiedenen romanischen Sprachen unterscheiden. Manche sprechen daher lieber von den "sinitischen Sprachen". Andererseits bezeichnet man mit "chinesisch" mehr und mehr das weit verbreitete Mandarin, also eine klar abgegrenzte Sprache.
__TOC__
Die mündliche Kommunikation zwischen einem Sprecher des Mandarin und beispielsweise einem des Kantonesischen ist sehr schwierig bis unmöglich. Ermöglicht wird die Kommunikation aber über die Hochsprache Pǔtōnghuà und die chinesische Schrift, die in ganz China benutzt wird und die aufgrund ihres besonderen Charakters als logographischer Schrift unabhängig von der Aussprache verständlich ist, regional jedoch durch Einflüsse der "Dialekte" durchaus variieren kann.
Chinesisch in der einen oder anderen Variante wird heute von ca. 1,2 Milliarden Menschen gesprochen, von denen die meisten in der Volksrepublik China und Taiwan leben.
Die verschiedenen chinesischen Sprachen werden oft auch als Dialekte bezeichnet, obwohl sich, wie beschrieben, Sprecher verschiedener chinesischer Sprachen nicht verstehen können und diese Sprachen selbst wieder in Dialekte zerfallen. Dies wird mit der gemeinsamen Schrift und der Koexistenz in einem gemeinsamen Staat begründet. In der Linguistik wird aber in diesem Zusammenhang oft statt von Dialekten auch von verschiedenen chinesischen Sprachen gesprochen und das Chinesische als eine Gruppe von mindestens sechs verschiedenen Sprachen angesehen.
Die am weitesten verbreitete Variante ist Běifānghuà (北方话) (Mandarin, wörtl. "Sprache des Nordens"), welches die Muttersprache von ca. 850 Millionen Menschen ist. Weitere wichtige chinesische Sprachen sind Gan (20 Mio. Sprecher), Hakka (auf Mandarin: Kèjiā; 30 Mio. Sprecher), Jin (45 Mio. Sprecher), Min Bei (10 Mio. Sprecher), Min Nan (40 Mio. Sprecher), Wu (u.a. Shanghaiisch, 77 Mio. Sprecher), Xiang (36 Mio. Sprecher) und Yue (Kantonesisch, mehr als 80 Mio. Sprecher). [http://www.ethnologue.com/show_country.asp?name=China] [http://www.ethnologue.com/show_country.asp?name=Taiwan]
Der Language Code ist zh bzw. chi oder
zho (nach ISO 639). Für MIME e-mail und im HTTP-Protokoll wird optional eine genauere Unterscheidung mit einem angehängten Country Code (nach ISO 3166) vorgenommen, und damit zh-TW (Taiwan), zh-CN (VR China) und zh-SG (Singapur) unterschieden.
Die chinesischen Sprachen – am stärksten ausgeprägt das klassische Chinesisch der Antike – sind isolierende Sprachen, das heißt, die einzelnen Worte stehen als isolierte Einheiten nebeneinander und werden nicht verändert (z. B. durch Deklination oder Konjugation). Grammatische Merkmale wie Anzahl, Fall oder Zeit werden durch hinzugefügte kennzeichnende Worte ausgedrückt, wo es nötig ist. Ist der Gebrauch dagegen aus dem Kontext eindeutig, entfällt die Kennzeichnung gewöhnlich.
Im klassischen Chinesisch ist jede Silbe zugleich ein Morphem. Im modernen Chinesisch sind viele zwei- oder dreisilbige Wörter jedoch nur noch theoretisch in mehrere Morpheme zerlegbar, da sie durch langen, häufigen Gebrauch nicht mehr als zusammengesetzte Wörter empfunden werden.
Die chinesischen Sprachen sind auch Tonsprachen, das heißt, die Tonhöhe und ihr Verlauf, in der ein Wort gesprochen wird, ist bedeutungsunterscheidend. Die Anzahl der Töne variiert unter den verschiedenen Varianten. Mandarin hat 4 bzw. 5 Töne, der Shanghai-Dialekt (Wu) nur 2 ausgeprägte Töne, Kantonesisch (Yue, gesprochen in Guangdong und Hong Kong) hat 6 Töne, Min Nan hat sogar 8.
Neben der chinesischen Schrift gibt es mit dem Pīnyīn auch eine voll ausgebildete offizielle Romanisierung für das Mandarin-Chinesisch. Die anderen chinesischen Sprachen haben eigene Romanisierungs-Systeme.
Die chinesischen Sprachen haben andere, eigentlich nicht verwandte ostasiatische Sprachen sehr stark beeinflusst, vor allem Koreanisch, Japanisch und Vietnamesisch.
Literatur
- Bernhard Karlgren: Schrift und Sprache der Chinesen. 2. Aufl., Springer 2001, ISBN 3-540-42138-6.
- Li Dejin, Cheng Meizhen: Praktische chinesische Grammatik für Ausländer. Beijing, Sinolingua 1993, ISBN 7-8005-2218-0
- Zhang Wei, Xu Denan: Grammatik des modernen Chinesisch. Beijing, Verlag für Fremdsprachige Literatur 1985.
- Qian Wencai: Chinesisch-deutsche kontrastive Syntax. Hamburg, Helmut Buske 1985, ISBN 3-87118-623-6.
Lehrbücher
- Wei Chiao: Grundstudium Chinesisch 1. 2. Aufl., Dürr + Kessler 2004, ISBN 3-8018-0064-4.
- Ning-ning Loh-John: Langenscheidts Praktisches Lehrbuch Chinesisch. Ein Standardwerk für Anfänger, 5. Aufl., Langenscheidt 1999, ISBN 3-468-26090-3.
- Assimil: Chinesisch ohne Mühe Bd. 1, ISBN 2-7005-1093-3/ ISBN 2-7005-1350-9
- Assimil: Chinesisch ohne Mühe Bd. 2, ISBN 2-7005-1094-1/ ISBN 2-7005-1351-7
- Cremerius, Ruth: Chinesisch für Deutsche, ISBN 3-87548-384-7
Wörterbücher
- Das neue chinesisch-deutsche Wörterbuch. Beijing, Shangwu yinshuguan 1985, ISBN 7-100-00096-3 (Bis heute das beste chinesisch-deutsche Wörterbuch. Wortschatz etwas veraltet).
- Chinesisch-deutsches Wörterbuch. Akademie der Wissenschaften der DDR 1986, ISBN 3-05-000170-4, ISBN 3-05-000171-2. (Ein weiteres hervorragendes Werk, leider etwas unhandlich, da zweibändig. Die chinesischen Zeichen sind handschriftlich eingetragen, der deutsche Text und Pinyin sehen aus wie auf einer mechanischen Schreibmaschine geschrieben.)
- Wilfried Fuchsenberger: Chinesisch-deutsches Universalwörterbuch. Beijing, Verlag für Fremdsprachige Literatur 2001, ISBN 7-119-01864-7. (Das neueste Wörterbuch größeren Umfangs. Die Übersetzungen sind leider teilweise ungenau oder sogar irreführend, der Satz lässt zu wünschen übrig.)
Siehe auch
- Sprache
- Chinesische Familiennamen
- Chinesische Dialekte
- Deutsch-chinesisches Wort- und Satzlexikon auf Wikibooks
Weblinks
- [http://dehanci.vitadata.org Deutsch-chinesisches Wort- und Satzlexikon (Datenbank)]
- [http://www.chinese-tools.com/ Chinese-tools.com: Chinesisch-Kurse, Wörterbuch, Transkriptor und mehr] (engl.)
- http://vcdic.drgao.de/index.php?page=search.php Metasuchmaschine für Chinesisch
- http://www.xuexizhongwen.de/linksammlung.htm Linksammlung zu mehreren Online-Chinesisch/Mandarin-Kursen
- [http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehmann/CL_Lehr/Spr_Welt/SW_Chin.html Zur chinesischen Sprache]
- [http://www.xuexizhongwen.de/ Chinesische Sprache und Computer]
- [http://www.chinafokus.de/themen/themen.php?kaid=44 Themenseite chinesische Sprache bei Chinafokus]
- [http://www.zanhe.com/ Schanghaiisch (Wu Sprache): Introduction and Development] (engl.)
- http://www.zhongwen.com/
- http://www.hantrainerpro.de
Kategorie:Sprachgruppe
!Chinesische Sprache
ja:中国語
ko:중국어
th:ภาษาจีน
zh-cn:汉语
zh-min-nan:Hàn-gí
zh-tw:漢語
Chinesische SchriftDie chinesische Schrift (Kurzzeichen 汉字, Langzeichen 漢字, chin. hanzi, kor. hanja, jap. kanji ) ist das in China genutzte Schriftsystem. Die chinesische Schrift besteht aus Logogrammen, das heißt, dass jedes Zeichen für ein Wort oder Bedeutungselement steht. Die Schrift wurde auch von anderen ostasiatischen Völkern übernommen.
Logogramm (rechts)]]
Geschichtliches
Historie bis zur Volksrepublik China
Logogramm
Die chinesische Schrift ist über 3.000 Jahre alt. Die ältesten bisher gefundenen chinesischen Schriftzeichen sind in Rinderknochen (vor allem in das Schulterblatt, sogenannte Orakelknochen) und Schildkrötenpanzer (zum Weissagen der Jagd etc.) eingeritzte [http://www.um.u-tokyo.ac.jp/DM_CD/DM_CONT/KOKOTSU/HOME.HTM Bildzeichen] aus der Zeit um 1400 v. Chr., die 1899 in Anyang entdeckt wurden. Man geht davon aus, dass zum damaligen Zeitpunkt bereits 5.000 verschiedene Zeichen existierten.
Mitte des ersten vorchristlichen Jahrtausends entwickelte sich die Bilderschrift zu einer verkehrsfähigen Schrift, die in der Lage war, Syntax und Semantik einiger der damaligen Sprachen im Raum der heutigen Volksrepublik China vollständig abzubilden. Mit der chinesischen Reichseinigung unter dem ersten Kaiser Qin Shi Huangdi (秦始皇帝) ca. 200 v. Chr. fand eine große Schriftvereinheitlichung statt.
Im Zusammenspiel mit dem seit der Reichseinigung (Qin-Dynastie) 200 v. Chr. etablierten Beamtenstaat wurde die chinesische Schriftsprache durch ihre Verwendung im gesamten Einzugsbereich des chinesischen Kaiserreiches zur Lingua franca, die die verschiedenen chinesischen Sprachgemeinschaften miteinander verband und eine relative Geschlossenheit des chinesischen Kulturraums ermöglichte.
In China mussten Politiker und Beamte bis ins 20. Jahrhundert hinein gute Literaten sein, wenn sie Einfluss gewinnen wollten – und nicht, wie im Westen, gute Redner. An vielen Stellen wird beschrieben, wie groß die Enttäuschung bei vielen Chinesen war, als sie Politiker wie Mao Zedong oder Deng Xiaoping zum ersten Mal sprechen hörten.
Entwicklungsstufen
Schriftreform in der Volksrepublik China
Im Jahre 1955 fand in der Volksrepublik China eine umstrittene Schriftreform statt, in deren Verlauf die Schreibrichtung von links nach rechts (statt von oben nach unten) eingeführt wurde und eine starke Vereinfachung der am meisten gebrauchten Schriftzeichen vorgenommen wurde. Dabei wurde auch auf eine große Zahl von Schreibungen zurückgegriffen, die schon bei handschriftlich verfassten Texten verwendet wurden. Beispiele für diese Vereinfachungen sind 图 für 圖 (tu, Karte), 龙 für 龍 (long, Drache) und 单 für 單 (dan, einzeln). Methoden der Vereinfachung waren beispielsweise die Verbindung von Punkten zu Linien(馬 ma, Pferd, wurde zu 马), das Weglassen von Strichen bzw. Punkten (爲 bzw. 為 wei, tun, wurde zu 为) oder das Zusammenfassen von zwei oder drei Langzeichen zu einem Kurzzeichen (復 und 複 fù wurden zu dem vereinfachten Zeichen 复 zusammengefasst).
Parallel zu den reformierten Kurzzeichen werden die traditionellen Langzeichen jedoch bis heute teilweise verwendet und kehren seit den zunehmenden Lockerungen in der Volksrepublik immer mehr in den Alltag zurück. Dennoch ist es für einen durchschnittlich gebildeten Chinesen nicht möglich, die Langzeichen alter Texte, die nicht übertragen wurden, zu lesen.
In Taiwan, Hongkong und Macao wurde die Tradition des Schreibens mit Langzeichen bis heute beibehalten und ist auch bei Überseechinesen verbreitet. So blieb die symbolische Bedeutung der Zeichen und Radikale erkennbar. In handschriftlichen Texten sind jedoch traditionell eine ganze Reihe von Kurzschreibungen gängig, die zum Teil den Kurzzeichen der Volksrepublik China entsprechen.
Chinesische Schrift außerhalb Chinas
Im Rahmen des Kulturtransfers, der Eroberung und der Missionierung durch den Buddhismus gelangten die chinesischen Schriftzeichen im Laufe der Jahrhunderte z. B. auch nach Korea, Japan und Vietnam.
In Japan, wo auch heute noch chinesische Schriftzeichen, Kanji genannt, verwendet werden, z.T in japanischen vereinfachten Varianten der Langzeichen, wurden die chinesischen Zeichen, durch Eigenentwicklungen (sog. 国字 ) und die aus chinesischen Zeichen entstandenen Silbenschriften Hiragana und Katakana ergänzt.
In Korea wurde zunächst nur mit chinesischen Zeichen geschrieben. Im Jahr 1446 führte man parallel dazu die neu entwickelte, Phonem-basierte Schrift Hangeul ein. In Südkorea wird bis heute in manchen Druckwerken ein gemischtes System aus chinesischen Zeichen (dort Hanja genannt) und Hangeul verwendet, in Nordkorea wurden im Rahmen einer Schriftreform die chinesischen Zeichen wieder abgeschafft.
Auch in Vietnam verzichtete man ab dem Ende der französischen Kolonialherrschaft auf die chinesische Schrift; hier wurde sie durch eine um diverse diakritische Zeichen ergänzte Lateinschrift ersetzt. Siehe dazu: Vietnamesische Sprache.
Systematik
Vietnamesische Sprache
Das älteste Lexikon für chinesische Schriftzeichen ist das Shuowen Jiezi (说文解字/說文解字, dt. Erklärung der einfachen Zeichen und Erläuterung der zusammengesetzten Zeichen) aus dem Jahr 121 n. Chr.. Die Schriftzeichen sind dort nach einem System von Elementarzeichen, den sog. Radikalen, eingeteilt.
Diese Klassifizierung der Schriftzeichen nach Radikalen hat sich bis heute erhalten. Die Anzahl der Radikale, die im Shuowen jiezi noch 512 betrug, wurde jedoch immer weiter reduziert, so dass die heute am weitesten verbreitete Liste traditioneller Radikale 214 Klassenzeichen verwendet. Diese Einteilung wurde vor allem durch das Kangxi Zidian (康熙字典, Kangxi-Wörterbuch) aus dem Jahre 1716 unterstützt, das bereits ca. 49.000 Schriftzeichen enthält. Wörterbücher für vereinfachte Schriftzeichen verwenden eine andere Anzahl an Radikalen, oftmals sind es 227 Radikale.
Für eine systematische Anordnung der chinesischen Wörter in Telefonbüchern und allgemeinen Lexika (im Gegensatz zu speziellen Schriftzeichen-Lexika) wird heute meist die Anordnung entsprechend der Pinyin-Umschrift verwendet. (Im Koreanischen und Japanischen werden die Wörter dagegen entsprechend ihrer Umschrift in die Silbenalphabete angeordnet.)
Das [http://kanji-database.sourceforge.net/ Kanji-Database-Projekt] versucht gegenwärtig, die in Unicode 3.1 festgelegten 70.000 Zeichen mit den 90.000 Zeichen der [http://www.mojikyo.org/html/abroad/abroad_top.html Mojikyo-Fonts] zu vereinen.
Die Schrift im Einzelnen
Einteilung der Schriftzeichen
Schriftzeichen werden in China in sechs Kategorien (六书/六書 liùshū) eingeteilt:
#象形 (Xiàngxíng, dt. Bildzeichen) – Piktogramme, die das Bezeichnete entsprechend der Erscheinungsform wiedergeben (z. B. 山 für Berg).
#指事 (Zhǐshì, dt. auf Tatbestände deuten) – Symbole, Ideogramme.
#会意/會意 (Huìyì, dt. Vereinigung der Bedeutungen) – Zeichen, die aus zwei oder mehr Zeichen mit verschiedenen Bedeutungen zusammengesetzt sind und deren Inhalt mit dem neuen Gesamtinhalt zusammenhängt.
#形声/形聲 (Xíngshēng, dt. Form und Ton) – Zeichen, die aus einem laut- und einem bedeutungsandeutenden Zeichen zusammengesetzt sind (Phonogramme). Ein Beispiel dafür ist das Zeichen 媽 (mā, Mutter). Die rechte Komponente 馬 (mǎ, Pferd) gibt die Aussprache an, während die linke Komponente 女 (nü, Frau) den Hinweis auf die Bedeutung gibt. Die bedeutungstragende Komponente ist oft auch das Radikal, nach dem die Zeichen in Wörterbüchern angeordnet werden.
#转注/轉注 (Zhuǎnzhù, dt. wenden und gießen) – Synonyme.
#假借 (Jiǎjiè, dt. unter falschem Namen) – Zeichen, die wegen gleichen Lauts für eine andere Bedeutung verwendet werden.
Etwa 90% Prozent aller chinesischen Schriftzeichen fallen als Phonogramme in die Gruppe 4 (形聲 Xingsheng).
Bedeutung einzelner Schriftzeichen
In ihrer langen Entstehungsgeschichte haben die meisten Schriftzeichen eine ganze Reihe verschiedener Bedeutungen angenommen. Hierzu zwei Beispiele:
傳 (chuán, zhuàn):
- weitergeben, weiterschicken (chuán)
- lehren, unterrichten, beibringen (chuán)
- verbreiten, sich ausbreiten (chuán)
- übertragen, leiten (Elektrizität, Wärme) (chuán)
- rufen, vorladen (chuán)
- Kommentar zu klassischen Werken, Biografie, historischer Roman (zhuàn)
道 (dào):
- Weg, Straße
- Wahrheit, Doktrin, Lehre, Prinzip
- Taoismus
- Regierungsbezirk, politische Unterabteilung einer Präfektur
- Zähleinheitswort, z. B. 一道光 (yī dào guāng, dt. ein Lichtstrahl)
- führen, leiten
- sprechen, sagen, Wörter
- rein phonetische Verwendung (z. B. bei der Transkription der dt. Stadt Landau als Lang-dao)
Dies stellt eine der großen Schwierigkeiten bei der Lesung und Übersetzung von alten Texten dar.
Da die chinesische Sprache über sehr viele Homophone verfügt, sind in vielen Fällen die Zeichen bessere Hinweise auf die Bedeutung als eine rein phonetische Wiedergabe. Einen antiken Text im klassischen Schriftstil nur aufgrund einer phonetischen Wiedergabe zu verstehen, ist praktisch unmöglich, und war von den antiken Autoren auch gar nicht vorgesehen; der Schriftstil unterschied sich merklich von der damals gesprochenen Sprache.
Wörter
Chinesische Wörter setzen sich zumeist aus mehreren Zeichen zusammen. Ursprünglich bestanden im klassischen antiken Chinesisch, vor allem in der Schriftsprache, die meisten Wörter aus nur einem oder zwei Zeichen. Die zunehmende Verlängerung der Wörter hat sich im 20. Jahrhundert seit der Gründung der Republik jedoch immer mehr verstärkt.
Anzahl der Schriftzeichen
Ein durchschnittliches chinesisches Wörterbuch listet etwa 10.000 Zeichen auf, das bisher umfangreichste Wörterbuch Zhōnghuá Zìhǎi 中华字海 aus dem Jahr 1994 enthält rund 87.000 verschiedene Schriftzeichen und Varianten. Die Mehrzahl dieser Zeichen kommt nur in alter Literatur, in geographischen Bezeichnungen oder in Dialekten vor oder es handelt sich um Varianten. Das Zeichen 浬 li, Seemeile, beispielsweise wird heute meist durch 海里 haili ersetzt. Manche Schriftzeichen kommen nur in einem einzigen Kontext vor. Das Schriftzeichen 崁 kan z. B. wird nur für die Festung Chikanlou 赤崁樓 in Tainan auf Taiwan verwendet, das Zeichen 壢 lì nur im Namen der taiwanischen Stadt 中壢 Zhongli.
Die Liste der gebräuchlichen chinesischen Schriftzeichen des taiwanischen Erziehungsministeriums (常用國字標準字體表)
führt 4808 Zeichen auf.
Das Anspruchsniveau "Chinesischer Wortschatz und Chinesische Schriftzeichen" (汉语水平词汇与汉字等级大纲) für Chinesisch als Fremdsprache verzeichnet für Stufe A 800 Zeichen, für die Stufe B weitere 804 Zeichen, für die Stufe C weitere 601 und für die Stufe D weitere 700 Zeichen. Das macht in der Summe 2905 Zeichen.
Die Liste des japanischen Erziehungsministeriums umfasst 1945 gebräuchliche Kanji (常用漢字 jōyō kanji), die in der Grund- und Mittelschule unterrichtet werden. Daneben gibt es eine staatliche Liste der Zeichen für geographische Namen und Personennamen (jinmeiyō kanji 人名用漢字), die 2928 Zeichen umfasst.
Die Schüler an den Mittel- und Oberschulen in Korea lernen 1800-2000 chinesische Zeichen.
Schriftmedien
Die Chinesen verwenden Pinsel und schwarze und rote Tusche, um ihre Schriftzeichen auf Papier und Seide zu kalligrafieren. Siegelabdrücke waren schon lange vor dem 14. Jahrhundert bekannt. Die vier Schätze des traditionellen Gelehrtenzimmers waren Pinsel, Tusche, Reibstein und Papier.
Im modernen Alltagsgebrauch wird mit den auch im Westen üblichen Schreibgeräten geschrieben; im Schreibunterricht in den Grundschulen Taiwans meist mit Bleistift in besonderen Schreibheften mit quadratischen Schreibfeldern.
In den Firmen werden heute chinesische Schriftzeichen meist auf dem Computer mit moderner Textverarbeitung unter Zuhilfenahme verschiedener Eingabesysteme geschrieben.
Drucksatz
Beim Druck chinesischer Texte werden alle Zeichen, einschließlich der Satzzeichen, in gleich große, ungefähr quadratisch gedachte Kästchen gesetzt. Verschieden breite Zeichen, wie etwa das lateinische m gegenüber dem i, gibt es somit nicht. Um auch die Details der kompliziertesten Zeichen mit 20 oder mehr Strichen noch erkennen zu können, darf die Schrifttype insgesamt nicht zu klein gewählt werden. Bei selteneren Zeichen wird oft daneben oder darüber sehr klein die Aussprache angegeben (durch Bopomofo, in der VR China bis 1956 und in Taiwan bis heute, oder durch Furigana, in Japan).
Leerzeichen zwischen Wörtern sind in der chinesischen Schrift unüblich. Dadurch gibt es keine klare Abgrenzung des Begriffs "Wort" in den Sprachen, die die chinesische Schrift verwenden. Oft sind sich sogar Muttersprachler nicht einig darüber, ob ein bestimmtes Element in einem Satz z. B. eine Endung oder ein eigenes Wort ist.
Eine Textzeile wird, sobald sie voll ist, an einer beliebigen Stelle umgebrochen; Trennungsregeln gibt es nicht. Nur unmittelbar vor einem Satzzeichen wird nicht getrennt, in diesem Fall wird ein Zeichen in die nächste Zeile "mitgenommen".
Schreibrichtung
Endung
Die Schreibrichtung der chinesischen Schrift war in der vormodernen Zeit in der Regel senkrecht von oben nach unten, und die daraus entstehenden Spalten waren von rechts nach links angeordnet.
Seit der Schriftreform wird in der VR China in Büchern meistens wie bei europäischen Büchern in Zeilen von links nach rechts und mit von oben nach unten angeordneten Zeilen geschrieben.
In Taiwan gedruckte Bücher literarischen Inhalts werden jedoch nach wie vor von oben nach unten gelesen. Für Zeitungen und Zeitschriften sowie Sachtexte und Fachbücher gilt das jedoch nur bedingt. In Anzeigen, und häufiger auch in der Werbung, wird, wenn im Text auch westliche (Marken-)namen auftauchen, die Schreibweise von links nach rechts verwendet. Bei Kalligraphie und Gedichten gibt es fast nur die Schreibrichtung von oben nach unten.
In Japan findet man beide Varianten, wobei literarische Texte eher in Spalten, Sachtexte eher in Zeilen gedruckt werden. In Zeitungen wird beides vermischt verwendet, wodurch sich mehr Möglichkeiten für ein ansprechendes Layout ohne extrem kurze Zeilen (bzw. Spalten) ergeben.
Von oben nach unten gedruckte Bücher, also in Taiwan gedruckte und die meisten japanischen, werden aus europäischer Sicht auf der "falschen" Seite, also "hinten" geöffnet. Blickt man auf die Titelseite, so ist der Buchrücken also rechts und nicht wie in Europa links. Bücher, bei denen die Schriftzeichen von links nach rechts angeordnet sind, haben die Titelseite auf der für uns gewohnten Seite und werden wie europäische Bücher geöffnet und gelesen.
Inschriften über Portalen und Türen sind in der VR China häufiger von rechts nach links geschrieben. In Japan sind Portalüberschriften eher - so wie in Europa - in Zeilen von links nach rechts, bei Tempeln und Schreinen allerdings fast ausschließlich traditionell von rechts nach links geschrieben. In Taiwan laufen die Inschriften über Tempeltoren und Altären von rechts nach links.
Interpunktion
Die Interpunktion (标点/標點 biāodiǎn) in ihrer heutigen Form wurde durch den Kontakt mit dem Westen erst nach und nach im 20. Jahrhundert eingeführt. Allerdings sind schon bei den frühgeschichtlichen Knocheninschriften eingeritzte Striche zu erkennen, die wahrscheinlich zur Abgrenzung semantischer Einheiten dienten. In antiken chinesischen Texten war Interpunktion unüblich, die Leser konnten die Pausen (读/讀 dòu) selbst in die Texte schreiben. Diese bestanden meistens aus einem kleinen Kreis " 。" (圈 quān) oder aus einem Punkt (点/點 diǎn). Der Vorgang des Hineinschreibens der Interpunktion in den Text wird seit der Han-Zeit als 句读/句讀 (jùdòu, dt. Satzzäsur) bezeichnet. Große Gelehrte konnte man an der souveränen Art ihrer Interpunktionssetzung erkennen. Noch heute findet man z. B. in taiwanesischen Buchhandlungen Ausgaben von Klassikern, in denen die Zeichensetzung berühmter Gelehrter notiert ist.
Seit September 1951 ist die Interpunktion in der Volksrepublik China amtlich geregelt. Nach dem Stand von 1990 gibt es 16 Interpunktionszeichen, die überwiegend den im Westen gebräuchlichen entsprechen und ähnlich verwendet werden.
Besonders sind der den Satz abschließende Punkt " 。" (句号/句號 jùhào, siehe auch den "Kreis" oben) sowie das Aufzählungen gliedernde "liegende" Komma " 、"(顿号/頓號 dùnhào).
Kalligrafie
Hauptartikel: Chinesische Kalligrafie
Chinesische Kalligrafie
Die Kalligrafie ist eine in China hochangesehene Kunst. Hierbei werden mit einem Pinsel die Zeichen schwungvoll zu Papier gebracht. Diese Schriftzüge gelten genauso als Kunstobjekte wie z. B. Malereien. Es ist in der chinesischen Malerei sogar üblich, Schriftzeichen in das Bild zu integrieren; buddhistische Mandalas werden im chinesischen Kulturraum, anders als in Südasien, eher mit Schriftzeichen als mit bildlichen Darstellungen gestaltet.
In Japan wurde im Gegensatz zu China nach dem Grundprinzip Wabi-Sabi oft ein nicht im klassischen Sinne schönes, sondern bewusst "rohes" und unfertiges Aussehen angestrebt.
Kalligrafische Kunstwerke zieren häufig als paarige senkrechte Schrifttafeln und waagerechte Namensschilder den typischen chinesischen Garten. Sie sind von den Gartenbauten fast nicht zu trennen und bilden wichtige Schmuckelemente im chinesischen Landschaftsgarten. Der Inhalt der Tafeln und Schilder ist im allgemeinen auf die Umgebung der Gebäude bezogen. Häufig handelt es sich um Zeilen aus berühmten Gedichten, in denen Besonderheiten der Szenerie angedeutet sind.
Ihren künstlerischen Höhepunkt erreichte die Kalligrafie zusammen mit anderen Kunstformen in der Tang-Dynastie (618-907). Die Kunstwerke der damaligen berühmten Kalligrafen - etwa von Wang Xizhi, Yan Zhenqing, Ou Yangxun und Liu Zongyuan - werden bis heute als unbezahlbare Schätze betrachtet.
Der Wert des 'Schönschreibens' wird in China sehr hoch angesetzt. Das erkennt man etwa daran, dass die Republik China in Taiwan bei den offiziellen Biografien ihrer bisherigen Präsidenten kalligrafische Arbeiten von diesen mit angibt ([http://www.president.gov.tw/1_roc_intro/e_xpresident/e_sun_writting.html hier] z. B. für Sun Yat-sen).
Lautumschriften
Zur besseren Handhabung der chinesischen Schriftzeichen wurden mehrere Lautumschriften entwickelt. Neben einigen an der Sprache des jeweiligen Übersetzers orientierten Sonderformen (vor allem in den anderen ostasiatischen Sprachen) sind heute für Mandarin vor allem drei Systeme gebräuchlich: Die Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte lateinische Umschrift von Wade-Giles, die nichtlateinische Umschrift Zhuyin, die in Taiwan noch üblich ist, und das mit der Vereinfachung der Zeichen in der VR China eingeführte lateinbasierte Pinyin, das sich international zunehmend als Standard durchsetzt. Durch die vielfältigen Systeme kommt die teilweise vorhandene Uneinheitlichkeit der Lautumschrift zustande (z. B. Mao Zedong und Mao Tse-Tung oder Beijing und Peking).
Für andere chinesische Sprachen, wie beispielsweise Kantonesisch, werden ebenfalls Lautumschriften entwickelt, diese sind jedoch bisher weniger ausgereift als die Mandarin-Systeme.
Magie
Der chinesischen Schrift wird eine gewisse magische Kraft zugeschrieben. So werden bis heute in China , Korea und Japan magische Sprüche auf Papierstreifen geschrieben und diese dann als Amulette benutzt (z.B. Bujeok in Korea und Ofuda in Japan). Sie sollen beispielsweise Schutz vor Dämonen bewirken oder Glück bringen.
Oft sind diese Zeichen in einer speziellen "Geisterschrift" verfasst, die nur eine gewisse Ähnlichkeit mit chinesischen Schriftzeichen hat.
Referenzen
Literatur
- Eugen Feifel, Geschichte der chinesischen Literatur. Georg Olms Verlag, Hildesheim, Zürich, New York, 1982, ISBN 3-487-00094-6
- Endymion Wilkinson, Chinese History - A Manual. Harvard-Yenching Institute Monograph Series, 52, Harvard University Press, Cambrigde (Massachusetts) und London, 2000, ISBN 0-674-00247-4
- Li Leyi, Entwicklung der chinesischen Schrift am Beispiel von 500 Schriftzeichen. Verlag der Hochschule für Sprache und Kultur Beijing, Peking, 1993, ISBN 7-5619-0206-9
- Edoardo Fazzioli, Gemalte Wörter. 214 chinesische Schriftzeichen - Vom Bild zum Begriff. Marix Verlag, Wiesbaden, 2004, ISBN 3-937715-34-7
- Bernhard Karlgren, Schrift und Sprache der Chinesen. 2. Aufl., Springer 2001, ISBN 3-540-42138-6
- Wang Hongyuan, Vom Ursprung der chinesischen Schrift. Sinolingua, Beijing 1997, ISBN 7-80052-328-4
Weblinks
- [http://www.uni-mainz.de/~guder Deutschsprachige Site mit Daten und Links zur Erforschung der chinesischen Schrift (Sinographemik) und ihrer Didaktik für alphabetschriftliche Lerner]
- [http://www.chinaseite.de/Chinesische_Zeichen.463.0.html Artikel über chinesische Zeichen und die chinesische Schrift]
- [http://www.chinaknowledge.de/Literature/script.html Artikel auf Chinaknowledge] (englisch)
ja:漢字
ko:한자
Sino-tibetische Sprachen
Die sino-tibetische bzw. sinotibetanische Sprachfamilie ist der Sprecherzahl nach die zweitgrößte Sprachfamilie der Erde. Sie besteht aus den Zweigen:
- Sinitische Sprachen
- Tibeto-birmanische Sprachen
Viele Experten meinten früher, auch Thai gehöre zu den sinotibetanischen Sprachen. Mittlerweile geht man jedoch (wie auf dem nebenstehenden Bild) davon aus, dass Thai eine Tai-Kadai-Sprache und damit nicht näher mit den sinotibetanischen Sprachen verwandt ist.
Siehe auch:
- Kam-Tai-Sprachen
Kategorie:Sprachfamilie
ja:シナ・チベット語族
zh-min-nan:Hàn-Chōng gí-hē
DialektDer Ausdruck Dialekt (von griech. dialegomai: miteinander reden) kann auf zweierlei Weise definiert werden:
# Als jedwede regionale Varietät (Linguistik) (z.B. Standardsprache, Standarddialekt, Nationalvarietät, ein regionaler Dialekt).
# Als diejenigen regionalen Varietäten, die nicht die Kriterien einer Ausbausprache erfüllen (bzw. Standardsprache oder Hochsprache).
Dialekte (nach beiden Definitionen) können sich auf allen linguistischen Ebenen unterscheiden. Im Folgenden wird "Dialekt" im Sinne der zweiten Definition aufgefasst.
Vom Begriff Dialekt ist der Begriff Akzent abzugrenzen. Akzent bezieht sich lediglich auf die phonologischen Charakteristiken der Aussprache. So kann ein Bayer Hochdeutsch mit einem bairischen Akzent sprechen, aber nicht mit einem "bairischen Dialekt".
Derjenige Teil der Sprachwissenschaft, der sich mit der traditionellen Beschreibung der Dialekte befasst, heißt Dialektologie. In der neueren Linguistik befasst sich auch die Soziolinguistik mit Dialekten.
Der Begriff Dialekt wurde von Philipp von Zesen durch den Ausdruck Mundart eingedeutscht.
Abgrenzung Sprache – Dialekt
Es gibt keine eindeutigen Kriterien zur Unterscheidung von Dialekt und Sprache.
Da die eigene Sprache zur eigenen Identität gehört, ist die Unterscheidung zwischen Dialekt und Sprache auch für viele Nichtlinguisten eine wichtige Frage und wird oft sehr emotional diskutiert. Dies liegt daran, dass in der Bezeichnung Dialekt für viele eine gewisse Minderwertigkeit mitklingt im Gegensatz zu einer "richtigen" Sprache. Überdies kann die Unterscheidung von Dialekt und Sprache von der politischen Situation abhängen (z. B. Serbokroatisch). Aus diesen Gründen ist sie häufig sehr umstritten und wird nach verschiedenen, sich teilweise widersprechenden Überlegungen durchgeführt.
In der historisch ausgerichteten deutschen Dialektologie war die Unterscheidung von Dialekt und Sprache vergleichsweise unproblematisch, da die Dialekte auf die alten deutschen Stammessprachen zurückgeführt wurden.
Die neuere Linguistik versucht, sich nach Möglichkeit aus der emotionalen Kontroverse zwischen Dialekt und Sprache herauszuhalten. Zur Vermeidung des oft negativ konnotierten Begriffs des Dialekts ist der Begriff der Varietät geschaffen worden.
Gegenseitige Verständlichkeit
Oft wird die gegenseitige Verständlichkeit als Kriterium zur Abgrenzung von Dialekt und Sprache genannt. Die genaue Bestimmung der gegenseitigen Verständlichkeit ist jedoch auch in der Linguistik umstritten.
Die gegenseitige Verständlichkeit ist nur ein graduelles Kriterium, da es zwischen vollständiger gegenseitiger Verständlichkeit und Unverständlichkeit eine große Bandbreite von teilweiser Verständlichkeit gibt. Auch hängt sie nicht nur von persönlichem Hintergrund (z. B. Fremdsprachenkenntnisse oder Ferienaufenthalte) und Begabung einzelner Sprecher ab, sondern auch von der Bereitschaft, einander verstehen zu wollen.
Oft ist es auch so, dass keine Gegenseitigkeit gewährleistet ist. Beispielsweise versteht ein Sprecher des Walliserdeutschen ein standarddeutsches Gespräch viel besser als umgekehrt ein Sprecher des Standarddeutschen ein walliserdeutsches.
Ausbausprache, Abstandsprache
Der Soziolinguist Heinz Kloss hat die Termini Ausbausprache und Abstandsprache eingeführt, um besser beschreiben zu können, welche Varietäten als eigenständige Sprache gelten.
Eine Varietät ist dann eine Ausbausprache, wenn sie als standardisierte schriftliche Form verwendet wird, und zwar nicht nur in der Belletristik, sondern auch z.B. in der wissenschaftlichen Fachliteratur. Ausbausprachen sind beispielsweise das Standarddeutsche oder das Niederländische. Keine Ausbausprachen sind beispielsweise das Bairische, das Meißenische oder das Schweizerdeutsche. Problematisch ist, dass eine gewisse minimale Verschiedenheit gegeben sein muss. So gilt z. B. das Schweizer Hochdeutsch nicht als eigene Ausbausprache, das Luxemburgische hingegen schon.
Eine Varietät ist dann eine Abstandsprache, wenn sie linguistisch sehr deutlich von einer anderen abweicht. Als typisches Beispiel gilt das Baskische, das ganz klar eine Abstandsprache des spanischen ist. Nach ebendiesem Kriterium gilt auch das Sorbische als eine Abstandsprache des Deutschen. Problematisch ist die Bestimmung der deutlichen linguistischen Abweichung.
Auch das Begriffpaar Ausbausprache - Abstandsprache kann die geläufige Unterscheidung von Dialekt und Sprache nicht in allen Fällen begründen. So gilt das Niedersächsische weder als eigene Abstandsprache noch — im Gegensatz zum Mittelniederdeutschen — als Ausbausprache, obwohl es in der EU-Charta der Minderheitssprachen als eigenständige Regionalsprache anerkannt worden ist.
Zitate
Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache an. (Johann Wolfgang von Goethe)
Jede Region liebt ihren Dialekt, sei er doch eigentlich das Element, in welchem diese Seele ihren Atem schöpfe. (Johann Wolfgang von Goethe)
Die politische Seite der Abgrenzung Dialekt – Sprache wird deutlich in einem Linguistenwitz in dem Artikel von Max Weinreich Der yivo un di problemen fun undzer tsayt (Der Yivo und die Probleme unserer Zeit): Eine Sprache ist ein Dialekt mit einer Armee und einer Marine (A shprakh iz a diyalekt mit an armey un a flot. in Yivo-bleter, 1945, vol. 25, Nr. 1, S. 13). (Die ursprüngliche Quelle ist aber unklar.)
Siehe auch:
- Soziolekt, Basilekt, Mesolekt, Akrolekt, Register, Dialektgruppe, Dialektkontinuum
- Substandard
- Germanische Sprachen
- Sprachgebrauch in Österreich, Österreichisches Wörterbuch
- Kolonialdialekt
- Deutschsprachiger Raum, Deutsche Mundarten
- »BRD-Sprache« und »DDR-Sprache«
Weblinks
- [http://members.tripod.com/~radde/Mundarten.html Deutsche Mundarten der Gegenwart]
- [http://ka.stadtwiki.net/Mundartlexikon Mundartlexikon im Karlsruher Stadtwiki]
- [http://woerterbuch.saarlaendisch.de/ http://woerterbuch.saarlaendisch.de Saarländisches Mundartwörterbuch]
- [http://www.linguasphere.net/secure/ip/pdf/zones/52.pdf "The Linguasphere Register", Zone 52- Germanische Sprachen]
- [http://www.diwa.info 'Digitaler Wenker-Atlas': Karten zu Dialektphänomenen]. Nur mit Login-Anmeldung
- [http://library.uwsp.edu/aschmetz/German_Resources/WAFLT2000/German_dialects.htm Viele Links, auch zu Hörbeispielen]
- [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/dial-aud.htm Hörbeispiele zu deutschen Dialekten als Real-Audio-Dateien]
- [http://www.genealogienetz.de/misc/dialect_gross.html Dialektkarte - Die deutschen Mundarten um 1965]
- [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/ma-spr.htm Diskussion Dialekt vs. Sprache]
- [http://grimm.adw-goettingen.gwdg.de/wbuecher/ Dialektwörterbücher]
- [http://www.sprachatlas.de/ Forschungsinstitut für deutsche Sprache]
- [http://psb1.uibk.ac.at/retti/oewb/ Österreichisches Wörterbuch]
- [http://teaching.schule.at/cybercollege/lernplattform/dialekt/ Pinzgauer Dialektlexikon]
- [http://members.aol.com/lorenzgunar/Oertel/ErzgebirgischeMundart Die erzgebirgische Mundart oder de arzgebirgsche Sproch]
- [http://www.abc.krieewelsch.de/ Krieevelsch Wörterbuch online]
- [http://www.plautdietsch-freunde.de Plautdietsch - Plattdeutsch der Russland-Mennoniten]
- [http://homepages.compuserve.de/balesmanfred1/buch.htm Moselfränkisches Wörterbuch]
- [http://www.arl.lvr.de/FachDez/Kultur/Landeskunde/Alltagskultur/kompetenz/Sprache/ Dialekt- und Sprachforschung am Amt für rheinische Landeskunde] mit vielen Karten und Hörbeispielen
- [http://www.wiebel.de/arbeiten.php Varietäten im Wandel], Diachrone Darstellung deutscher Dialekttheorien des 20. Jh.
- [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/ld00.htm "Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten" (1936/37)]
!
Kategorie:Soziolinguistik
Dialekte
als:Dialekt
ja:方言
ko:방언
Romanische SprachenDie romanischen Sprachen sind ein Zweig der indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sprachgruppen ist die "Ursprache" des Romanischen gut bezeugt: es handelt sich um das gesprochene Latein (Volkslatein oder Vulgärlatein). Das Lateinische selbst gilt nicht als romanische Sprache, sondern wird zu den italischen Sprachen gezählt, die aber heute alle außer den "Nachkommen" des Lateinischen als gesprochene Sprachen ausgestorben sind.
Heutige Standardsprachen
Die heutigen romanischen Standardsprachen sind:
Romanische Sprachen nach Untergruppen
Die romanischen Sprachen lassen sich nach teilweise systemlinguistischen, teilweise geographische Kriterien in mehrere Untergruppen einteilen. Bei der folgenden Liste der romanischen Sprachen ist zu beachten, dass bei vielen romanischen Idiomen die Aufzählung schwierig ist, da sie je nach Quelle mal als eigenständige Sprachen, mal als Dialekte geführt werden. Das hängt damit zusammen, dass sie nicht über eine einheitliche Standardsprache verfügen, sondern überwiegend neben einer anderen Standardsprache vor allem in informellen Kontexten verwendet werden (Diglossie).
Mit Ausnahme des Sephardischen und des Anglonormannischen handelt es sich bei den hier aufgezählten um Sprachformen, die sich direkt und in ungebrochener zeitlicher Kontinuität aus dem gesprochenen Latein entwickelt haben. Sie bilden in Europa mit Ausnahme des Rumänischen auch ein räumliches Kontinuum. Man spricht aufgrund der zeitlichen und räumlichen Kontinuität auch von Romania continua.
Iberoromanische Sprachen
Zum Iberoromanischen gehören die spanische, die portugiesische, die galicische und die katalanische Standardsprache (die letztere einschließlich des Valencianischen). Das Katalanische nimmt dabei eine Übergangsstellung zwischen dem Iberoromanischen und dem Galloromanischen ein. Außerdem gehören zu den iberoromanischen Sprachen:
- Aragonesisch im Norden der Region Aragón in Spanien
- Asturisch in der Region Asturien und der Provinz León in Spanien. Eng mit diesem verwandt ist das Mirandesische (Mirandês) im Nordosten Portugals, das dort lokale Amtssprache ist.
- Sephardisch, die Sprache der nach 1492 aus Spanien vertriebenen jüdischen Sepharden, wird noch heute in der Türkei, in Israel und in New York gesprochen.
Galloromanische Sprachen
Die galloromanischen Sprachen sind alle romanischen Sprachen, die sich aus dem Vulgärlatein der gallischen Bevölkerung im Römischen Reich entwickelte, die auch als Gallo-Römer bezeichnet werden.
Auf fast dem gesamten Gebiet der galloromanischen Sprachen wird heute die französische Standardsprache verwendet. Nach sytemlinguistischen Kriterien kann man die galloromanischen Sprachen zu drei Gruppen zusammenfassen:
- Langues d'oïl. Zu diesen gehören neben dem Französischen mehrere enger mit diesem verwandte Dialekte, die von manchen auch als eigene Sprachen angesehen werden:
- Gallo im östlichen Teil der Bretagne
- Picardisch in Nordostfrankreich und Belgien
- Wallonisch in Nordostfrankreich und Belgien
- Anglonormannisch, die Sprache der normannischen Oberschicht im mittelalterlichen England nach 1066
- Jèrriais auf der Insel Jersey
- Franko-Provenzalisch. Unter diesem Begriff werden von Linguisten die Dialekte des mittleren Rhônetales, des größten Teiles der französischsprachigen Schweiz (Romandie), Savoyens und des Aostatales zusammengefasst. Eine Standardsprache oder ein eigenständiges Sprachbewusstsein existiert jedoch nicht, als Schriftsprache wird hier von Alters her das Französische verwendet.
- Langues d'oc oder Okzitanisch in Südfrankreich (Okzitanien), den Alpen Nordwestitaliens und der Val d'Aran in Katalonien. Dieses muss aufgrund des Systemabstandes auf alle Fälle als eigenständige romanische Sprache klassifiziert werden, besitzt jedoch keine allgemein anerkannte Standardvarietät. Mehrere Dialekte des Okzitanischen werden gelegentlich auch als eigene Sprachen betrachtet:
- Auvergnatisch in der Auvergne
- Gascognisch in Südwestfrankreich zwischen der Garonne und den Pyrenäen sowie in der Val d'Aran; in der Val d'Aran ist die lokale Varietät, das Aranesische, lokale Amtssprache.
- Languedokisch im Languedoc
- Limousinisch im Limousin
- Nissart im Gebiet um Nizza (wird oft auch zum Provenzalischen gezählt)
- Provenzalisch in der Provence (die Bezeichnung Provenzalisch wurde früher auch für das Okzitanische als Ganzes verwendet)
Die Abgrenzung des Galloromanischen zum Iberoromanischen und zum Italoromanischen innerhalb des romanischen Dialektkontinuums ist nicht eindeutig. Das Katalanische nimmt eine Übergangsstellung zwischen Galloromanisch und Iberoromanisch ein, die galloitalienischen Varietäten haben rein systemlinguistisch betrachtet mehr mit dem Galloromanischen gemeinsam als mit dem übrigen Italoromanischen, zu dem sie aus geographischen und kulturgeschichtlichen Gründen meist gezählt werden.
Rätoromanische Sprachen
Unter der Bezeichnung rätoromanische Sprachen werden das Furlanische, das Bündnerromanische und das Ladinische zusammengefasst.
Italoromanische Sprachen
Die einzige italoromanische Standardsprache ist das Italienische. Die übrigen italoromanische Sprachen gehören mit Ausnahme des Korsischen und des Monegassischen alle zum Geltungsbereich der italienischen Standardsprache und werden deshalb oft auch als italienische Dialekte klassifiziert. Sie lassen sich in drei Untergruppen einteilen, zwischen denen große Unterschiede bestehen:
- Die Varietäten der nördlichen Gruppe, die von manchen zusammenfassend auch als Padanisch bezeichnet werden, nehmen eine Übergangsstellung zum Galloromanischen ein. Während das Venetische größere Gemeinsamkeiten mit dem übrigen Italoromanischen aufweist, haben die übrigen norditalienischen Varietäten, die zusammenfassend auch als Galloitalienisch bezeichnet werden, auf dem Gebiet der Lautentwicklung und der Morphologie mehr mit dem Galloromanischen gemeinsam als mit dem übrigen Italoromanischen. Zur nördlichen Gruppe gehören:
- Emilianisch in der Emilia-Romagna
- Ligurisch in Ligurien; eine ligurische Varietät ist auch das Monegassische in Monaco
- Lombardisch in der Lombardei
- Piemontesisch im Piemont
- Venezianisch oder Venetisch in der Region Venetien in Nordostitalien
- Mittelitalienische Varietäten werden in den Regionen Toskana und Umbrien und im größten Teil von Latium und Marken gesprochen. Die Grenze zu den norditalienischen Varietäten folgt ungefähr der Linie La Spezia-Rimini, die Grenze zu den süditalienischen Varietäten der Linie Rom-Ancona. Sie bilden die Grundlage der italienischen Standardsprache. Das Korsisch auf Korsika, das dort neben dem Französischen auch in begrenztem Maße offizielle Anerkennung erlangt hat, gehört systemlinguistisch betrachtet auch zu den mittelitalienischen Varietäten, hat jedoch aus geographischen und kulturgeschichtlichen Gründen eine Sonderstellung.
- Die süditalienischen Varietäten werden in der südlichen Hälfte der Apenninhalbinsel und auf Sizilien gesprochen. Am bekanntesten sind das das Napolitanische in Neapel und der Region Kampanien und das Sizilianisch auf Sizilien.
Sardisch
Das Sardische auf Sardinien lässt sich keiner der Untergruppen zuordnen. Sie besitzt derzeit keine einheitliche Standardsprache, muss jedoch aufgrund ihres Systemabstandes zu den übrigen romanischen Sprachen auf alle Fälle als eigenständige Sprache klassifiziert werden.
Balkanromanische Sprachen
Die einzige balkanromanische Standardsprache ist das Rumänische. Außerdem gehören zu dieser Gruppe mehrere in Südosteuropa gesprochene Kleinsprachen, die früher auch oft als rumänische Dialekte betrachtet wurden:
- Aromunisch (auch: Mazedorumänisch) in Nordgriechenland, Mazedonien, Albanien
- Istrorumänisch im Nordosten Istriens (Kroatien)
- Meglenorumänisch in der Meglen-Ebene an der Grenze zwischen Griechenland und der Republik Mazedonien.
Ausgestorbene romanische Sprachen
Heute ausgestorbene romanische Sprachen (Romania submersa, untergegangene Romania) sind:
- Dalmatisch an der östlichen Adriaküste (mit den Varianten Vegliotisch auf der Insel Krk (italienisch: Veglia), Ragusäisch um Dubrovnik (italienisch: Ragusa)
- Mozarabisch (in Andalusien)
- nordafrikanisches Romanisch
- Moselromanische Sprache (romanische Sprachinsel im Moseltal)
Kreolsprachen auf romanischer Grundlage
Manche Linguisten rechnen auch die romanisch-basierten Pidgins und Kreolsprachen zu den romanischen Sprachen.
Diese "neuromanischen Sprachen" (Romania nova) lassen sich einteilen in:
- Lingua Franca (Pidgin)
- französisch-basierte Kreolsprachen
- spanisch-portugiesisch-basierte Kreolsprachen
Siehe auch: Liste der Kreolsprachen
Plansprachen auf teilweise romanischer Grundlage
Unter romanischem Einfluss sind verschiedene sogenannte „Konstruierte Sprachen“ entwickelt worden, z.B. Esperanto oder Interlingua.
Literatur
- Alwin Kuhn: Die romanischen Sprachen, Bern (Francke) 1951.
- Rainer Schlösser: Die romanischen Sprachen, München (Beck) 2001. ISBN: 3406447678
- Carlo Tagliavini: Einführung in die romanische Philologie, München (Beck) 1973.
Siehe auch
- Panromanismus
- Quantitätenkollaps
Kategorie:Sprachfamilie
!
als:Romanische Sprachen
ja:ロマンス語
simple:Romance languages
zh-min-nan:Romance gí-giân
Mandarin
Mandarin – Pinyin: Běifānghuà für den eigentlichen Dialekt und Pǔtōnghuà für die Hochsprache – ist die allgemein geläufige Bezeichnung für Hochchinesisch, der offiziellen gesprochenen Sprache in der Volksrepublik China und Taiwan, wo die Bezeichnung Guóyǔ gebraucht wird (国语 bzw. 國語). Daneben ist Mandarin eine der vier Amtssprachen in Singapur. Die Schriftsprache stellt wie bei anderen chinesischen Sprachen die chinesische Schrift dar.
Mandarin wird von über 880 Millionen Menschen (auf dem Festland und auf Taiwan) gesprochen und ist damit die meistgesprochene Sprache der Welt. Dies ist zu einem großen Teil das Ergebnis von Anstrengungen sowohl der kommunistischen Regierung auf dem Festland als auch der nationalistischen Regierung in Taiwan, Mandarin als Standardsprache des Chinesischen durchzusetzen.
Neben dem Mandarin gibt es noch viele andere chinesische Sprachen, die oft fälschlich als "Dialekte" bezeichnet werden. Die überwiegende Mehrheit der Einwohner Chinas ist in der Lage, Mandarin zumindest zu verstehen. Mit Personen, die Mandarin nicht verstehen, können Auswärtige dann nur noch kommunizieren, indem sie chinesische Schriftzeichen niederschreiben – diese sind unabhängig vom "Dialekt" immer (mehr oder weniger) identisch.
chinesische Schriftzeichen
Name
Der Name Mandarin kommt vom portugiesischen Wort mandarim (aus dem Malaiischen menteri [http://www.bartleby.com/61/33/M0073300.html][http://dictionary.bhanot.net/index.html] und dem Sanskrit-Wort mantrin-), welches 'Ratgeber, Minister' bedeutet. Das ist die Übersetzung des chinesischen Wortes Guānhuà (官话 bzw. 官話), das wörtlich als 'Sprache der Mandarins' (der kaiserlichen Beamten) zu übersetzen ist. Guānhuà wird von den Chinesen heute als archaisch empfunden, aber es wird von Sprachwissenschaftlern manchmal als Terminus benutzt, der alle Dialekte und Variationen des Mandarin (also nicht nur Pǔtōnghuà und Guóyǔ) einschließt.
Ein anderer Terminus, der alle Variationen des Mandarin umfasst, ist Běifānghuà (北方话 bzw 北方話), was für 'Dialekte des Nordens' steht.
Die standardisierte Form des Mandarin in der Volksrepublik China heißt Pǔtōnghuà (普通话 bzw. 普通話; 'gemeinsame Sprache/Dialekt'). In Taiwan wird das standardisierte Mandarin offiziell Guóyǔ genannt (国语 bzw. 國語; 'Nationalsprache'). Unter den Überseechinesen, besonders in Südostasien, ist Mandarin als huáyǔ bekannt (华语 bzw. 華語 'chinesische Sprache').
Die Bezeichnung Hànyǔ (汉语 bzw. 漢語), oder 'Sprache der Hàn', wird oft mit Mandarin synonym verwendet, was nicht ganz korrekt ist, denn nicht alle Hàn-Chinesen haben Mandarin als Muttersprache. Stattdessen bezeichnet Hànyǔ alle chinesischen Dialekte. So betonen Hakka-Sprecher, dass ihr Dialekt als Hànyǔ bezeichnet werden solle, da die Grammatik der Hakka-Sprache klassischen chinesischen Texten am nächsten ist.
Die Bezeichnungen Peking-Chinesisch (北京话 bzw. 北京話 Běijīng huà oder 北京方言 Běijīng fāngyán) oder auch Peking-Akzent sind ebenfalls ungenau. Sie werden unter anderen in Taiwan als abwertender Begriff von jenen verwendet, die die Unabhängigkeit Taiwans befürworten und der Meinung sind, dass die taiwan(es)ische Sprache die nationale Sprache Taiwans sein sollte.
Die standardisierten Formen des Mandarin, Pǔtōnghuà und Guóyǔ, verwenden als Basis die Aussprache des Peking-Dialektes ohne seine regionalen Spezifika. Trotzdem gibt es regionale Variationen in der Aussprache, und das aus zwei Gründen:
- In dem riesigen geographischen Gebiet, in dem Mandarin Muttersprache ist, zeigen sich Unterschiede, wenn man sich von einem Ort zu einem anderen bewegt. Die Unterschiede lassen sich mit den Dialekten und Akzenten der deutschen Sprache vergleichen.
- Menschen, für die Mandarin Zweitsprache ist (d. h. ihre Muttersprache ist eine andere der chinesischen Sprachen), geben ihrer Mandarin-Aussprache einen sehr starken regionalen Akzent. So haben die Einwohner Taiwans eine starke und konsistente Abweichung von dem Mandarin, das die Bildungsbehörden als Standardsprache definiert haben.
Geschichte
Die heutigen "chinesischen Dialekte" bzw. "sinitischen Sprachen" entwickelten sich aus einer frühen gemeinsamen Sprache.
Die meisten Chinesen, die in Nordchina, Sìchuān und in einem breiten Band von der Mandschurei im Nordosten Chinas bis in den Südwesten (Yúnnán) leben, haben verschiedene Dialekte des Mandarin als Muttersprache. Die Vorherrschaft des Mandarin in Nordchina ist auf die großen Ebenen dieser Region zurückzuführen. Im Süden hingegen hat das von Flüssen zerklüftete Bergland die linguistische Diversität gefördert. Dass im bergigen Sìchuān Mandarin gesprochen wird, liegt an einer großen Pestepidemie im 12. Jahrhundert, die die Region entvölkerte. Später wurde sie von mandarinsprechenden Nordchinesen neu besiedelt.
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts sprachen die Einwohner Südchinas kein Mandarin. Die Beamten und Bürger sprachen viele verschiedene chinesische Sprachen. Das Peking-Mandarin wurde aber während der Qīng-Dynastie zum dominanten Dialekt, obwohl im Qīng-Reich offiziell die mandschurische Sprache als Amtssprache gesprochen wurde. Seit dem 17. Jahrhundert hatten die Qīng Sprachakademien gegründet, deren Ziel es war, die Aussprache zu normieren und dabei den Peking-Dialekt als Vorbild zu nehmen. Diese Bemühungen hatten aber nur wenig Erfolg.
Dies änderte sich, als in der Volksrepublik China und in der Republik China (Taiwan) ein Grundschulsystem eingeführt wurde, dessen Ziel das Unterrichten und Durchsetzen des Mandarin war. In dessen Folge wird Mandarin heute von der Mehrheit der Menschen auf dem Festland und Taiwan fließend gesprochen. In Hongkong und Macao ist die Bildungssprache offiziell nach wie vor Kantonesisch, wobei Mandarin an Einfluss und Popularität gewinnt.
Mandarin und Peking-Dialekt
Es ist ein häufiges Missverständnis, dass Mandarin und der Peking-Dialekt das Gleiche seien. Es stimmt zwar, dass Standardaussprache und Grammatik der Unterrichtssprache Mandarin auf dem Peking-Dialekt aufbauen, jedoch ist das Standard-Mandarin ein künstliches Idiom, ähnlich wie die deutsche Schriftsprache. In dem riesigen Gebiet von der Mandschurei im Nordosten Chinas bis nach Yúnnán im Südwesten ist die Muttersprache Mandarin im weiteren Sinne, aber diese Muttersprachen weichen vom Standard-Mandarin in Aussprache, Vokabular, Semantik und Grammatik mehr oder weniger stark ab.
Was den eigentlichen Peking-Dialekt angeht, so werden die retroflexen Anlaute (zh-, ch-, sh-, r-) konform zum Standard-Mandarin ausgesprochen, aber es wird an die Silbe häufig ein er angehängt, häufig als Diminutiv, oder einfach, um Nomina zu kennzeichnen. In anderen Regionen Chinas wird das nicht gemacht, weshalb das Mandarin in Peking als 儿音 éryīn bezeichnet wird. Daneben gibt es eine große Anzahl an Wörtern, die außerhalb Pekings nicht benutzt oder vielleicht nicht einmal verstanden werden. Darüber hinaus gibt es in Peking, wie auch in deutschen Großstädten, mehr als einen lokalen Akzent.
Mit Ausnahme dieser Beispiele ist die Pekinger Aussprache mit der des Standard-Mandarin weitestgehend identisch. Man kann allgemein sagen, dass der Unterschied in der Aussprache wächst, je weiter man sich von Peking entfernt. So haben die Einwohner der Stadt Tiānjīn ebenfalls eine Aussprache, die dem Standard-Mandarin entspricht.
Im Nordosten Chinas werden die j-Anlaute häufig zu g-Anlauten oder k-Anlauten; ebenso sprechen die Leute die r-Anlaute anders aus.
In den südlichen Teilen Chinas werden die retroflexen Anlaute des Standard-Mandarins nicht ausgesprochen. So wird zh- zu z-, ch- zu c-, sh- zu s- und r- klingt mehr wie z-. Das ist im Mandarin von Taiwan sehr üblich. In anderen Gebieten wird nicht zwischen l und n unterschieden, während in wieder anderen Gegenden die ng-Auslaute wie n-Auslaute gesprochen werden.
Das Standard-Mandarin kennt den "leichten Ton" für Silben, die zu kurz und unbetont ausgesprochen werden, um einen erkennbaren Ton zu haben. Besonders im Süden werden jedoch alle Silben mit ihren Tönen klar und differenziert ausgesprochen.
Varianten des Mandarin
Aus offizieller Sicht gibt es zwei Mandarins: Die Regierung in Peking nennt das Mandarin des Festlandes Pǔtōnghuà oder 'gemeinsame Sprache', wohingegen die Regierung in Taipei die offizielle Sprache als Guóyǔ bzw. Kuo2-yü3 ('Nationalsprache') bezeichnet. Offiziell beinhaltet Pǔtōnghuà Aussprachen aus verschiedenen Regionen, während Kuo-yü zumindest theoretisch nur auf der Pekinger Aussprache beruht. Wenn man die Wörterbücher vergleicht, die in den beiden Chinas herausgebracht werden, dann wird man ziemlich große Unterschiede feststellen. Allerdings sind die Versionen vom Mandarin, das in den beiden Regionen gesprochen wird, vom Standard-Mandarin sowieso sehr unterschiedlich.
Nicht alle Varianten des gesprochenen Mandarin sind überall verständlich. SIL International [http://www.sil.org/] schreibt:
:Die Versionen des Mandarin der Tiefebene von Shaanxi sind für Putonghua-Muttersprachler nicht verständlich. Ebenso ist das Mandarin von Guilin und Kunming für Putonghua-Muttersprachler schwer zu verstehen.
Trotzdem werden gebildete Einwohner der südwestlichen Städte wie Guilin oder Kunming in der Lage sein, neben ihrer Muttersprache ein verständliches Pǔtōnghuà zu sprechen.
In Nordchina, Sìchuān und den anderen Gebieten, wo das Nord-Mandarin gesprochen wird, sind die verschiedenen Variationen des Mandarin als Muttersprache verbreitet. Die Zeit, in welcher die Menschen die Möglichkeit zur Massenbildung haben, hat die früheren regionalen Unterschiede jedoch nicht ausgelöscht. Die Einwohner Südchinas haben die Sprache des Nordens mit ihren angestammten Sprachen gemischt, und es entstand ein Mandarin, welches in punkto Aussprache und Grammatik mit dem Standard-Mandarin nicht übereinstimmt. So wird zum Beispiel das Mandarin, das in Taiwan von taiwan(es)ischen Muttersprachlern gesprochen wird, oder das Mandarin, das von Hakka-Muttersprachlern gesprochen wird, mit anderer Grammatik und anderem Akzent gesprochen, als der Guóyǔ-Standard vorsieht. Somit haben wir eine Version von Mandarin, die man Taiwan-Mandarin nennen kann.
Obwohl Mandarin als Standarddialekt bezeichnet wird, ist es nicht unbedingt von Vorteil, Mandarin im offiziellen Akzent zu sprechen. Spricht man nicht im lokalen Mandarin-Akzent, wird man leicht als Außenseiter betrachtet. Deshalb machen sich die meisten Chinesen nicht die Mühe, Mandarin mit dem offiziellen Akzent zu sprechen. Dies schließt die politische Führung mit ein.
Umschriftsysteme
Seit Reisende aus dem Westen nach China kommen und versuchen, Mandarin zu lernen, bestand der Bedarf nach einem phonetischen Umschriftsystem (Romanisierungssystem, Transkription), um die Aussprache der chinesischen Zeichen niederzuschreiben. Mehrere solche Systeme sind seitdem entstanden. Das erste, das eine weite Verbreitung fand, war das nach ihren Erfindern benannte Wade-Giles-System im 19. Jahrhundert. Dieses System wird bis heute benutzt, jedoch nicht in der Volksrepublik China. Man kann es in alten (oder englischsprachigen) Lehrbüchern und Geschichtsbüchern finden.
Im 20. Jahrhundert wurden von Seiten der Sprachwissenschaftler verschiedene Umschriftsysteme eingeführt. Das erfolgreichste dieser Systeme war das Hànyǔ Pīnyīn, das 1958 von der Volksrepublik China als offizielles Umschriftsystem für die chinesische Sprache anerkannt wurde. Später entschlossen sich auch die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen, Pīnyīn zu übernehmen. In den 1950er Jahren, als der Kampf gegen das Analphabetentum geführt wurde, gab es sogar Überlegungen, die chinesischen Zeichen zugunsten von Pīnyīn abzuschaffen. Dies wurde jedoch aus verschiedenen Gründen wieder verworfen, wie der hohen Anzahl von Homonymen im Chinesischen und der Tatsache, dass die chinesische Schrift für alle "Dialekte" praktisch gleich ist, während ein Alphabet die großen sprachlichen Unterschiede sicht- und spürbar machen und möglicherweise ein Problem für die Einheit des Staates darstellen würde.
In Taiwan werden eine Reihe von verschiedenen Umschriftssystemen benutzt. Die Regierung der Republik China beschloss 2002 die Verwendung von Tongyong Pinyin, jedoch dürfen die lokalen Regierungen auch andere Umschriften benutzen. In Schulen wird die Aussprache mit Hilfe von Zhùyīn gelehrt. Bestrebungen, Zhùyīn zugunsten von Pīnyīn abzuschaffen, sind nicht sehr weit gediehen, weil man keine übereinstimmenden Meinungen darüber hat, welche Form des Pīnyīn man verwenden sollte, und auch wegen des großen Aufwandes der Umstellung des Lehrmaterials und der Umschulungen für die Lehrer.
Weniger verbreitete oder veraltete Umschriftssysteme sind:
- Postal System Pinyin
- Yale Romanisierung
- Gwoyeu Romatzyh
- MPS II
Konsonanten
Die Konsonanten, welche Standard-Mandarin (sowohl Pǔtōnghuà als auch Guóyǔ) verwenden, sind die folgenden:
Vokale und Töne
Mandarin ist, wie alle anderen chinesischen Sprachen auch, eine tonale Sprache. Eine Silbe kann einen der vier Töne oder auch gar keinen haben. Ein anderer Ton bedeutet dabei in der Regel einen anderen Sinn, aber ein Wort (Phrase, Satz) kann jeweils nur einen Ton haben, unabhängig von der Gemütsverfassung des Sprechers. Die Möglichkeiten der Intonation eines Satzes sind dadurch beschränkter als in nicht tonalen Sprachen. Die verschiedenen Töne sind:
# Erster Ton (hoher Ton):
#: Die Tonhöhe ist konstant und hoch, der Ton fast gesungen anstatt gesprochen.
# Zweiter Ton (steigender Ton):
#: Die Tonhöhe steigt von der unteren bis mittleren in die hohe Tonlage, ähnlich der Intonation einer Frage im Deutschen.
# Dritter Ton (niedriger oder niedrig-fallend-steigender Ton):
#: Die Tonhöhe sinkt aus mittlerem Niveau nach unten und steigt in der Regel wieder in das mittlere Niveau.
# Vierter Ton (fallender Ton):
#: Die Tonhöhe fällt scharf nach unten und die Silbe wird kürzer mit mehr Affekt ausgesprochen, vergleichbar mit der deutschen Betonung eines Befehles (z.b. Geh!)
Andere Tonhöhen, die manchmal Töne genannt werden:
- Leichter Ton, neutraler Ton, nullter Ton oder fünfter Ton (轻声 qīng shēng, wörtlich: 'leichter Ton'):
- : Klingt kurz und leicht und wird deshalb häufig nicht als ein eigener Ton betrachtet. In den meisten Varianten des Mandarin gibt es mehrsilbige Wörter, bei denen die zweite Silbe weniger stark ausgesprochen wird als die erste; siehe oben.
- Eintrittston. Mandarin hatte einmal einen fünften Ton, der "Eintrittston" genannt wird und auch in anderen chinesischen Sprachen vorkam. In der Jin-Sprache ist er noch erhalten. Dieser Eintrittston klingt ein bisschen wie ein Pfeil, der in ein Holzbrett einschlägt, was bedeutet, dass er ein Ton von sehr kurzer Dauer ist und auf einen Konsonanten oder Knacklaut endet. In alten Wörterbüchern wird dieser Ton mit einer hochgestellten fünf bezeichnet. Im Standard-Mandarin ist dieser Ton jedoch nicht vorhanden.
Die meisten Umschriftssysteme wie beispielsweise Pīnyīn, MPS II und Tongyong Pinyin verwenden diakritische Zeichen über den Vokalen, um die Töne darzustellen. Auch Zhùyīn verwendet diakritische Zeichen. Wade-Giles verwendet zum Beispiel eine hochgestellte Zahl am Ende der Silbe, um den Ton zu verdeutlichen. Auf die Darstellung der Töne wird in allen diesen Umschriftssystemen im Allgemeinen verzichtet, wenn es sich nicht um Lehrbücher handelt. In Gwoyeu Romatzyh werden die Töne nicht mit speziellen Symbolen, sondern mit Buchstaben des Alphabets dargestellt. Folglich gibt es in Gwoyeu Romatzyh eine sehr komplizierte Orthographie.
.
Die Aussprache der Töne ändert sich nach den Regeln des Tonsandhi. Das häufigste Auftreten des Tonsandhi ist, dass von zwei aufeinanderfolgenden Silben im dritten Ton die erste Silbe im zweiten Ton ausgesprochen wird. Folgen drei Silben im dritten Ton aufeinander, so liegt es an den regionalen Gewohnheiten und den persönlichen Präferenzen, ob die erste Silbe einen dritten oder zweiten Ton bekommt.
Aussprache und Grammatik
Die Anzahl an Silben im Chinesischen ist sehr klein, und jede Silbe wird nach dem Muster optionaler Anlaut + Vokal + optionaler nasaler Auslaut gebildet. Nicht jede Silbe, die nach diesem Muster gebildet werden könnte, wird wirklich benutzt. Deshalb gibt es nur ein paar hundert Silben (und folglich stark ausgeprägte Homophonie). So gibt es im Mandarin keinen m-Auslaut (wohl aber in anderen "Dialekten", z. B. im Hakka). Wenn Chinesen Englisch sprechen und einen starken chinesischen Akzent beibehalten, dann wird das englische Wort time häufig wie tyne ausgesprochen.
Siehe auch Chinesische Grammatik
Aufgrund der geringen Anzahl zur Verfügung stehender Silben ist es für Chinesen sehr schwierig, Worte auszusprechen, in denen viele Konsonanten aufeinander folgen, wie es in den meisten europäischen Sprachen oft der Fall ist. Dazu kommt, dass es nur für jene Silben Zeichen gibt, die auch wirklich im Chinesischen verwendet werden. Obwohl es ein offizielles System gibt, wie ausländische Wörter in chinesische Zeichen übertragen werden sollen, wird es nur für Namen verwendet, weil es häufig zu verwirrenden Ergebnissen führt.
So wurde beispielsweise das Wort Telefon in den 1920er Jahren als dalüfeng oder déléifēng 德雷风 übersetzt. Später wurde das in diànhuà (电话, elektrische Sprache, wobei "elektrisch" wörtlich "Blitz" bedeutet) geändert. Andererseits blieb man bei Mikrofon bei 麦克风, màikèfēng, wobei diese rein phonetische Umschrift gar nicht vom konkurrierenden 话筒, Sprachrohr, verdrängt werden mag.
Wegen der engen Beziehung zwischen den chinesischen Hànzì und den japanischen Kanji hat das Mandarin viele japanische Wörter übernommen, die ihrerseits im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert aus den europäischen Sprachen ins Japanische übernommen worden waren.
Wegen der oben genannten Schwierigkeiten bei der Umschrift aus ausländischen Sprachen ins Mandarin ist es üblicher, neue Wörter in Mandarin zu erfinden, als das ausländische Wort zu übernehmen. Dabei sind diese neuen Wörter meist mehrsilbig (d. h. sie bestehen aus mehreren Zeichen). Eine der Silben steht meist für den Oberbegriff des neuen Worts, was ähnlich der Zusammensetzung vieler chinesischer Schriftzeichen ist.
So ist es für viele technische Erfindungen geschehen – das Wort Zug heißt auf Mandarin 火车 bzw. 火車 (huǒchē) – wörtlich 'Feuerwagen'. Die vielen technischen Begriffe aus dem Lateinischen und Griechischen, die man in den meisten europäischen Sprachen findet, sind im Chinesischen nicht vorhanden.
Zeichen, die nur für die Umschreibung ausländischer Wörter verwendet werden, gibt es zwar, aber nicht häufig, und sie stammen zum Großteil aus dem chinesischen Mittelalter, wo sie gebraucht wurden, um Ausdrücke aus dem Sanskrit ins Chinesische zu übertragen.
Mandarin und andere chinesische Sprachen
Zum Missfallen aller Chinesen, deren Muttersprache nicht Mandarin ist, hat die vorherrschende Rolle des Mandarin dazu geführt, dass außerhalb Chinas das Mandarin als einzige chinesische Sprache angesehen wird. Obwohl sowohl die Volksrepublik China als auch Taiwan Mandarin zur Amtssprache erklärt haben und sich für die landesweite Verbreitung einsetzen, gibt es kein Interesse daran, die örtlichen Sprachen und Dialekte durch Mandarin zu ersetzen. Davon ist Mandarin auch weit entfernt, denn besonders im Süden der Volksrepublik und in Taiwan werden nach wie vor die dort heimischen Sprachen im täglichen Leben verwendet. Jene, die nur Mandarin sprechen, sind in diesen Gegenden sozial benachteiligt, denn viele Menschen sprechen dort nur sehr schlecht oder gar kein Mandarin; dies trifft vor allem auf alte Leute zu.
In den Regionen der Volksrepublik China, wo vor allem Han-Chinesen leben, ist die Koexistenz zwischen Mandarin und den anderen Sprachen und Dialekten im Allgemeinen problemlos. Mandarin wird als gemeinsame Arbeits- und Kommunikationssprache gefördert, gleichzeitig ist die Führung der Volksrepublik China vorsichtig, was den Status der anderen Sprachen angeht, und will deren Benutzung nicht einschränken. Mandarin wird deshalb vor allem aus praktischen Gründen gelernt und gesprochen, weil es häufig die einzige Möglichkeit der Verständigung zwischen Leuten aus verschiedenen Regionen darstellt. Zuweilen kommt es schließlich sogar vor, dass zwei chinesische Sprachen aus sehr nah beieinander gelegenen Gebieten für die Sprecher der jeweils anderen Sprache nicht verständlich sind.
In der Republik China (Taiwan) ist die Beziehung zwischen Mandarin und den lokalen Sprachen und Dialekten, speziell dem Taiwanesischen (oder Taiwanischen), bedeutend komplizierter. Bis in die 1980er Jahre versuchte die Regierung, die Nutzung des Taiwanesischen zu beschränken und gab ihm ein Image des Primitiveren. Dies hat sich in den 1990er Jahren stark geändert, was sich u.a. in der vermehrten Benutzung des Taiwanesischen in Film, Funk und Fernsehen niederschlägt. Extreme Befürworter der Unabhängigkeit Taiwans lehnen das Mandarin zugunsten der taiwanischen Sprache ab, so dass die Verwendung des Taiwanesischen zunehmend auch eine Frage der politischen Gesinnung ist. Der Grad ihrer Benutzung ist regional unterschiedlich, es ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auszumachen mit Norden (Taipeh) als Mandarin- und Süden (Kaohsiung) als Taiwanesisch-Hochburg. Bemühungen, Mandarin als Amtssprache durch Taiwanesisch oder einen mehrsprachigen Standard abzulösen, haben bisher aber noch keine Fortschritte gezeigt.
Literatur
- Charles N. Li, Sandra A. Thompson: Mandarin Chinese. A functional Reference Grammar. University of California Press, Berkeley 1981, ISBN 0-520-04286-7
Siehe auch
chinesische Dialekte - Min-Dialekt - Wu-Dialekt - Gan-Dialekt - Xiang-Dialekt - Kantonesisch - Hakka - Mandarin (Titel)
Weblinks
- http://www.chinawestexchange.com/ China-West Exchange - Freie Kurse in Mandarin und Diskussionsforen
- [http://www.chinese-tools.com/learn/chinese Chinese-tools.com: Freie Mandarin-Kurse, Wörterbuch und diverse Tools] (engl.)
- http://www.chinesedc.com/4WenYi/Language/sino-tibetan1.htm - Quellen zur chinesischen Sprache, auf denen die obenstehende Karte und die Graphik beruhen.
- http://www.chinesepod.com/ ChinesePod.com - Chinesisch lernen per Podcast
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Chinesische Sprache
ja:北京語
simple:ZhongWen
th:ภาษาจีนกลาง
KommunikationKommunikation (lat. communicare „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen“) bezeichnet auf der menschlichen Alltagsebene den wechselseitigen Austausch von Gedanken in Sprache, Gestik, Mimik, Schrift oder Bild.
Im erweiterten Sinn ist Kommunikation das wechselseitige Übermitteln von Daten oder von Signalen, die einen festgelegten Bedeutungsinhalt haben, auch zwischen tierischen und pflanzlichen Lebewesen und technischen Objekten oder Systemen.
Der Begriff ist eng verwandt mit dem der Interaktion, in vielen Bereichen sind diese Begriffe sogar synonym, besonders dann, wenn Wechselseitigkeit für den Kommunikationsbegriff vorausgesetzt wird.
Definition und Zusammenhang
Interaktion einen Brief" von Ilja Repin (1880)]]
Eine allgemein anerkannte Definition des Begriffs existiert nicht.
Ein Ansatz besagt, dass die Teilnehmer einer Kommunikation Menschen aber auch andere Lebewesen oder Objekte (insbesondere Geräte) sein können. Demnach kann auch zwischen Menschen und Dingen eine Kommunikation stattfinden, etwa zwischen Mensch und Computer nach dem Schlagwort der „Mensch-Maschine-Kommunikation“.
Diskutiert wird vor allem, ob die Teilnehmer einer Kommunikation Individuen sein müssen, beziehungsweise ob jeder Kommunikation ein Bewusstsein zu Grunde liegt (siehe Turing-Test). In den technischen Disziplinen wird dies verneint und die Kommunikation als ein Prozess betrachtet, der den Zustand des Empfängers verändert. Aus philosophischer Sicht ist fraglich, ob es Kommunikation ohne "Verständnis" und "Erinnerung" überhaupt geben kann. Umstritten ist auch, ob Kommunikation intentional sein muss und ob es einseitige Kommunikation gibt.
- Vertikale Kommunikation ist die Kommunikation von Höhergestellten mit Untergebenen (auch komplementäre Kommunikation).
- Horizontale Kommunikation meint die Kommunikation von Gleichgestellten untereinander (auch symmetrische Kommunikation).
Kommunikation in verschiedenen Wissenschaftsbereichen
- Kommunikation (Soziologie) (auch:Soziale Interaktion und Interpersonelle Kommunikation)
- Kommunikationswissenschaft
- Informationswissenschaft
- Medienwissenschaft
- Informationstheorie
- Sprechakttheorie
- Linguistik
- Semiotik
- Kommunikation (Biologie)
- Kommunikation (Informationstheorie)
- Kommunikation (Astronomie)
- Kommunikation (Konstruktivismus)
- Kommunikation (Kybernetik)
- Kommunikation (Nachrichtentechnik)
- Kommunikation (Psychologie)
- Kommunikation (Systemtheorie)
- Kommunikation (Wirtschaft)
- Kommunikation (Unterricht)
Weitere Übersichten in: Kommunikationsmodell
Speziellere Bereiche
Nach den beteiligten Sendern und Empfängern, Techniken und Einzugsbereichen wird unterschieden zwischen:
# Computervermittelte Kommunikation
# Mensch-Maschine-Kommunikation
# Digitale Kommunikation
# Gruppenkommunikation
# Individualkommunikation
# Intimkommunikation
# Massenkommunikation
# Telekommunikation
# Zwischenmenschliche Kommunikation
# - Nonverbale Kommunikation
# - Vokale Kommunikation
# - Visuelle Kommunikation
# - Parasprache
# - Gesprochene Sprache
# - Unterstützte Kommunikation
# - Gebärden-unterstützte Kommunikation
# - Gestützte Kommunikation
Siehe auch
- Information
- Information und Kommunikation
- Interaktion
- Diskussion
- Symbol
- Informationstheorie
- Interkulturelle Kommunikation
- Historische Kommunikation
- Probleme der Kommunikation
- Mediation
- Gewaltfreie Kommunikation
- Asymmetrische Information
- Verkaufspsychologie
- Medien
- Medienrecht
- Portal:Verhandlung und Verkauf
- Portal:Wissen, Information, Kommunikation und Medien
Literatur
Menschliche Kommunikation
- Paul Watzlawick Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien ISBN 3-456-82825-X
- Virginia Satir Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz ISBN 3-87387-018-5
- Oliver Jahraus, Nina Ort Bewußtsein, Kommunikation, Zeichen ISBN 3-484-35082-2
- Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld, Peter M. Hejl Einführung in den Konstruktivismus ISBN 3-492-21165-8
- Bernhard Badura, Klaus Gloy Soziologie der Kommunikation ISBN 3-7728-0363-6
- Roland Burkart Kommunikationswissenschaft ISBN 3-205-98185-5
- Kurt Koszyk, Karl Hugo Pruys Handbuch der Massenkommunikation ISBN 3-423-04370-9
- Helmut Glück Metzler-Lexikon Sprache ISBN 3-476-01519-X
- Christiane Grosser Kommunikationsform und Informationsvermittlung ISBN 3-8244-4000-8
- Dirk Baecker Kommunikation ISBN 3-379-20119-7
- Friedemann Schulz von Thun Miteinander reden 1. Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek (Rowohlt) 1981. ISBN 3-499-17489-8
- ders. Miteinander reden 2. Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Differentielle Psychologie der Kommunikation. Reinbek (Rowohlt) 1989. ISBN 3-499-18496-6
- ders. Miteinander reden 3. Das 'innere Team' und situationsgerechte Kommunikation. Reinbek (Rowohlt) 1998. ISBN 3-499-60545-7
- Peter Wendl: „Gelingende Fern-Beziehung. Entfernt zusammen wachsen“ ISBN 3-451-20896-2 [http://www.gelingende-fernbeziehung.de]
und weitere ausführliche Liste [http://www.uni-leipzig.de/~debatin/lectures/KMW_lit.htm#lili hier]
Technische Kommunikation / Angewandte Linguistik
- Walter Hoffmann Erfolgreich beschreiben - Praxis des technischen Redakteurs; Organisation, Textgestaltung, Redaktion ISBN 3-8007-1652-6
- W. Sturz, C. Walling-Felkner Praxishandbuch Technische Dokumentation ISBN 3-8111-7088-0
- H.P. Krings Wissenschaftliche Grundlagen der Technischen Kommunikation ISBN 3-8233-4543-5
- Norbert Groeben Leserpsychologie. Textverständnis - Textverständlichkeit ISBN 3-402-04298-3
- Anne Lehrndorfer Kontrolliertes Deutsch. Linguistische und sprachpsychologische Leitlinien für eine (maschinell) kontrollierte Sprache in der Technischen Dokumentation ISBN 3-8233-5080-3
- Susanne Göpferich Interkulturelles 'Technical Writing' (2003) ISBN 3-8233-4760-8
und weitere ausführliche Liste [http://www.cabeweb.de/help/tdliteratur.htm hier]
Maschinenkommunikation
- Albrecht Beutelspacher Kryptologie - Eine Einführung in die Wissenschaft vom Verschlüsseln, Verbergen und Verheimlichen ISBN 3-528-58990-6
- Arno Bammé, Günther Feuerstein, Renate Genth Maschinen- Menschen, Mensch-Maschinen. Grundrisse einer sozialen Beziehung ISBN 3-499-17698-X
- Hubert L. Dreyfus Die Grenzen der künstlichen Intelligenz. Was Computer nicht können ISBN 3-7610-8369-6
und weitere ausführliche Liste [http://lingua1.phil.uni-jena.de/srk/literat2.html hier]
Biochemische Kommunikation
- William H. Calvin Wie aus Neuronen Bewußtsein entsteht ISBN 3-446-17279-3
- Philip E. Stanley, Larry J. Kricka Bioluminescence and Chemilunimescence ISBN 9812381562
- Imre Kerner, Dagny Kerner Der Ruf der Rose. Wie Pflanzen fühlen und wie sie mit uns kommunizieren ISBN 3-462-02166-4
- F. Lottspeich, H. Zorbas Bioanalytik ISBN 3-8274-0041-4
- G.-J. Krauß, J. Miersch Chemische Signale ISBN 3-7614-0707-6
und weitere ausführliche Liste (alternativ) [http://www.datadiwan.de/netzwerk/index.htm?/moch/moch_4.htm#--139 hier] sowie konservativ/naturwissenschaftlich [http://www.biochemtech.uni-halle.de/pflanze/kvv.html hier]
Zitat
- Dürfte ich das Unwort des Zeitalters bestimmen, so käme nur eines in Frage: kommunizieren. Ein Autor kommuniziert nicht mit seinem Leser. Er sucht ihn zu verführen, zu amüsieren, zu provozieren, zu beleben. Welch einen Reichtum an (noch lebendigen) inneren Bewegungen und entsprechenden Ausdrücken verschlingt ein solch brutales Müllschluckerwort! Mann und Frau kommunizieren nicht miteinander. Die vielfältigen Rätsel, die sie einander aufgeben, fänden ihre schalste Lösung, sobald dieser nichtige Begriff zwischen sie tritt. Ein Katholik, der meint, er kommuniziere mit Gott, gehört auf der Stelle exkommuniziert. Zu Gott betet man, und man unterhält nicht, sondern man empfängt eine Heilige Kommunion. All unsere glücklichen und vergeblichen Versuche, uns mit der Welt zu verständigen, uns zu berühren und zu beeinflussen, die ganze Artenvielfalt unserer Erregungen und Absichten fallen der Ödnis und der Monotonie eines soziotechnischen Kurzbegriffs zum Opfer. Damit leisten wir dem Nichtssagenden Vorschub, das unsere Sprache mit großem Appetit auffrisst. – Botho Strauß (Der Untenstehende auf Zehenspitzen, 2004, ISBN 3-446-20491-1)
Weblink
- [http://www.mfk.ch/ Museum für Kommunikation]
- [http://www.forum-ev.org/ Berliner KommunikationsFORUM e.V.]
!
ja:通信
simple:Communication
th:การสื่อสาร
Putonghua
Mandarin – Pinyin: Běifānghuà für den eigentlichen Dialekt und Pǔtōnghuà für die Hochsprache – ist die allgemein geläufige Bezeichnung für Hochchinesisch, der offiziellen gesprochenen Sprache in der Volksrepublik China und Taiwan, wo die Bezeichnung Guóyǔ gebraucht wird (国语 bzw. 國語). Daneben ist Mandarin eine der vier Amtssprachen in Singapur. Die Schriftsprache stellt wie bei anderen chinesischen Sprachen die chinesische Schrift dar.
Mandarin wird von über 880 Millionen Menschen (auf dem Festland und auf Taiwan) gesprochen und ist damit die meistgesprochene Sprache der Welt. Dies ist zu einem großen Teil das Ergebnis von Anstrengungen sowohl der kommunistischen Regierung auf dem Festland als auch der nationalistischen Regierung in Taiwan, Mandarin als Standardsprache des Chinesischen durchzusetzen.
Neben dem Mandarin gibt es noch viele andere chinesische Sprachen, die oft fälschlich als "Dialekte" bezeichnet werden. Die überwiegende Mehrheit der Einwohner Chinas ist in der Lage, Mandarin zumindest zu verstehen. Mit Personen, die Mandarin nicht verstehen, können Auswärtige dann nur noch kommunizieren, indem sie chinesische Schriftzeichen niederschreiben – diese sind unabhängig vom "Dialekt" immer (mehr oder weniger) identisch.
chinesische Schriftzeichen
Name
Der Name Mandarin kommt vom portugiesischen Wort mandarim (aus dem Malaiischen menteri [http://www.bartleby.com/61/33/M0073300.html][http://dictionary.bhanot.net/index.html] und dem Sanskrit-Wort mantrin-), welches 'Ratgeber, Minister' bedeutet. Das ist die Übersetzung des chinesischen Wortes Guānhuà (官话 bzw. 官話), das wörtlich als 'Sprache der Mandarins' (der kaiserlichen Beamten) zu übersetzen ist. Guānhuà wird von den Chinesen heute als archaisch empfunden, aber es wird von Sprachwissenschaftlern manchmal als Terminus benutzt, der alle Dialekte und Variationen des Mandarin (also nicht nur Pǔtōnghuà und Guóyǔ) einschließt.
Ein anderer Terminus, der alle Variationen des Mandarin umfasst, ist Běifānghuà (北方话 bzw 北方話), was für 'Dialekte des Nordens' steht.
Die standardisierte Form des Mandarin in der Volksrepublik China heißt Pǔtōnghuà (普通话 bzw. 普通話; 'gemeinsame Sprache/Dialekt'). In Taiwan wird das standardisierte Mandarin offiziell Guóyǔ genannt (国语 bzw. 國語; 'Nationalsprache'). Unter den Überseechinesen, besonders in Südostasien, ist Mandarin als huáyǔ bekannt (华语 bzw. 華語 'chinesische Sprache').
Die Bezeichnung Hànyǔ (汉语 bzw. 漢語), oder 'Sprache der Hàn', wird oft mit Mandarin synonym verwendet, was nicht ganz korrekt ist, denn nicht alle Hàn-Chinesen haben Mandarin als Muttersprache. Stattdessen bezeichnet Hànyǔ alle chinesischen Dialekte. So betonen Hakka-Sprecher, dass ihr Dialekt als Hànyǔ bezeichnet werden solle, da die Grammatik der Hakka-Sprache klassischen chinesischen Texten am nächsten ist.
Die Bezeichnungen Peking-Chinesisch (北京话 bzw. 北京話 Běijīng huà oder 北京方言 Běijīng fāngyán) oder auch Peking-Akzent sind ebenfalls ungenau. Sie werden unter anderen in Taiwan als abwertender Begriff von jenen verwendet, die die Unabhängigkeit Taiwans befürworten und der Meinung sind, dass die taiwan(es)ische Sprache die nationale Sprache Taiwans sein sollte.
Die standardisierten Formen des Mandarin, Pǔtōnghuà und Guóyǔ, verwenden als Basis die Aussprache des Peking-Dialektes ohne seine regionalen Spezifika. Trotzdem gibt es regionale Variationen in der Aussprache, und das aus zwei Gründen:
- In dem riesigen geographischen Gebiet, in dem Mandarin Muttersprache ist, zeigen sich Unterschiede, wenn man sich von einem Ort zu einem anderen bewegt. Die Unterschiede lassen sich mit den Dialekten und Akzenten der deutschen Sprache vergleichen.
- Menschen, für die Mandarin Zweitsprache ist (d. h. ihre Muttersprache ist eine andere der chinesischen Sprachen), geben ihrer Mandarin-Aussprache einen sehr starken regionalen Akzent. So haben die Einwohner Taiwans eine starke und konsistente Abweichung von dem Mandarin, das die Bildungsbehörden als Standardsprache definiert haben.
Geschichte
Die heutigen "chinesischen Dialekte" bzw. | | |