:: wikimiki.org ::
| 502 |
502
Politik und Weltgeschehen
- Auf Grund der Anschuldigungen gegen Papst Symmachus, Verbrechen begangen zu haben, kommt es in Rom zu Straßenkämpfen zwischen Anhängern des Symmachus und denen des abgesetzten Gegenpapstes Laurentius.
- Zwischen dem oströmischen Reich und Persien bricht ein Krieg aus (bis 507).
- Liang Wu Di begründet im Süden des Kaiserreich Chinas die Liang-Dynastie, die die Qi-Dynastie ablöst.
- Zhang Sengyao, chinesischer Maler († 557)
- 3. Januar um 502 - Genoveva von Paris, Schutzpatronin von Paris ( - um 420)
Staatsoberhäupter
Afrika
- Vandalisches Königreich - Thrasamund, König der Wandalen und Alanen (496 - 523)
Asien
- Japan - Buretsu, japanischer Kaiser (498 - 506)
- Persien (Sassaniden) - Kavadh I. (498 - 531)
Europa
- Burgundisches Königreich - Gundobad, König der Burgunder (473 - 516)
- Byzantinisches Reich - Anastasios I., byzantinischer Kaiser (491 - 518)
- Frankenreich - Chlodwig I., König der Franken (482 - 511)
- Königreich von Kent - Oeric, König in Canterbury (488 - 512)
- Ostgotisches Reich - Theoderich der Große, König der Ostgoten (474 - 526)
- Tolosanisches Reich - Alarich II., König der Westgoten (484 - 507)
Ohne eigenen Staat
- Symmachus, Papst (498 - 514)
- Makedonios II., Patriarch von Konstantinopel (495 - 511)
ko:502년
Kategorie:502
SymmachusDer Name Symmachus kann sich auf verschiedene Personen des Römischen Reichs beziehen:
- Symmachus der Ebionit (spätes 2. Jahrhundert), war der Autor einer der griechischen Version des Alten Testaments
- Quintus Aurelius Symmachus, um 340 bis um 402, war ein römischer Politiker.
- Quintus Aurelius Memmius Symmachus, Schwiegervater des Boëthius (480-524/525), dem Priscian drei kleinere Abhandlungen widmet.
- Symmachus, Papst von 498 bis 514.
Laurentius (Gegenpapst)Laurentius († 506/507) war ein Gegenpapst 498-499.
Nach dem Tode Papsts Anastasius II. wählte man nach fünftägiger Sedisvakanz am 22. November 498 gleich zwei Nachfolger. Der eine war Symmachus, ehemaliger Diakon, der andere, der vormalige Archipresbyter Laurentius. Zwar wurde er nur von einer Minderheit des Klerus gewählt, doch der Adel und der Senat Roms stand auf Seiten Laurentius.
Laurentius wollte das seit 484 andauernde Akakianische Schisma beilegen und suchte deswegen einen Ausgleich mit Konstantinopel. Symmachus, auf der anderen Seite, zeigte sich Byzanz gegenüber unnachgiebig. Weil sie zu keiner einheitlichen Politik zusammenfinden konnten, riefen beide Parteien König Theoderich als ihren Schiedsrichter nach Rom.
Der Ostgotenkönig ließ Symmachus 499 als Bischof von Rom anerkennen und sorgte dafür, dass Laurentius das Bistum Nuceria in Kampanien erhielt. Der nun eindeutige Bischof wurde zwei oder drei Jahre später in einen Gerichtsskandal verwickelt, was seinem Ansehen schadete, Theoderich zunächst von ihm abfallen und Laurentius zurück nach Rom eilen ließ. Von etwa 502 bis 506 lieferten sich beide Parteien heftige Straßenschlachten in Rom, was die Bürgerschaft dazu veranlasste sich an Theoderich zu wenden. Wieder setzte sich dieser für Symmachus ein, weil dieser, im Gegensatz zu Laurentius, mit seiner strengen Haltung zum Akakianischen Schisma die antibyzantinische Politik des Königs unterstützte.
Laurentius zog sich daraufhin auf sein Landgut bei Rom zurück und verstarb als Asket um das Jahr 506.
Literatur
- Ph. Levillain, Dictionnaire Historique de la Papauté, 1994
Siehe auch
- Liste der Päpste
Weblinks
-
Kategorie:Mann
Kategorie:Gegenpapst
Kategorie:Bischof (5. Jh.)
Kategorie:Bischof (6. Jh.)
Kategorie:Gestorben 506
Liang Wu DiLiang Wu Di (梁武帝), eigentlich Hsiao Yen ( - 464, † 549) war von 502 bis 549 Kaiser der Liang-Dynastie in China, der bedeutendste Förderer des Buddhismus in China.
Der Kaiser zog schon unmittelbar nach seinem Regierungsantritt den Buddhismus gegenüber dem Konfuzianismus und Daoismus vor und bezeichnete diese als "irrige, äußere Lehren", behielt sie aber im Staatsinteresse bei. Er erließ ein Verbot für Tieropfer und sprach sich gegen die Todesstrafe aus. Ferner schrieb er selbst Kommentare zu buddhistischen Schriften und richtete religiöse Veranstaltungen mit knapp 50 000 Menschen aus. Er war belesen und betätigte sich auch als Dichter. Gute Offiziere mieden ihn und gingen zu seinen Rivalen.
Bedeutend wurde er auch durch die Einrichtung von Hochschulen und die Ausweitung des Prüfungssystems für die Staatsbeamten. Für die Söhne des chinesischen Adels machte er das Studium der Werke des Konfuzius verbindlich. Der Adel wetteiferte damals in der Pflege der schönen Künste, so dass diese Zeit als Goldenes Zeitalter der Adelskultur gilt.
In die Zeit seiner Herrschaft fallen verstärkte Angriffe der Nördlichen Wei-Dynastie der Tuoba sowie innere Unruhen im eigenen Reich: 548 erhob sich der General Hou Jing und belagerte die Hauptstadt, welche im Sommer 549 fiel. Der Kaiser starb mit 85 Jahren an den Folgen der Belagerung bzw. man ließ ihn verhungern. Sein Nachfolger wurde Liang Jin Wen Di.
Kategorie:Chinesische Geschichte
Kategorie:Kaiser (China)
Kategorie:Gestorben 549
ja:武帝 (南朝梁)
Kategorie:Geboren 502
Kategorie:Gestorben 502
Genoveva von ParisGenoveva von Paris (französisch Geneviève, - um 422 in Nanterre, † 3. Januar um 502 in Paris) ist die Schutzpatronin von Paris.
Bereits als junges Mädchen legte sie ein Keuschheitsgelübde ab. Zu Hause lebte sie sehr asketisch und widmete sich dem Gebet und der Meditation. Nach dem Tode ihrer Eltern ging sie nach Paris und lebte im Dienst an Armen und Kranken.
Der Legende nach sagte sie voraus, dass Attila Paris bei seinem Vormarsch verschonen würde. Als er sich näherte feuerte sie die Bevölkerung an, die Frauen sollten beten und die Männer die Stadt verteidigen. Die Männer wollten sie steinigen, doch die Frauen beteten mit ihr und Attila griff Paris nicht an.
460 ließ sie über den Gräbern der Heiligen Dionysius von Paris und Eleutherus eine Kirche errichten, für die König Dagobert I. († 639) später die Abtei Saint-Denis stiftete. Sie soll auch zur Bekehrung von König Chlodwig I. († 511) beigetragen haben.
Genoveva wurde in der Apostelkirche in Paris begraben, deren Neubau im 12. Jahrhundert nach ihr benannt wurde (Sainte Geneviève). Ihre Gebeine wurden 1793, während der Französischen Revolution, öffentlich verbrannt.
Ein neues Grabmal wurde in der Kirche Saint-Etienne-du-Mont an der Place Sainte-Genevieve in Paris errichtet.
Genovevas Gedenktag ist der 3. Januar, ihr Todestag. Ihre Attribute in der Ikonographie sind Kerze, Engel und Teufel, kelchartiges Gefäß und die Schlüssel von Paris.
Siehe auch: Genoveva von Brabant
Weblinks
- http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?BiographienG/Genoveva.htm
- http://www.bautz.de/bbkl/g/genovefa_h.shtml
Kategorie:Frau
Kategorie:Heiliger
Kategorie:Gestorben 502
Wandalen
Die Vandalen oder auch Wandalen, Vandili, Vanduli, Vandali waren ein ostgermanischer Stamm.
Geschichte der Vandalen
Die Frühzeit
Über ihre dem Gotischen nahverwandte Sprache ist wenig bekannt. Nach Plinius dem Älteren und Tacitus siedelten die Vandalen in den ersten Jahrhunderten nach Christus östlich der Oder aber südlich der Burgunder.
Eine Zugehörigkeit zum Kultverband der Lugier ist möglich. Im 2. Jahrhundert sind unterschiedliche Teilstämme der Vandalen nachweisbar: Die Silingen in Schlesien und die Asdingen oder auch Hasdingen in Ungarn und Rumänien, von wo sie unter Marcus Aurelius während der Markomannenkriege ins römische Reich eindrangen. Allerdings ist - wie bei fast allen germanischen gentes der Völkerwanderungszeit - unklar, welche Verbindungen zwischen den Völkern dieses Namens und jenen Verbänden, die dann in der Spätantike in den Quellen erscheinen, bestanden. Unter Konstantin ist jedenfalls eine Ansiedlung der Hasdingen in Pannonien bezeugt.
Vandalen und Völkerwanderung
Die Vandalen waren eine Völkergruppe, deren Herkunft und Abstammung nicht restlos geklärt ist. Im Gegensatz zur älteren Forschung wird heute versucht, die Prozesse, die zur Bildung ethnischer Identitäten führten, zu verstehen und nicht von wandernden, fertig ausgebildeten Völkern ausgegangen. Von Tacitus, Plinius und Ptolemaios werden die Vandilier im Weichselgebiet als Völkergruppe erwähnt, aber verschieden definiert. Wie bei den Gutonen-Goten greifen wir zwar eine Namenskontinuität, können aber keine Aussagen über die ethnischen Prozesse hinter diesen Namen machen.
Um 400 n. Chr. kann man nördlich der unteren und mittleren Donau große Wanderungen und Umwälzungen feststellen, wahrscheinlich ausgelöst durch das Eindringen der Hunnen. Die Alanen, ein skythisch-sarmatischer Stammesverband, die Sueben und eben die Vandalen zogen gemeinsam Richtung Gallien.
Die römische Politik versuchte seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. durch Föderatenverträge, die Anwerbung von Soldaten und den Handel mit Gewerbe- und Luxusgütern auf zumeist friedlichem Weg eine Hegemonie auch außerhalb der Reichsgrenze zu erreichen. Das Imperium Romanum war ein wirtschaftlich und politisch stabiler Raum mit einer enormen Sogwirkung auf "barbarische" Gesellschaften. Langsam entstanden spezialisierte Krieger, soziale Unterschiede und innere Konflikte, Stämme zerfielen und neue Einheiten, wie eben die historisch (also in Texten erwähnten) greifbaren Völker der Vandalen und Sueben, bildeten sich. Nicht Flucht vor Hunger und Kälte (häufige Idee spätantiker Literatur) war der Grund für die Aufgabe alter und den Aufbau neuer Identitäten, sondern der Aufbruch zu neuen Möglichkeiten in der mediterranen Städtelandschaft.
Eindringen ins römische Reich
In der Silvesternacht 406 überschritt ein vandalischer Verband, gemeinsam mit einer großen Gruppe von Alanen und Sueben den Rhein und fiel in die römische Provinz Gallien ein; Grund war vermutlich Flucht vor den weiter vordrängenden Hunnen. Fränkische foederati, die sich ihnen entgegenstellten, wurden schließlich geschlagen. Die Geschichte des 5. Jahrhunderts ist eine Folge von Machtkämpfen und jedesmal wurden barbarische Truppen gegeneinander aufgeboten. Die unabhängig operierenden Gruppen der Goten unter Alarich I. in Italien und der Vandalen, Alanen und Sueben stellten nun einen eigenen Machtfaktor dar. Bei ihrem Zug nach Süden wurden einige Landstriche teils gründlich verwüstet.
409 zog der alanisch-vandalisch-suebische Verband weiter nach Spanien und begründete dort verschiedene kurzlebige Staatswesen. Ein suebisches Königreich in Galicien hatte bis ins späte 6. Jahrhundert Bestand. Der Landschaftsname Andalusien (Vandalusien) verweist vermutlich ebenfalls auf die Vandalen. Nach einem römischen Feldzug, in dessen Verlauf auch westgotische Heere eingesetzt worden waren, brachen diese politischen Gebilde in Spanien zusammen; die silingischen Vandalen wurden in der Baetica fast restlos vernichtet, die hasdingischen Vandalen vereinigten sich mit den Alanen. Gemeinsam setzten diese Gruppen im Mai 429 nach Africa über. Allerdings werden wohl auch Vandalen auf der iberischen Halbinsel zurückgeblieben sein.
Das vandalische Königreich in Afrika und die Erringung der Seeherrschaft im westlichen Mittelmeer
Der junge König Geiserich führte die Vandalen (ca. 15.000 bis 20.000 Krieger und ihre Familien - Prokopios spricht von insgesamt 80.000 Menschen) nach Afrika. Nach Prokop hatte der römische General Bonifatius die Vandalen "eingeladen", um sich so im Streit gegen das Kaiserhaus zu behaupten; dies ist jedoch eher unwahrscheinlich, zumal Bonifatius die Vandalen nach ihrer Landung bekämpfte. Wahrscheinlich waren die Vandalen nur auf die Reichtümer der römischen Provinz Africa aus, des Herzstücks des westlichen Restreiches, welches Italien mit Getreide versorgte. Die Vandalen marschierten durch das heutige Marokko und Algerien und belagerten bzw. plünderten mehrere Städte. Bonifatius, der sich mit dem Kaiserhaus arrangiert hatte, bekämpfte sie nun, wurde aber aufgrund von Problemen in Italien abberufen, um gegen Aetius zu kämpfen. Dort fand er den Tod.
Nach erfolgreicher Eroberung größerer Gebiete durch Geiserich schloss die Reichsregierung 435 einen Vertrag mit den Eroberern, der diesen Gebiete in Mauretanien und Numidien zugestand. 439 wurde aber unter Bruch des Vertrags Karthago erobert, die größte Stadt des Westens nach Rom, wobei den Vandalen auch die dort stationierte römische Flotte in die Hände fiel. Die Vandalen und Alanen errichteten ein Königreich in den reichen afrikanischen Provinzen Byzacena und Proconsularis (etwa im Gebiet des heutigen Tunesien). Mit Hilfe der erbeuteten Flotte (die Vandalen unterhielten als einziger germanischer Nachfolgestaat eine nennenswerte Flotte) gelang ihnen die Eroberung von Sardinien, Korsika und den Balearen.
Balearen
455 plünderten die Vandalen und Alanen unter ihrem König Geiserich Rom. Der im 18. Jahrhundert aus dieser Begebenheit hergeleitete Begriff Vandalismus als Bezeichnung für "fanatisches Zerstören um seiner selbst willen" ist dabei historisch sowie sachlich nicht korrekt. Die Vandalen plünderten die Stadt Rom zwar gründlich und nicht ohne Brutalität (wobei die Bewohner aber auf Bitten des Papstes weitgehend geschont wurden), doch ohne blinde Zerstörungswut; vielmehr wurden systematisch Wertgegenstände geraubt. Das war auch kein reiner Beutezug, sondern auch ein Eingreifen in die höchste Ebene der Reichspolitik: Kaiser Valentinian III. hatte seine Tochter Eudokia als Braut für den vandalisch-alanischen Thronfolger Hunerich versprochen, und auch um diese vorteilhafte dynastische Verbindung nach der Ermordung Valentinians zu sichern, wurde die Hauptstadt angegriffen. Die Vandalen brachten wertvolle Beute nach Hause, ebenso wurden zahlreiche Menschen entführt, darunter die Witwe Valentinians, aber vor allem Handwerker, die im vandalischen Königreich benötigt wurden. Gleichzeitig wurden Sardinien, Korsika, die Balearen und schließlich auch Sizilien (wenn auch nur kurzfristig) in den vandalischen Herrschaftsraum einbezogen. Wichtiger war aber, dass die Vandalen nun endgültig die Getreideversogung des Westreiches kontrollierten.
Das vandalische Königreich wurde 468 Ziel einer großangelegten Militäroperation des Westreiches und des Oströmischen Reiches, die jedoch grandios scheiterte, vielleicht auch aufgrund der Taktik des Magister militum des Westens, Rikimer, dem nicht an einer Intervention des Ostreiches im Westen gelegen war. 474 wurde den Vandalen in einem Vertrag zwischen dem oströmischen Kaiser und Geiserich der Besitz der Inseln garantiert, doch waren die Vandalen wohl schon bald nicht mehr in der Lage, diese Regionen immer effektiv zu kontrollieren. Auch im Inneren kam es unter Geiserichs Nachfolgern zu Problemen, da die Vandalen Arianer waren, die Mehrheit der römischen Bevölkerung jedoch katholisch blieb; es kam zu mehreren Verfolgungen. Vor allem aber mussten sich die Vandalen der immer heftigeren Angriffe der Mauren erwehren. Ob der von den spätantiken Quellen erhobene Vorwurf der Dekadenz zutrifft, mag allerdings bezweifelt werden.
Das Ende kam, als Ostrom Thronstreitigkeiten innerhalb des Vandalenreiches zum Anlass für eine erneute Militärexpedition nahm. 533/34 eroberten oströmische Truppen unter Belisar, einem Feldherren des Kaisers Justinian I., das vandalische Königreich; der letzte König, Gelimer, wurde nach Konstantinopel gebracht, und Nordafrika wurde wieder in das Imperium integriert. In den Quellen gibt es von da an keine Vandalen mehr. Die Reste der germanischen Bevölkerung wurden wohl größtenteils nach Osten deportiert, während mehrere Vandalen in der kaiserlichen Armee dienten.
Geschichte der Vandalen im Überblick
- um 375: die vor den Hunnen fliehenden Goten drängten die Vandalen nach Westen
- 406 setzen die Vandalen mit den nicht-germanischen Alanen und den Sueben über den Rhein und plündern Gallien.
- 409 Einfall in Spanien; der Name W-Andalusien erinnert noch heute an die Herrschaft der Vandalen
- 429 dringen die hasdingischen Vandalen zusammen mit Silingen und Alanen unter König Geiserich von Südspanien aus nach Nordafrika vor und erobern die dortigen römischen Provinzen. Von 430 bis 439 ist Hippo Regius die vandalische Hauptstadt. Während der vandalischen Belagerung von Hippo Regius stirbt in der Stadt deren Bischof Augustinus von Hippo.
- 439 erobern die Vandalen die reiche Provinz Africa Proconsularis, das heutige nördliche Tunesien und machen Karthago zur Hauptstadt des Vandalenreiches.
- 455 Besetzung und Plünderung Roms. Die Balearen, Korsika, Sardinien und Sizilien kommen zum Vandalenreich.
- ebenfalls 455 Konfiszierung katholischer liturgischer Gegenstände, und Kirchenschließungen.
- 474 erkennt der oströmische Kaiser Zenon die Herrschaft der Vandalen in Nordafrika an.
- 477 Geiserich stirbt und sein Sohn Hunerich wird König.
- 483- 484 Große Katholikenverfolgungen unter Hunerich.
- 24. Februar 484: ein Dekret verlangt den Übertritt aller Katholiken zum Arianismus bis zum 1. Juni.
- 484 Gunthamund wird König.
- 496 König Gunthamund wird durch Thrasamund abgelöst
- 523 König Hilderich erlaubt den Katholizismus
- 530 Gelimer stürzt Hilderich und wird König. Erneute Repressalien gegenüber den Katholiken
- 534 endet die Herrschaft der Vandalen in Nordafrika mit der Eroberung des Gebiets durch den oströmischen Kaiser Justinian I.. König Gelimer wird gefangen und stirbt im Exil.
Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur
Den Asdingen standen anfangs zwei, später nur noch ein aus adligem Geschlecht stammende Könige vor. Sie waren mit den Sueben verschwägert.
Die Vandalen wurden um 350 zu arianischen Christen. Über Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur der Vandalen vor dem Beginn der großen Wanderung ist nur sehr wenig bekannt. Die im heutigen Polen liegende Przeworsk-Kultur wird meist mit den Vandalen in Verbindung gebracht. Diese Zuweisung ist jedoch sehr unsicher. In Gallien und Spanien lassen sich keine archäologischen Funde mit den Vandalen in Verbindung bringen.
In Nordafrika ersetzen die Vandalen die Elite des römischen Afrika und profitieren von dem Reichtum dieser Provinz. Die Vandalen scheinen in Afrika einen in jeder Hinsicht römischen Lebenstil gepflegt zu haben, was sich aus der Kunst und Architektur dieser Zeit, aber auch aus den Schriftquellen erschließen lässt.
Im Wesentlichen integrieren sich die vandalischen Herren in die ökonomischen Strukturen der spätantiken Mittelmeerwelt, und auch die Kultur des Altertums wurde im vandalischen Nordafrika gepflegt. Die vandalische Münzprägung ist Gegenstand von Diskussionen.
Die vandalischen Könige
- Godigisel (?-406, König)
- Gunderich (?-428, König 406-428)
- Geiserich (ca. 389-477, König 428-477)
- Hunerich (?-484, König 477-484)
- Eudocia --- Hilderich (?-533, König 523-530)
- Theoderich (?- ca. 480)
- Gento (gest. vor 477)
- Godagis (gest. vor 484)
- Gunthamund (?-496, König 484-496)
- Thrasamund (?-523, König 496-523)
- Hilderich (26. Mai 523 - 530; 533 hingerichtet)
- Gelaris
- - Gelimer (?-553, König 530-534)
- - Tzazo (?-533)
- - Ammata (?-533)
Literatur
Quellen
- Prokopios von Caesarea: Der Gotenkrieg - der Vandalenkrieg, Phaidon, Essen 1985, ISBN 3-88851-030-9. Zeitgenössische Beschreibung aus oströmischer Sicht.
Sekundärliteratur
- Frank M. Clover: The Late Roman West and the Vandals, Variorum, Aldershot 1993 (Collected studies series 401), ISBN 0-86078-354-5.
- Pierre Courcelle: Histoire littéraire des grandes invasions germaniques, Etudes Augustiniennes, 3. Auflage, Paris 1964 (Collection des études Augustiniennes : Série antiquité, 19).
- Christian Courtois: Les Vandales et l'Afrique. Arts et Métiers Graph., Paris 1955 Nach wie vor das unübertroffene monografische Standardwerk.
- Hans-Joachim Diesner: Das Vandalenreich. Aufstieg und Untergang, Kohlhammer, Stuttgart 1966.
- Hans-Joachim Diesner: Vandalen. In: Paulys Realencyclopädie der class. Altertumswissenschaft (RE Suppl. X, 1965), S. 957-992.
- International Congress of Byzantine Studies (Hrsg.): L’Afrique vandale et byzantine, Teil 1. Brepols, Turnhout 2002 (Antiquité Tardive 10), ISBN 2-503-51275-5.
- International Congress of Byzantine Studies (Hrsg.): L’Afrique vandale et byzantine, Teil 2, Brepols, Turnhout 2003 (Antiquité Tardive 11), ISBN 2-503-52262-9. Die beiden Bände der Antiquité Tardive mit archäologischen, historischen und numismatischen Beiträgen von Javier Arce, Aicha BenAbed, Fatih Bejaoui, Frank M. Clover, Noel Duval, Cécile Morrisson, Jörg Kleemann, Yves Moderan, Philipp von Rummel u.a.; aktueller Stand der Forschung zum afrikanischen Vandalenreich.
- Yves Modéran: Les Maures et l'Afrique romaine. 4e.-7e. siècle, École Française de Rome, Rom 2003 (Bibliothèque des Écoles françaises d'Athènes et de Rome, 314), ISBN 2-7283-0640-0.
- Walter Pohl: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration, Kohlhammer, Stuttgart 2002, S. 70-86, ISBN 3-17-015566-0.
- Ludwig Schmidt: Geschichte der Wandalen, C. H. Beck, 2. Auflage, München 1942.
- R. Steinacher: Vandalen - Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte. In: Hubert Cancik (Hrsg.): Der Neue Pauly, Metzler, Stuttgart 2003, Band 15/3, S. 942-946, ISBN 3-476-01489-4.
- R. Steinacher: Wenden, Slawen, Vandalen. Eine frühmittelalterliche pseudologische Gleichsetzung und ihr Nachleben bis ins 18. Jahrhundert. In: W. Pohl (Hrsg.): Auf der Suche nach den Ursprüngen. Von der Bedeutung des frühen Mittelalters (Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 8), Wien 2004, S. 329-353.
Weblinks
- [http://www.oeaw.ac.at/gema/fm_details_vandalen.htm Projekt Historische Ethnografie der Vandalen am Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien mit aktuell gehaltener Literaturliste]
!
Kategorie:Germanischer Stamm
als:Vandalen (Volk)
ja:ヴァンダル族
ko:반달족
496
Politik und Weltgeschehen
- 24. November - Anastasius II. wird Papst als Nachfolger von Gelasius I.. Anastasius zeigt Bereitschaft, das akakianische Schisma zu überwinden.
- Der Frankenkönig Chlodwig besiegt die Alamannen in der Schlacht von Zülpich, deren Herzog im Kampf umkommt. Das nördliche Gebiet der Alamannen zwischen Neckar, Alb und Main wird dem Frankenreich angegliedert
- Thrasamund wird als Nachfolger von Gunthamund König der Vandalen.
- Vorübergehende Entmachtung des persischen Großkönigs Kavadh I. im Zusammenhang mit den Unruhen der Mazdakiten.
- Mit dem Decretum Gelasianum, das auf einem Konzil in Rom vorgestellt wird, wird von der Kirche eine Liste verbotener Bücher herausgegeben.
- Kaiser Anastasios I. setzt den Patriarchen von Konstantinopel, Euphemius, ab und schickt ihn in die Verbannung. Sein Nachfolger wird Macedonius II.
-
- 21. November - Papst Gelasius I.
- Gunthamund, König der Vandalen
- um 496 - Gennadius von Marseille, christlicher Geschichtsschreiber
Staatsoberhäupter
Afrika
- Vandalisches Königreich -
- Gunthamund, König der Wandalen und Alanen (484 - 496)
- Thrasamund, König der Wandalen und Alanen (496 - 523)
Asien
- Kaiserreich China -
- Nördliche Wei-Dynastie - T'o-pa Hongyan, Kaiser (471-499)
- Japan - Ninken, japanischer Kaiser (488 - 498)
- Persien (Sassaniden) -
- Kavadh I. (488 - 496)
- Zamasp (496 - 498)
Europa
- Burgundisches Königreich - Gundobad, König der Burgunder (473 - 516)
- Godegisel - Unterkönig der Burgunder (473 - 501)
- Byzantinisches Reich - Anastasios I., byzantinischer Kaiser (491 - 518)
- Frankenreich - Chlodwig I., König der Franken (482 - 511)
- Königreich von Kent - Oeric, König in Canterbury (488 - 512)
- Ostgotisches Reich - Theoderich der Große, König der Ostgoten (474 - 526)
- Tolosanisches Reich - Alarich II., König der Westgoten (484 - 507)
Ohne eigenen Staat
- Gelasius I., Papst (492 - 496)
- Anastasius II., Papst (496 - 498)
- Makedonios II., Patriarch von Konstantinopel (495 - 511)
ko:496년
Japan
Japan (jap. 日本 Nihon/Nippon; ) ist nach Indonesien, Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands und Koreas.
Der Landesname setzt sich aus den Zeichen 日 (Aussprache ni, in der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“) und 本 (Aussprache hon, in der Bedeutung „Ursprung“ oder „Wurzel“) zusammen. Japan ist deshalb auch bekannt als „Land der aufgehenden Sonne“. Sowohl der frühere mythologische Name Cipangu als auch Japan leiten sich vermutlich von der chinesischen Aussprache der Schriftzeichen (chin. 日本國 rìbĕnguó) ab.
Mit Japan befasst sich ein eigener Bereich der Kulturwissenschaft und Landeskunde, die Japanologie.
Geographie
Japanologie
Hauptartikel: Geographie Japans
Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū, sowie Shikoku und Kyūshū im Süden. Dazu kommen ca. 3.000 kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryūkyū-Inseln konzentrieren.
Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die ungefähr 73% der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshū mit 3.776 m über dem Meeresspiegel. Nur in den Regionen Kantō (Großraum Tōkyō) und Kansai (Kyōto - Ōsaka - Kōbe) finden sich größere Ebenen. Beide sind dicht besiedelt und der Standort gleich mehrerer Millionenstädte. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terassenfeldbau kultiviert.
Regionale Einteilung
Hauptartikel: Regionen Japans
Japan ist in acht Regionen eingeteilt: Hokkaidō, Tōhoku, Kantō, Chūbu, Kansai, Chūgoku, Shikoku und Kyūshū. Diese Einteilung ist historisch begründet und spielt heutzutage nur eine untergeordnete Rolle. Politisch ist Japan in Präfekturen gegliedert (siehe Politik).
Klima
Aufgrund der Nord-Süd-Ausdehnung des Landes ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt, die Inselkette erstreckt sich von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaidō, mit kalten und schneereichen Wintern, bis in die Subtropen in Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden - im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer, und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (jap. 梅雨前線 baiu zensen), außerdem ist diese Zeit Taifun-Saison mit bis zu zwanzig Wirbelstürmen jährlich.
Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:
- Hokkaidō: nicht sonderlich starke Niederschläge, aber während der langen kalten Winter größere Schneeverwehungen
- Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
- Zentrales Hochland (Chūo-kochi): starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe Niederschläge
- Seto-Inlandsee: Die Berge der Region Chūgoku und Shikoku halten den Wind auf und führen zu einem ganzjährig milden Klima.
- Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
- Nansei-shoto (Ryūkyū-Inseln): Subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune.
Bild:Klima wakkanai.png|Klimadiagramm Wakkanai (Hokkaidō)
Bild:Klima tokio.png|Klimadiagramm Tokio (Honshū)
Bild:Klima kagoshima.png|Klimadiagramm Kagoshima (Kyūshū)
Naturerscheinungen
Kyūshū]
Japan liegt an der geologischen Bruchzone dreier tektonischer Platten (die Eurasische Platte im Westen und Norden, die Philippinische Platte im Süden und die Pazifische Platte im Osten). Von seinen etwa 240 Vulkanen, die zum pazifischen Feuerring gehören, sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kanto-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt.
Im Spätsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen heimgesucht wird (z. B. von Tokage im Oktober 2004).
In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis (durch unterseeische Erdbeben ausgelöste Flutwellen). Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifik über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten riesiger Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter breit und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.
Die zehn größten Städte
Tōkyō (Tokio) (8.340.000 Einwohner) – Yokohama (3.375.500) – Ōsaka (2.639.700) – Nagoya (2.213.700) – Sapporo (1.874.900) – Kōbe (1.523.900) – Kyōto (1.469.500) – Fukuoka (1.400.100) – Kawasaki (1.315.900) – Hiroshima (1.155.600) – Sendai (1.027.500)
siehe auch: Städte in Japan
Infrastruktur
Städte in Japan]Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 23.577 km. Das entspricht Platz 14 (Stand 2004) der Weltrangliste (zum Vergleich: Deutschland liegt mit 46.142 km auf Platz 9; Stand 2004; Quelle: CIA World Factbook).
Die Nord-Süd-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. 1964, zu den Olympischen Spielen wurde das erste Teilstück von Tōkyō nach Osaka eröffnet, damit können die Japaner als Erfinder des modernen Hochgeschwindigkeitszugs gelten. Durch kleine Strecken der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JR, durch Privatbahnen, Überlandbusse und Fähren ist nahezu jedes Dorf und jede kleine Insel in Japan an das Netz angeschlossen. In den Städten gibt es exzellente Nahverkehrsverbindungen, U-Bahnen wie in Tōkyō, Osaka, Kyōto und vielen anderen, Straßenbahnen wie in Hiroshima oder Matsuyama und natürlich Busse. Auch ungewöhnliche Lösungen finden sich in Japan, wie die Einschienenbahn Kitakyūshū.
Bahn- sowie Nahverkehrsbeförderungsgebühren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft, sind aber wegen fehlender staatlicher Subventionierung im allgemeinen hoch.
Ein Auto besitzt in Japan in erster Linie die Landbevölkerung und die obere Mittelklasse. Da die Städte sehr dicht bebaut sind, müssen Japaner in den Ballungsräumen nachweisen, dass sie einen Parkplatz besitzen, bevor sie sich ein Auto kaufen können. Es sind rund 45 Millionen Autos im Land zugelassen. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben keine Bürgersteige. Es gibt im Straßenbild auch kaum LKWs, denn nur schmale Kleinlaster kommen in den engen Gässchen überall durch, um kleine Läden oder die an jeder Ecke vorhandenen Getränkeautomaten zu beliefern. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7.000 Kilometer, weitere 2.000 sind in Planung. Das Netz ist in staatlicher Hand, die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in öffentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden. Auf den Autobahnen herrscht ein Tempolimit von 110 km/h. In Japan herrscht Linksverkehr.
Linksverkehr
Das gut ausgebaute Straßen- und Bahnnetz ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass im bergigen Inland und zwischen den Inseln viele Tunnel und Brücken nötig sind, und dass die Infrastruktur ständig durch Erdbeben, Taifune und Vulkanausbrüche gefährdet ist. Strom- und Telefonleitungen sind in Japan grundsätzlich oberirdisch geführt, damit man sie im Katastrophenfall schnell wieder herstellen kann. Ein Problem sind allerdings die unterirdischen Gasleitungen, die meisten Japaner kochen mit Erdgas. Bei Erdbeben brechen dadurch schnell Feuer aus. Zur japanischen Infrastruktur gehört deswegen auch ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln.
Auch mit Häfen und Flughäfen ist Japan gut ausgestattet, da Japan auf Grund seiner Insellage sämtlichen internationalen Verkehr per Schiff oder Flugzeug abhandeln muss. Die größten Flughäfen sind Tokyo Narita, Kansai International Airport und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Central Japan International Airport. Da ebenes Land in Japan immer knapp ist, wurden die letzten zwei der drei auf künstlichen Inseln im Meer errichtet. Bei Kitakyūshū ist eine weitere solche Flughafeninsel in Bau.
Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz, mittlerweile sind schnelle Internetzugänge Standard und nahezu die gesamte Bevölkerung vom Schulkind bis zum Greis besitzt ein Handy. Japaner begeistern sich schnell für neue technische Spielereien, und man kann davon ausgehen, dass auch in Zukunft viele neue Erfindungen auf diesem Gebiet zuerst auf dem japanischen Markt zu finden sein werden.
Flora und Fauna
Handy
Handy
Handy
Das Japanische Archipel erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaidō) nach Süden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Im Inland finden sich eine Reihe Gebirgsketten, die die Baumgrenze überschreiten, außerdem gehört zu Japan eine größere Zone im Ostpazifik. Verglichen mit der Enge des Lebensraums, findet sich in Japan eine Vielzahl von Arten. Durch die Position als vorgelagerte Inselgruppe hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte,
aber eigenständige Flora und Fauna entwickelt. Besonders erwähnt seien hier die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln), 1000 km südöstlich von Tōkyō, die wegen ihren endemischen Spezies oft mit den Galapagos-Inseln verglichen werden.
Japan liegt am Schnittpunkt von drei Ökoregionen. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der Paläarktischen Ökozone. Die Ryūkyū-Inseln sind Teil der Indomalaischen Region, während die Ogasawara-Inseln zu Ozeanien gerechnet werden.
Ozeanien
Säugetiere: An Großsäugetieren gibt es unter anderem den Braunbär auf Hokkaidō, auf Honshu den asiatischen Schwarzbären, Sikahirsche, und den Japanischen Serau (eine Ziegenantilope). Unter den einheimischen Arten findet sich auch der Japanmakak, der auf der Shimokita-Halbinsel (Präf. Aomori) heimisch ist und damit die nördlichste Affenpopulation der Welt bildet.
Die starke Verstädterung an den Küsten und auf den Japanischen Ebenen hat dazu geführt, dass einige Säugetierarten ausgestorben sind, so der japanische Wolf (Canis lupus hodophylax), der japanische Seelöwe (Zalophus californianus japonicus), der Seeotter und der Fischotter. Hunde und Katzen gibt es in Japan in einer breiten Auswahl an Rassen. Als die japanische Hunderasse wird der Shiba Inu angesehen.
Vögel: In Japan sind über 500 verschiedene Vogelarten gesichtet worden. Da die Inselgruppe in jeder Richtung von Meer umgeben ist, ist eine Vielzahl davon Wasservögel. Von Nord nach Süd ist Japan eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. In Sibirien brütende Vögel finden hier ihr Winterquartier, während die in Japan brütenden Vögel im Winter in Richtung Südostasien ziehen. Auf diese Art findet eine Vielzahl von Vogelarten ihren Weg nach Japan. In den Städten finden sich Krähen (besonders die Aaskrähe), Spatzen, Tauben und Rauchschwalben. Nationalvogel ist der Buntfasan. Der japanische Haubenibis (jap. toki, トキ) ist vom Aussterben bedroht.
Fische: Die japanischen Küstengewässer sind von kalten und warmen Meeresströmungen durchzogen, an deren Berührungslinien gute Wachstumsbedingungen für Plankton bieten. Das Land liegt an einer Belastungskante der Kontinentalplatten, durch deren Verschiebungen sich eine zerklüftete Küstenlinie gebildet hat. Dadurch bietet sich ein guter Lebensraum für eine Vielzahl von Fischarten (ca. 1337), und die Küste von Sanrikuoki (三陸沖, in der Präfektur Iwate) bis hoch zu den Kurilen ist einer der drei reichsten Fischgründe in der Welt. Auch in den Flüssen gibt es eine reichhaltige Zahl von Fischarten, auch begünstigt durch das regenreiche Klima. In den Brackwassergebieten der Flussmündungen gibt es eine Vielzahl von Muscheln. Problematisch ist die Wasserverschmutzung und die Betonierung der Flussbetten, die zu einem Aussterben zahlreicher Arten geführt hat. In den Siebzigern gab es eine starke Umweltbewegung, die erste Erfolge dagegen verbuchen konnte. Die Vielfalt der japanischen Fischwelt lässt sich auch als Tourist erleben, denn Tauchen ist in Japan ein beliebter Freizeitsport und in vielen Städten gibt es große Aquarien.
Flora: Japan ist zu rund 75% mit schwer zugänglichen Bergwäldern bedeckt, ein Umstand, der des Öfteren vergessen wird, wenn über die Betonmeere der modernen Metropolen berichtet wird. Durch den vulkanischen Ursprung der Inseln ist eine Vielzahl der einheimischen Arten auf eben diese Umgebungen spezialisiert.
Kulturpflanzen: Wichtigste Kulturpflanze in Japan ist der aus Korea eingeführte Reis, genau genommen Oryza sativa japonica (Kurzkornreis), historisches Arme-Leute-Essen ist allerdings die Hirse, da der Reis als Steuer entrichtet werden musste. Das Stroh wird für die Herstellung von Tatami verwendet. Ebenfalls angebaut werden verschiedene Bohnensorten, unter anderem die Adzukibohne, und eine Reihe von Gemüsen, darunter Ingwer, Rettich und Spinat. Heimisch sind außerdem verschiedene Zitrusfrüchte wie die Natsumikan, darüber hinaus wurde eine Reihe von Obst- und Gemüsesorten eingeführt. Zur traditionellen Küche gehören außerdem Seetang (u.a. Nori) und Meeresalgen (Wakame). Traditionelle japanische Häuser werden unter anderem aus dem Holz der Sicheltanne gebaut. Von nationaler Bedeutung sind auch die Teepflanze und verschiedene Binsenarten zur Herstellung der Tatamimatten (igusa - Flatterbinse, toushingusa - Dochtbinse).
Gesellschaft
Tatamimatten
Hauptartikel: Gesellschaft Japans
Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2004 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von 127 Mio. Menschen aus.
Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Trotzdem lassen sich in Japan unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausmachen, in erster Linie nach Generation, Mann und Frau, Bildungsstand und direkt damit zusammenhängend Erwerbssituation und Einkommen sowie nach Stadt und Land.
Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind ein Rückgang der Geburtenrate, Überalterung und Jugendarbeitslosigkeit.
Minderheiten
- Die zahlenmäßig größte Minderheit Japans sind die etwa 650.000 koreanischstämmigen Japaner, die seit Generationen in Japan leben, aber größtenteils nicht die japanische Staatsangehörigkeit besitzen. Die Annahme der japanischen Staatsbürgerschaft würde unter anderem auch das Annehmen eines japanischen Familiennamens voraussetzen, was einen Verlust der koreanischen Identität und Assimilation bedeuten würde und daher von einigen Koreanern abgelehnt wird.
- Die indigene Minderheit der Ainu auf der nördlichen Insel Hokkaidō stellt heute nur noch einige zehntausend Mitglieder.
- Die Buraku (auch: Burakumin) sind ethnische Japaner, deren Vorfahren nach shintoistischer und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausübten, daher sind sie noch heute sozial ausgegrenzt.
- Eine weitere Minderheit sind japanischstämmige Südamerikaner, meist Brasilianer, die wieder in das Land ihrer Vorfahren eingewandert sind.
- Ebenfalls in Japan leben zahlreiche Gastarbeiter aus arabischen Ländern, Indien und Südostasien.
Sprache und Schrift
Hauptartikel: Japanische Sprache und Japanisches Schriftsystem
Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung gesprochen, auch von den meisten Minderheiten. Es existieren zahlreiche regionale Dialekte. In der Schule wird Englisch als erste Fremdsprache gelehrt, es wird jedoch häufig kritisiert, dass der japanische Englischunterricht sich zu sehr auf das Bestehen des TOEIC-Tests konzentriert und nur unzureichende Kommunikationsfähigkeiten vermittelt. Häufigste zweite Fremdsprache ist Chinesisch.
Die Japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen (jap. Kanji) auch zwei eigene Silbenschriftsysteme (Hiragana und Katakana). Straßen, Bahnhöfe und Ähnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift (Rōmaji) beschildert.
Wissenschaft und Bildung
Hauptartikel: Bildung in Japan
siehe auch: Liste der Japanischen Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen
Bildung hat in Japan, beeinflusst durch den Konfuzianismus, einen sehr hohen Stellenwert. Abgängern der angesehenen Universitäten stehen in Japan alle Türen offen. Es ist jedoch schwer, einen solchen Studienplatz zu ergattern, die Härte der japanischen Universitätseingangsprüfungen ist berüchtigt.
Schule
Konfuzianismus
Hauptartikel: Schule in Japan
- Das Schulsystem ist eingeteilt in Grundschule (6 Jahre), Mittelschule (3 Jahre) und Oberschule (3 Jahre).
- Die Schulpflicht beträgt neun Jahre.
- Das Schuljahr in Japan beginnt stets am 1. April.
- Die Schulferien sind im ganzen Land einheitlich (Neujahr: 2 Wochen, März/April: 2 Wochen, Juli/August: 6 Wochen)
- Öffentliche Schulen haben die 5-Tage-Woche, private Schulen oft die 6-Tage-Woche.
- Während der Schulpflicht gibt es ein Sitzenbleiben wie in Deutschland nicht, praktisch jeder Schüler wird automatisch versetzt.
- Die schulische Bildung beginnt im Kindergarten, aber er ist nicht Teil der Schulpflicht. Da in Japan allgemein viel Wert auf das gemeinsame Lernen und Zusammenleben gelegt wird, findet im Kindergarten und der Grundschule viel Gruppenarbeit statt.
Bibliothekswesen
Hauptartikel: Japanisches Bibliothekswesen
Forschung
Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte für die Industrie. Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der großen Firmen und den Universitäten statt. Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstärkt Grundlagenforschung gefördert. Momentanes großes Thema ist die Entwicklung von Robotern, wie die Expo 2005 beeindruckend gezeigt hat. Das Hauptthema der Sozialwissenschaften der 1980er Jahre war Nihonjinron, der japanische Versuch der Identitätsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte.
Nobelpreisträger
- Physik: Hideki Yukawa (1949) - Shinichiro Tomonaga (1965) - Esaki Reona (1973) Masatoshi Koshiba (2002)
- Chemie: Fukui Kenichi (1981) - Shirakawa Hideki (2000) - Noyori Ryoji (2001) - Tanaka Koichi (2002)
- Medizin: Tonegawa Susumu (1987)
- Literatur: Kawabata Yasunari (1968) - Oe Kenzaburo (1994)
- Frieden: Sato Eisaku (1974)
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Japans; Periodisierung der japanischen Geschichte
;Jōmon-Periode: In der Zeit von 10.000 v. Chr. bis etwa 300 v. Chr. wanderten Menschen (vermutlich) aus Zentralasien, Sibirien und dem südpazifischen Raum in das Gebiet des heutigen Japan ein.
; Yayoi-Periode: Erste bestätigte Kontakte mit dem chinesischen Reich gab es von etwa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr.
; Kofun-Periode: Große Schlüsselgräberanlagen stammen aus der Kofun-Periode von etwa 300 bis 710 n. Chr. Es gab einen engen politischen Kontakt mit dem Nachbarland Korea und Einwanderung von Korea nach Japan.
; Nara-Epoche (710 – 784): In der Nara-Periode wurde der Buddhismus stark gefördert. Die Staatsform lehnte sich an das chinesische Vorbild an. Übernahme der Chinesischen Schrift.
; Heian-Epoche (794 – 1185): Aufschwung der höfischen Kultur in Heian-kyō (Kyoto), vor allem Dichtkunst und Literatur. Die Macht des Kaisers wurde allmählich geschwächt und Kriegerfamilien etablierten sich. Zum Ende der Heian-Periode begründete die Minamoto-Familie das erste Shōgunat.
; Kamakura-Epoche (1192 – 1333): Während der Kamakura-Periode unternahm Kublai Khan zwei Invasionsversuche. Er wurde jedoch von später als göttlich interpretierten Taifunen (神風 Kamikaze, Götterwind) abgewehrt.
; Muromachi-Epoche (1338 – 1573): Die mächtigen unabhängigen Daimyō unterhielten ihre eigenen Armeen. Das Shogunat verlor die Kontrolle, und die „Zeit der streitenden Reiche“ (戦国時代 sengoku jidai) begann.
; Sengoku-Epoche (1477 – 1603): Die drei Reichseiniger (Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi, Tokugawa Ieyasu) beendeten in der Azuchi-Momoyama-Epoche (1568 bis 1603) den über 100-jährigen Bürgerkrieg.
; Edo-Ära (1603 – 1867): In der Edo-Periode schottete sich Japan vom Rest der Welt ab. Die Tokugawa-Familie behielt für über 250 Jahre die Kontrolle über die anderen Daimyō. 1854 segelte US-Admiral Matthew Perry mit seiner Flotte von vier Kriegsschiffen unbehelligt in den Hafen von Tōkyō, um einen Brief des US-Präsidenten Millard Fillmore zu übergeben, in dem dieser die Tokugawa-Regierung zum offenen Handel mit den USA auffordert. Die Leichtigkeit, mit der Perry in den Hafen einlaufen konnte, offenbarte die Schwäche des Tokugawa-Regimes. Dies führte zu einem Aufstand regionaler Herrscher und mündete letztlich in eine Wiedereinsetzung des Kaisers, der allerdings wenig reale politische Macht erhielt.
USA
; Meiji-Ära (1868 – 1912): Die Reform des Kaiserhauses unter dem Meiji-Tennō ab 1868 (Meiji-Restauration und Moderne) beendete die Zeit des Kriegeradels und läutete die Moderne ein. Das Land erhielt eine moderne Verfassung und ein Parlament, so dass Japan eine konstitutionelle Monarchie wurde. Korea wird 1910 von Japan besetzt, wodurch die Beziehungen noch heute belastet werden.
; Taishō-Ära (1912 – 1926): Im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) stand Japan auf Seiten der Alliierten. Die Taishō-Ära war durch kulturelle Dynamik und wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichnet. Es war auch eine Zeit der demokratischen Experimente mit einem parlamentarischen System. Letztendlich scheiterte die Demokratie durch Instabilität (ähnlich wie in Deutschland während der Weimarer Republik). Das Militär übernahm die effektive Kontrolle und läutete die Shōwa-Ära ein.
; Shōwa-Ära Teil 1 (1926 – 1945): 1931 Besetzte Japan den Nordosten Chinas und gründete 1932 den abhängigen Staat Mandschuko (Mandschurei). 1937 attackierte Japan China und begann damit den Zweiten Weltkrieg in Asien. Japan vertreibt die europäischen Kolonialmächte aus den südostasiatischen Ländern, um sein eigenes Kolonialreich aufzubauen. Im Dezember 1941 griffen japanische Truppen den US-Stützpunkt Pearl Harbor im Pazifik an und forderte so die USA heraus. Damit weitete sich der Zweite Weltkrieg auf den Pazifischen Ozean aus. Nicht nur in China, sondern auch in den anderen japanisch besetzten Gebieten Südostasiens geschahen Kriegsverbrechen. 1945 näherten sich die alliierten Truppen den japanischen Inseln, doch besonders auf den kleineren Inseln tobten noch heftige Kämpfe. Der Kaiser , sowie der Premierminister und seine Anhänger wollten Friedensverhandlungen aufnehmen, doch der Militaristische Clan hatte mehr Macht, vor allem über die Armee, was zu einer Weiterführung des Krieges führte. Am 6. August 1945 warfen die US-Amerikaner eine Atombombe über der Stadt Hiroshima und am 9. August eine weitere über Nagasaki ab. Unter dem Eindruck der Atombombenabwürfe kapitulierte Japan am 15. August 1945 bedingungslos, der Kaiser verlas um 12.00 Uhr mittags die Kapitulation, welche über Radio übertragen wurde. Noch heutzutage leiden viele Menschen und ihre Nachkommen unter den Folgen der Strahlenkrankheit (s. Hibakusha).
; Shōwa-Ära Teil 2 (1945 – 1989): Nach der Kapitulation beginnt der Wiederaufbau, zuerst unter General McArthur, dann in Eigenregie. Vom ehemaligen Kriegsgegner USA wird Japan als Vorposten gegen den Kommunismus in das westliche Bündnissystem integriert. Eine rasante wirtschaftliche Entwicklung setzt ein, in der Japanische Firmen Schritt für Schritt Marktanteile in allen wichtigen Schlüsselindustrien erobern. Japan erweist sich als stabile, friedliche Demokratie.
; Heisei-Ära (1989 – heute): Faule Bankenkredite und überbewertete Immobilien lassen Anfang der 90er die Bubble Economy platzen, und Japan rutscht in eine Phase von Deflation und hoher Staatsverschuldung, die wirtschaftliche Stagnation auf hohem Niveau bedeutet. Langsam werden Unternehmen und Banken saniert, der versprochene neue Boom bleibt bis jetzt jedoch aus.
Religion
Staatsverschuldung]]
Hauptartikel: Religion in Japan
In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shintō, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jh. erreichte. Die Besonderheit des japanischen Buddhismus liegt darin, das er in viele verschiedenen Sekten (Schulen) gegliedert ist. In Japan gibt es mit dem Zen-Buddhismus die strengste Form dieser Religion, aber mit dem Nichiren-Buddhismus auch die undogmatischste. Laut dessen Sektengründer Nichiren muss man nur einmal im Leben das sogenannte Lotus-Mantra aufsagen, um vollständig erlöst zu werden. Daneben gab es chinesische Einflüsse durch Taoismus und Konfuzianismus, die von Shintō und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden. Heute gehören die meisten Japaner (über 80%) beiden Hauptreligionen an, daher kann man die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnen. Das Christentum (etwa 3% der Bev.) spielt in der Geschichte Japans nur eine untergeordnete Rolle. Seit dem 2. Weltkrieg herrscht eine besonders große religiöse Toleranz in Japan: Um die 180.000 Religionsgemeinschaften werden als staatlich anerkannt angegeben.
Politik
2. Weltkrieg und Kaiserin Michiko]]
Hauptartikel: Politik Japans
Verfassung
Hauptartikel: Japanische Verfassung
Die geltende japanische Verfassung wurde am 3. November 1946 verkündet und trat am 3. Mai 1947 in Kraft. In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung. Die Verfassung wurde von der damaligen amerikanischen Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur ausgearbeitet, ist aber seitdem nicht geändert worden.
In der Verfassung wird in Artikel 9 Absatz 1 Krieg als souveränes Recht abgelehnt, auch die Androhung militärischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlösung ist verboten. Absatz 2 besitzt besondere Brisanz, da er Japan untersagt ein Militär zu unterhalten. Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und insbesondere deren Auslandseinsätze im Irak und Afghanistan sind daher sehr umstritten. Laut eines Japan Times Artikels vom 29.10.05 arbeitet derzeit die LDP an einem Entwurf der Verfassung, in dem Artikel 9 in Teilen geändert werden soll. Absatz 1 bleibt unverändert bestehen, Absatz 2 soll jedoch gestrichen werden. Es wird ausdrücklich betont, das das Militär weiterhin nur der Selbstverteidigung dienen soll, aber auch der Sicherung internationalen Friedens und Sicherheit.
Weiterhin wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont. Der Entwurf der Neufassung enthält noch einige weitere, bisher nicht aufgeführte individuelle Rechte u.a. der respektvolle Umgang mit Behinderten und Opfern von Straftaten sowie Schutz persönlicher Daten.
Der Tennō hat nach der Verfassung rein repräsentative Funktion. Oberster Souverän nach der Verfassung ist das Volk, vertreten durch das Parlament. Das Parlament wählt den Premierminister, dieser beruft sein Kabinett.
Tennō
Hauptartikel: Tennō, Japanisches Kaiserhaus
"Symbol des Staates und der Einheit des Japanischen Volkes" ist Akihito, der 125. Tennō (dt. Kaiser, wörtlich "vom Himmel (gesandter) Herrscher"). Rechtlich gilt er nicht als Staatsoberhaupt, und die souveräne Macht liegt allein beim Volk. Sein Vater, der Shōwa-Kaiser, hat 1945 bei der Kapitulation Japans die Göttlichkeit der japanischen Kaiser zurückgewiesen. Die Verfassung von 1946 gibt dem Kaiser keine direkte politische Entscheidungsgewalt, im modernen Japan ist sein Amt zeremonieller Natur. Er ernennt den von beiden Parlamenten gewählten Ministerpräsidenten und den Präsidenten des obersten Gerichtshofes, er verkündet die Gesetze und beruft das Parlament ein. Außerdem ist er oberster Priester des Shintō.
Akihitos Regierungsdevise lautet heisei. Die Regierungsdevise wird auch als Jahresangabe in offiziellen japanischen Texten verwendet, beginnend mit dem Jahr der Thronbesteigung. Heisei 1 ist das Jahr 1989.
Politische Gliederung
siehe: Präfekturen Japans
Japan ist ein zentralistischer Staat, der lediglich klar umrissene Aufgaben an die 47 Präfekturen zur Durchführung weitergibt. Innerhalb dieser Aufgaben sind die Präfekturen zwar relativ autonom, allerdings immer weisungsgebunden gegenüber der Zentralregierung und auch auf die Finanzierung durch den Zentralstaat angewiesen.
Die 47 Präfekturen gliedern sich in Großstädte sowie Kleinstädte und Dörfer, die kommunale Ebene. Einzige Ausnahme ist die Präfektur Tokio, die in die 23 zentralen Stadtbezirke zum einen sowie umliegende Kleinstädte und Dörfer zum anderen aufgeteilt ist. Die Präfekturen sind in Größe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshū, während beispielsweise die zweitgrößte Insel Hokkaidō nur eine einzige Präfektur hat. Innerhalb der präfekturalen und der kommunalen Ebene gibt es – im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus – ein präsidentielles System, innerhalb dessen einerseits die Regierungs- und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und Präfekturparlamente autonom gewählt werden.
Gesetzgebung
Regierung]
Das Parlament ist das höchste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Körperschaft Japans. Es ist zweigeteilt in Oberhaus und Unterhaus (auch Abgeordnetenhaus oder Repräsentantenhaus).
Im Unterhaus sitzen seit den Reformen in den Jahren 1993 bis 1996 nur noch 480 Parlamentarier, im Oberhaus gibt es 247 Sitze. Von den 480 Sitzen des Abgeordnetenhauses werden 300 in Ein-Mandat-Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 180 in 11 regionalen Distrikten nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Passives Wahlrecht für das Abgeordnetenhaus erhalten alle Männer und Frauen mit dem vollendeten 25. Lebensjahr, für das passive Wahlrecht im Oberhaus muss das 30. Lebensjahr vollendet sein. Wahlberechtigt sind alle japanischen Männer und Frauen mit vollendetem 20. Lebensjahr.
Parteien
- Die Liberaldemokratische Partei (LDP, jap. jiyūminshutō 自由民主党)
- Die Demokratische Partei (minshu-tō 民主党)
- Die Partei für eine saubere Regierung (jap. kōmeitō 公明党, engl. CGP, Clean Government Party)
- Die Kommunistische Partei Japans (jap. kyōsantō 共産党)
- Die Sozialdemokratische Partei Japans (jap. shakaiminshūtō 社会民主党)
Außenpolitik
Hauptartikel: Außenpolitik Japans
Die Hauptpunkte von Japans Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine feste Bindung an die USA, Scheckbuchdiplomatie, ein in der Verfassung festgeschriebener Verzicht auf militärische Aggression, und Gebietsstreitigkeiten mit den Nachbarn Sowjetunion / Russland, VR China und Südkorea.
Die nördlich von Japan liegenden Südkurilen gehören seit 1945 zur Sowjetunion (ab 1990 dem Nachfolgestaat Russland), werden aber von Japan beansprucht. Dieser Konflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch-russischen Beziehungen.
Die kleine Inselgruppe Takeshima (koreanisch: Dokdo) wird von Südkorea verwaltet und von Japan beansprucht, nachdem sie während der Zeit des japanischen Imperialismus etwa 40 Jahre lang zu Japan gehörten. Im Frühling 2005 hat die Einführung eines Takeshima-Tages in einer japanischen Präfektur erneut Zorn in der koreanischen Bevölkerung hervorgerufen.
Besitzansprüche hat Japan neben der Volksrepublik China und Taiwan auch auf die Senkaku-Inseln (chin.: Diaoyu). In der Nähe der Inseln werden Rohstoffe vermutet.
Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten - insbesondere zur Volksrepublik China, Südkorea und Nordkorea - sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin angespannt. Die enge ökonomische Verflechtung und das Weltinteresse an einem Frieden in der Region machen kriegerische Konflikte jedoch unwahrscheinlich; stattdessen flammen immer wieder symbolische Krisen auf.
Gemäß der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus sämtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik. Im Januar 2004 stimmte das Parlament jedoch zum ersten Mal seit 1945 der Entsendung japanischer Soldaten in ein fremdes Land zu, nämlich in den Irak. Während Ministerpräsident Koizumi darin einen Beweis für die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den USA sieht, betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch.
Militär
Hauptartikel: Japanisches Militär
Im Artikel 9 der Japanischen Verfassung verzichtet Japan auf das Recht souveräner Staaten zur Kriegsführung. Diese Klausel ist in der Welt einmalig, sie wurde nach der Niederlage Japans im zweiten Weltkrieg aufgenommen, um eine erneute militaristische Aggression zu verhindern. Der Artikel erlaubt es jedoch, Truppen zur Selbstverteidigung zu unterhalten. Während der alliierten Besatzung wurde eine Polizeireserve gebildet, mit der Souveränität 1953 wurde aus diesen ein Jahr später die Selbstverteidigungsstreitkräfte gegründet, aufgeteilt in Land-, See- und Lufttruppen. Um der Verfassung zu entsprechen, wird in der Bezeichnung grundsätzlich auf das Schriftzeichen gun (軍, "Armee") verzichtet. 1960 wurde eine militärische Allianz mit dem ehemaligen Kriegsgegner USA geschlossen.
In Japan herrscht keine Wehrpflicht. Der Militärhaushalt betrug im Jahr 2004 45,4 Mrd. US-D. Dies entspricht 1% des BIP, Japan nimmt von den Militärausgaben her Rang 6 in der Welt ein.
Bereits seit der Verabschiedung der japanischen Verfassung werden verschiedene Änderungen diskutiert, unter anderem auch eine Revision des Artikel 9, die jedoch auf Grund der hohen Hürden (Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Parlaments und Volksabstimmung) nie zustande kamen.
Den ersten internationalen Einsatz führen die Selbstverteidigungsstreitkräfte seit 2004 als Alliierte der USA im Irak durch, was in Japan eine intensive Diskussion um die Verfassungsmäßigkeit solcher Einsätze hervorgerufen hat. Der Aufbau der de-facto-Armee und der internationale Einsatz wird im linken Lager als Bruch der Verfassung gesehen, während das rechte Lager den Artikel 9 als von der amerikanischen Besatzungsregierung aufgezwungen ansieht und diesen kippen möchte.
Von Seiten der Volksrepublik China wird häufig der Vorwurf hervorgebracht, dass in Japan ein neuer Militarismus im Entstehen begriffen ist. Historisch sind diese Ängste dadurch begründet, dass China im Antijapanischen Krieg großes Leid (geschätzte 18 Millionen zivile Opfer) zu beklagen hatte. An dieser Stelle erwähnt werden sollte allerdings, das Japan seit dem zweiten Weltkrieg keine militärische Aggression gezeigt hat und im Gegenteil ein aktiver Fürsprecher der atomaren Abrüstung war, China hingegen mehrere Konflikte mit seinen Nachbarn verursacht hat (Einmarsch in Tibet 1959, Indisch-Chinesischer Grenzkrieg 1962, Zwischenfall am Ussuri 1969, Chinesisch-Vietnamesischer Krieg 1979). Tatsächlich sehen militärische Bedrohungsszenarien in Japan in erster Linie eine Landung chinesischer Truppen an der Küste. Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Konfliktgebiet deutlich, als Japan zum ersten Mal den Schutz Taiwans als Teil seiner Interessen definierte.
Ein zweites Bedrohungsszenario bietet Nordkorea, das bereits mehrfach Raketen über japanisches Territorium gefeuert hat und die Weltöffentlichkeit im Jahr 2005 mit der Behauptung überrascht hat, Atomwaffen zu besitzen. Aus diesem Grund arbeitet Japan eng mit der USA an der Entwicklung eines gemeinsamen Raketenabwehrschilds.
Das dritte Bedrohungsszenario ist ein terroristischer Anschlag, wie der Anschlag auf die Tokyoter U-Bahn durch die Ōmu Shinrikyō-Sekte im Jahr 1995 gezeigt hat. Durch das Engagement in Irak bestehen Befürchtungen, dass Japan auch Ziel islamistischer Gruppierungen werden könnte, entsprechende Hinweise hat es bereits gegeben.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Japans
Japan ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde.
Der Export im Jahr 2003 betrug 363 Milliarden Euro. Damit liegt Japan auf Platz 3 der exportstärksten Länder hinter Deutschland auf Platz 1 und den USA auf Platz 2.
Eine gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie, eine starke "Arbeitermentalität", die Beherrschung von Hightech, ein großes Augenmerk des Staates auf Ausbildung und ein vergleichsweise geringes Verteidigungsbudget (1 % des Bruttoinlandproduktes) haben Japan geholfen, binnen kurzer Zeit hinter den USA und der EU die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Spektakulär: über drei Jahrzehnte hinweg hatte Japan nur Wirtschaftswachstum zu verzeichnen: ein Durchschnitt von 10 % in den 1960ern, durchschnittlich 5 % in den 1970ern, und 4 % Wirtschaftswachstum in den 1980ern. Erst in den 1990ern wurde das Wirtschaftswachstum durch die Spätfolgen von Fehlinvestitionen während der späten 1980er stark gebremst. Staatliche Versuche zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums haben zu kleinen Erfolgen geführt und wurden später während der Jahre 2000 und 2001 durch eine Verlangsamung der amerikanischen und asiatischen Märkte gehemmt.
Das Regierungskabinett um Junichiro Koizumi hat Gesetze zur globalen P
BuretsuKaiser Buretsu (jap. 武烈天皇 Buretsu-tennō; - 489; † 7. Januar 507) war der 25. Kaiser von Japan (498–507) nach den Geschichtsbüchern Nihonshoki und Kojiki. Er herrschte vermutlich im späten 5. Jahrhundert.
Diesen zwei Büchern zufolge war er ein Mann mit einem scharfen Charakter. Er starb ohne Kinder, weshalb die Hofbeamten landesweit nach einem mit ihm verwandten Nachfolger suchen mussten.
Kategorie:Mann
Kategorie:Kaiser (Japan)
Kategorie:Geboren 489
Kategorie:Gestorben 507
ja:武烈天皇
506
Politik und Weltgeschehen
- 5. Februar - Der westgotische König Alarich II. lässt das Volksrecht in der Lex Romana Visigotho kodifizieren und gibt das Breviarium Alaricianum heraus, eine Sammlung römischen Rechts.
- Anders als sein Vater Eurich verhält sich der arianische Westgotenkönig Alarich II. gegenüber seinen katholischen Untertanen tolerant. 506 erlaubt er ihnen die Abhaltung einer Kirchenversammlung in Agde; diese verbietet den Bau von Doppelklöstern, also Klöstern für Mönche und Nonnen am selben Ort.
- Der oströmische Kaiser Anastasios I. lässt die ostsyrische Grenzfestung Dara (westlich von Nisibis) gegen die Perser befestigen.
- 506 (oder 502) - Die Franken unter Chlodwig I. besiegen endgültig die Alamannen (wohl bei Straßburg) und schlagen außerdem ein Heer der Thüringer.
-
- Laurentius, Gegenpapst von 498 bis 499
Staatsoberhäupter
Afrika
- Vandalisches Königreich - Thrasamund, König der Wandalen und Alanen (496 - 523)
Asien
- Japan -
- Buretsu, japanischer Kaiser (498 - 506)
- Lachmidenreich - Mundir III., König der Lachmiden (505 - 554)
- Persien (Sassaniden) - Kavadh I. (498 - 531)
Europa
- Burgundisches Königreich - Gundobad, König der Burgunder (473 - 516)
- Byzantinisches Reich - Anastasios I., byzantinischer Kaiser (491 - 518)
- Frankenreich - Chlodwig I., König der Franken (482 - 511)
- Königreich von Kent - Oeric, König in Canterbury (488 - 512)
- Ostgotisches Reich - Theoderich der Große, König der Ostgoten (474 - 526)
- Tolosanisches Reich - Alarich II., König der Westgoten (484 - 507)
Ohne eigenen Staat
- Symmachus, Papst (498 - 514)
- Makedonios II., Patriarch von Konstantinopel (495 - 511)
ko:506년
SassanidenDas Sassanidenreich war das zweite persische Großreich, das sich in der Spätantike etwa über die Territorien der heutigen Staaten Iran und Irak sowie einige ihrer Randgebiete erstreckte. Es existierte zwischen dem Ende des Partherreichs und der arabischen Eroberung Persiens, also von 224 bis zur Schlacht von Nehawend im Jahr 642 beziehungsweise bis zum Tod des Großkönigs Yazdegerd III. im Jahr 651.
Das Sassanidenreich, das in der Forschung gelegentlich auch als Neupersisches Reich bezeichnet wird, war über Jahrhunderte hinweg eine bedeutende Großmacht und eine Rivalin des römischen bzw. des oströmischen Reiches. Außer kriegerischen Auseinandersetzungen gab es aber auch zahlreiche friedliche Kontakte zwischen Römern und Sassaniden, die sich in vielerlei Hinsicht gegenseitig beeinflussten.
Der Name des Reiches leitet sich von der letzten altpersischen Dynastie der Sassaniden (richtiger: Sasaniden) ab. Diese wiederum führten ihre Herkunft auf einen historisch kaum fassbaren Stammvater zurück, einen gewissen Sasan, der um 200 n. Chr. Oberpriester im Feuerheiligtum der Anahita in Istakhr gewesen sein soll. In der historischen Literatur wird der Begriff Sassaniden außer auf das Herrschergeschlecht auch auf die Bevölkerung ihres Reiches angewandt.
Istakhr
Geschichte
Die Begründung des Neupersischen Reichs
Begründer des Sassanidenreiches war Ardaschir I. (Regierungszeit 224–240), ein aufständischer Fürst aus dem Süden des Partherreichs, der Persis, wo die Sassaniden als Unterkönige fungierten. Nachdem er den letzten Partherkönig, den Arsakiden Artabanos IV., im Jahre 224 n. Chr. getötet hatte, nahm er dessen Platz ein und eroberte 226 die parthische Hauptstadt Ktesiphon, die in der Folgezeit prächtig ausgebaut und Hauptresidenz der Sassanidenkönige wurde. Ardaschir war offenbar bestrebt, die Macht der mächtigen Adelsfamilien zu begrenzen, was ihm allerdings nur teilweise gelang. Er nannte sich auch König der Könige von Iran, wobei aber unter Iran nicht der heutige Staat verstanden werden darf, sondern vielmehr die von Iraniern bewohnten Gebiete. Ob sich die frühen Sassaniden bewusst in die Tradition der Achämeniden stellten, wie dies später teils explizit geschehen sollte, ist allerdings in der Forschung sehr umstritten .
Achämeniden
Sein Sohn, Großkönig Schapur I. (240–270/272), nannte sich bereits König der Könige von Iran und Nicht-Iran. Schapur drang mehrmals tief in römisches Gebiet ein und eroberte und plünderte Antiochia in Syrien (253 oder 256); schließlich besiegte er während seiner Regierungszeit die römischen Kaiser Gordian III., Philippus Arabs und Valerian. Letzterer geriet 260 sogar in persische Gefangenschaft; eine ungeheure und bis dahin unbekannte Schmach für die Römer. Das genaue Jahr dieser Niederlage ist jedoch immer wieder Thema der wissenschaftlichen Diskussion, da die Quellenlage problematisch ist. Schapur ließ jedenfalls seinen Sieg durch die Erstellung beeindruckender Felsreliefs, zum Beispiel bei Bischapur, sowie einer monumentalen Inschrift in persischer, parthischer und griechischer Sprache bei Naqs-i Rustam in der Nähe von Persepolis verewigen, den so genannten res gestae divi Saporis:
:Im dritten Feldzug, als wir gegen Karrhai und Edessa vorstießen und Karrhai und Edessa belagerten, da marschierte Kaiser Valerian gegen uns, und es war mit ihm, eine Heeresmacht von 70.000 Mann. Und auf der jenseitigen Seite von Karrhai und Edessa hat mit Kaiser Valerian eine große Schlacht für Uns stattgefunden, und Wir nahmen Kaiser Valerian mit eigenen Händen gefangen und die Übrigen, den Prätorianerpräfekten und Senatoren und Offiziere, alle welche auch immer Führer jener Heeresmacht waren, alle diese ergriffen Wir mit den Händen und deportierten sie in die Persis.
:SKZ, §18-22, griechische Fassung; Übersetzung entnommen aus: Engelbert Winter/Beate Dignas, Rom und das Perserreich, Berlin 2001, S. 98, siehe auch die Quellenangaben. Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, wurde auf die Ergänzungs- und Auslassungszeichen verzichtet.
Den zu seiner Regierungszeit entstehenden Manichäismus begünstigte Schapur durch den Schutz Manis; zugleich stützte er sich aber stark auf den Zoroastrismus. Unter Schapurs Nachfolgern Bahram I. (273–276) und vor allem Bahram II. (276–293) wurden die Manichäer, die auch im Römischen Reich Anhänger fanden, dann verfolgt. Ansonsten sticht innenpolitisch vor allem Schapurs recht intensive Städtepolitik hervor. In den von Schapur gegründeten Städten wurden auch aus dem Westen Deportierte, darunter auch etliche Christen, die dort ihren Glauben ausüben konnten, angesiedelt.
In der Regierungszeit des römischen Kaisers Diokletian mussten die Sassaniden unter König Narseh (293–302) nach mehreren Niederlagen gegen Galerius 297 einige Gebiete in Mesopotamien abtreten. Allerdings hatten die Sassaniden, ganz ähnlich wie die Römer, nicht nur an einer Front zu kämpfen. Auch das Neupersische Reich musste sich gegen Eindringlinge zur Wehr setzen. Die Pässe des Kaukasus mussten ebenso verteidigt werden wie die stets gefährdete Nordostgrenze, wo die Sassaniden zunächst gegen die Kuschan, später gegen die Hephtaliten und die Türken zu kämpfen hatten. Nicht selten erwiesen sich diese Völker als ernsthafte Bedrohung für das Sassanidenreich.
Konfrontation und Koexistenz – die Kriege Schapurs II. und die Verständigungspolitik Schapurs III. und Yazdegerds I.
Im Verhältnis zu Rom kam es im Laufe der Zeit zu einer bemerkenswerten Wandlung: Die Römer akzeptierten die Sassaniden als gleichberechtigt. Für sie waren diese Perser keine Barbaren im engeren Sinne mehr (wie etwa die Germanen), sondern eine zivilisierte, gleichstarke und (fast) ebenbürtige Macht. Die Parther, von den Germanen und anderen Stämmen an den Grenzen Roms ganz zu schweigen, waren so nie von den Römern angesehen worden, auch wenn bereits die Arsakiden seit Augustus als die zweite souveräne Großmacht gegolten hatten. Umgekehrt sahen auch die Sassaniden die Römer in einem ähnlichen Licht, was die Bruder-Anreden in überlieferten Briefen deutlich macht:
: Ich, König der Könige, Sapor, Gefährte der Sterne, Bruder von Sonne und Mond, entbiete dem Caesar Constantius, meinem Bruder, alles Gute.
: Antwort des römischen Kaisers: Ich, Sieger zu Wasser und zu Lande, Constantius, immer der erhabene Augustus, entbiete meinem Bruder, dem König Sapor, alles Gute. Ammianus Marcellinus, 17,5. Übersetzung entnommen aus: Ammianus Marcellinus, Das Römische Weltreich vor dem Untergang. Bibliothek der Alten Welt, übersetzt von Otto Veh, eingeleitet und erläutert von Gerhard Wirth, Zürich und München 1974.
Bis zum 6. Jahrhundert hatte sich ein ausgefeiltes diplomatisches Protokoll entwickelt, das bei oströmisch-persischen Kontakten zu beachten war. So wurde es üblich, Thronwechsel im eigenen Reich dem jeweils anderen offiziell mitzuteilen, ohne dass freilich die Kampfhandlungen deswegen abbrachen.
Ammianus Marcellinus
Unter dem bedeutenden Großkönig Schapur I | | |